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Sony ist vor allem für PlayStation, Filme und Musik bekannt, doch inzwischen reichen die Interessen des Unternehmens auch in den Bereich Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Der japanische Konzern baut ein Blockchain-Ökosystem auf, das die Erstellung, Finanzierung und den Verkauf digitaler Inhalte verändern soll. Was treibt diese Strategie an, und wie weit ist Sony bereits in den Kryptobereich vorgedrungen?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Sony kündigte am 29. Oktober ein globales Inkubationsprogramm an, das Start-ups und Kreative bei der Entwicklung Blockchain-basierter Unterhaltungsprodukte unterstützen soll. Das Sony Onchain Entertainment Incubation Program bietet technische Ressourcen, Unterstützung bei Geschäftsentwicklung und Marketing sowie Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Unternehmen der Sony Group. Es knüpft an zwei frühere Initiativen an, die seit 2024 insgesamt 43 Projekte unterstützt haben, legt aber größeren Wert darauf, experimentelle Ideen in kommerzielle Dienstleistungen zu überführen.
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Im Mittelpunkt des Programms steht Soneium, eine öffentliche Blockchain, die von Sony Block Solutions Labs entwickelt wurde, einem Joint Venture zwischen Sony Group und der in Singapur ansässigen Startale Group. Das Netzwerk wurde im Januar 2025 gestartet und fungiert als Ethereum-Layer-2-Netzwerk mit niedrigeren Transaktionskosten und Kompatibilität mit Ethereum-Anwendungen. Es steht externen Entwicklern offen, die zudem von Sonys umfangreichen Verbindungen in der Gaming-, Musik- und Filmbranche profitieren könnten.
Mit der Entwicklung eines eigenen Netzwerks kann Sony die Technologie, auf der künftige Unterhaltungsdienste beruhen, direkter mitgestalten. Statt sich vollständig auf Drittanbieterplattformen zu verlassen, kann das Unternehmen die Infrastruktur für digitales Eigentum, Lizenzierung, Zahlungen und die Interaktion zwischen Kreativen und Publikum mitaufbauen. Soneium ist weiterhin mit Ethereum verbunden, sodass Entwickler etablierte Blockchain-Tools nutzen müssen, anstatt alles von Grund auf neu zu entwickeln.
Die Herausforderung besteht darin, Blockchain-Dienste für normale Verbraucher zugänglich zu machen. In einem auf der Sony-Website veröffentlichten Interview erläuterte Magdalena Wasowska, eine Distinguished Engineer bei Sony, die an der Entwicklung von Soneium beteiligt ist, den Ansatz des Unternehmens: „Blockchain muss sich jedoch über ein bloßes Schlagwort oder eine sichtbare Ebene hinausentwickeln. Genau wie Cloud Computing sollte sie unauffällig im Hintergrund arbeiten und Systeme antreiben, die dadurch einfach und intuitiv zu bedienen sind.“
Zu den ehrgeizigsten Plänen von Soneium gehört die Tokenisierung geistigen Eigentums (IP). Am 26. Oktober stellte das Netzwerk eine Strategie vor, um Unterhaltungsrechte und damit verbundene wirtschaftliche Aktivitäten auf die Blockchain zu bringen. Dazu gehören Token, die mit Kreativen, Figuren und Unterhaltungsmarken verknüpft sind und es Fans potenziell ermöglichen, Projekte zu unterstützen und Rechteinhabern neue Finanzierungsmöglichkeiten zu eröffnen.
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Ein frühes Beispiel ist Moriusa, eine Figur im Besitz des japanischen Unterhaltungsunternehmens Super State Holdings. Soneium plant, einen mit der Figur verknüpften IP-Token einzuführen, der Aktivitäten rund um Merchandising, Animation und Lizenzierung unterstützen soll. Das Netzwerk entwickelt außerdem Tools zur Erfassung von Lizenzbedingungen und Beziehungen zwischen Originalwerken und abgeleiteten Werken. Diese könnten zunehmend nützlich werden, wenn KI-generierte Inhalte das Urheberrechtsmanagement erschweren.
