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China versucht einmal mehr, die Spielregeln der globalen Finanzwelt zu ändern. Die Pläne des Landes, einen digitalen Yuan in Form eines Stablecoin einzuführen, haben weltweit große Resonanz ausgelöst. Doch was verbirgt sich wirklich hinter dieser Initiative? Kann eine Währung, die von der Kommunistischen Partei streng kontrolliert wird, mit dem US-Dollar konkurrieren?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Auf den ersten Blick scheint die Idee einfach: Der digitale Yuan würde die Internationalisierung der chinesischen Währung beschleunigen und sie für den internationalen Handel und Zahlungsverkehr bequemer machen. Aber ist die Welt bereit, Geld zu akzeptieren, das an politische Kontrolle gebunden ist?
Der Yuan ist eine Währung mit einer einzigartigen Geschichte und inneren Widersprüchen. Es gibt ihn in zwei Formen: den Onshore-CNY, der auf dem chinesischen Festland verwendet wird, und den Offshore-CNH, der auf den internationalen Märkten zirkuliert. Diese beiden Versionen haben leicht unterschiedliche Wechselkurse - eine einzigartige Herausforderung für die Entwicklung einer digitalen Stablecoin, die sowohl im Inland als auch im Ausland funktionieren würde.
Eines der wichtigsten Merkmale des chinesischen Finanzsystems ist die strenge Kontrolle der Kapitalströme. Die "Know Your Customer"- (KYC) und Anti-Geldwäsche-Vorschriften (AML) in China dienen dazu, jede Transaktion stärker zu überwachen. Auf der einen Seite verringert dies das Risiko von Betrug und Finanzkriminalität, auf der anderen Seite schränkt es die Freiheit der Nutzer und die Attraktivität des Yuan als internationale Währung stark ein.
Für internationale Unternehmen und Touristen werden diese strengen Beschränkungen zu Hindernissen. Infolgedessen hat der chinesische Yuan außerhalb des Landes nicht an Popularität gewonnen, auch nicht bei Verbündeten wie Russland oder dem Iran.
Die Idee eines Yuan-gestützten Stablecoins ist nicht neu. Im Jahr 2019 startete Tether, der weltweit größte Stablecoin-Emittent, einen an den Offshore-Yuan gekoppelten Token. Nach der Verhaftung von Zhao Dong - einer Schlüsselfigur des Projekts, die in China als "König des OTC" bekannt ist - wurde die weitere Nutzung und Entwicklung des Tokens jedoch eingestellt.
Um einige Beschränkungen zu umgehen, nutzt China Hongkong - ein spezielles Finanzzentrum mit einem liberaleren regulatorischen Umfeld. Die Regulierungsbehörden in Hongkong haben kürzlich zugelassen, dass lizenzierte Unternehmen Stablecoins auf den Markt bringen, die mit beliebigen Fiat-Währungen unterlegt sind.
Dies gibt China die Möglichkeit, digitale Währungen auf der internationalen Bühne zu testen und gleichzeitig eine strenge Kontrolle über den Festlandmarkt auszuüben. Allerdings hat selbst von den großen staatlichen Banken nur eine eine Lizenz zur Ausgabe eines Stablecoins erhalten.
Hinter der Einführung eines Yuan-gestützten Stablecoin stehen nicht nur technische, sondern auch politische Ambitionen. China will die Dominanz des Dollars schwächen, der heute den Großteil der weltweiten Finanzströme kontrolliert.
Gleichzeitig ist der digitale Yuan ein Kontrollinstrument, das es den Behörden ermöglicht, alle Transaktionen zu überwachen und zu regulieren, Sanktionen zu verhängen und die Korruption zu bekämpfen. Aber diese "Überkontrolle" ist auch das größte Hindernis für die internationale Akzeptanz der Währung.
Bislang ist der Yuan-Stablecoin eher ein Experiment und ein Kontrollinstrument als eine echte Alternative zum Dollar. China setzt jedoch in erheblichem Maße auf technologische und regulatorische Innovationen, um den Einfluss seiner Währung auf der globalen Bühne auszuweiten.
Ob es Peking gelingt, Kontrolle mit Flexibilität zu verbinden und einen wirklich wettbewerbsfähigen digitalen Vermögenswert zu schaffen, bleibt eine Frage, deren Antwort die