Die Strategie geht über Sammlerstücke hinaus. Soneium hat IP Vault eingeführt, über das berechtigte Nutzer Zugang zu einem von Partners Group verwalteten Lizenzgebührenfonds mit einem Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte von 549 Millionen US-Dollar erhalten. Zu den zugrunde liegenden Vermögenswerten zählen Musik- und Fernsehlizenzen; ein an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin namens ipUSD ermöglicht den Zugang zu dem Produkt. Anders als bei herkömmlichen Fan-Token handelt es sich hierbei um Finanzprodukte, deren Rendite und Risiken von den zugrunde liegenden Vermögenswerten und den rechtlichen Bedingungen abhängen.
Sonys Engagement im Bereich Kryptowährungen geht über das eigene Blockchain-Netzwerk hinaus. 2023 übernahm eine Tochtergesellschaft ein japanisches Krypto-Handelsgeschäft, aus dem später S.BLOX wurde. Anschließend überarbeitete das Unternehmen seinen Börsendienst WhaleFin, über den Kunden in Japan digitale Vermögenswerte handeln können.
Sony betreibt außerdem SNFT, ein Unternehmen, das Tools für die Ausgabe von NFTs, digitale Sammlerstücke und die Einbindung von Fans entwickelt. Damit ist der Konzern sowohl im Kryptowährungshandel als auch bei der Technologie zur Erstellung und Verbreitung digitaler Vermögenswerte präsent und ergänzt so sein breiteres Unterhaltungsgeschäft.
Sonys Finanzdienstleistungssparte prüft Blockchain-basierte Zahlungslösungen. Im Juli 2026 erhielt die Sony Bank von der US-Aufsichtsbehörde Office of the Comptroller of the Currency eine bedingte Genehmigung zur Gründung von Connectia Trust, einer geplanten nationalen Treuhandbank-Tochtergesellschaft mit einem Anfangskapital von 40 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen plant die Ausgabe eines an den US-Dollar gebundenen Stablecoins, vorbehaltlich weiterer regulatorischer Anforderungen. Die Sony Bank hat außerdem geprüft, Stablecoins für Käufe von Spielen, Anime und Abonnements zu nutzen; der geplante Coin wurde jedoch noch nicht eingeführt.
Unabhängig davon kündigte Soneium am 26. Oktober Pläne für einen nativen SONEIUM-Token an, der Kreative, Entwickler, Inhaber geistigen Eigentums und andere Beteiligte miteinander verbinden soll. Der Token wurde noch nicht ausgegeben, und seine konkreten Funktionen sind unklar. In den Bereichen Gaming, Musik, Anime und weiteren Kategorien wurden mehr als 250 Anwendungen entwickelt, die potenzielle Einsatzmöglichkeiten für einen nativen Token schaffen. Sein Nutzen wird jedoch davon abhängen, ob Entwickler ihn in Dienste integrieren, die regelmäßig genutzt werden.
Sony investiert auch Kapital in das Ökosystem. Im Januar 2026 investierte Sony Ventures 13 Millionen US-Dollar in die Startale Group und stärkte damit die Partnerschaft hinter der Entwicklung von Soneium. Die Investition könnte Entwicklern dabei helfen, neue Blockchain-basierte Unterhaltungsprodukte auf den Markt zu bringen.
Die entscheidende Frage ist, ob Blockchain bestehende Dienste verbessern kann. Digitale Sammlerstücke, Fan-Mitgliedschaften und Lizenzvereinbarungen sind nichts Neues. Damit ihr Einsatz gerechtfertigt ist, muss Blockchain greifbare Vorteile gegenüber bestehenden Lösungen bieten.
Es bleiben erhebliche Herausforderungen. Krypto-Wallets, Transaktionsgebühren und Sicherheitsrisiken können digitale Käufe erschweren, während tokenisierte Unterhaltungswerte Fragen zu Spekulation, Urheberrecht und Anlegerschutz aufwerfen. Der Besitz eines Tokens, der beispielsweise mit einer Figur verknüpft ist, verleiht nicht automatisch Urheberrechte oder einen Anteil an Lizenzeinnahmen.
Sony verfügt über Unterhaltungsunternehmen und ein Publikum, mit denen sich Blockchain-Anwendungen einem Massenpublikum zugänglich machen ließen, doch ihre kommerzielle Attraktivität ist noch nicht erwiesen. Das jüngste Inkubationsprogramm könnte zeigen, ob Entwickler Produkte schaffen können, die gegenüber bestehenden digitalen Diensten praktische Vorteile bieten.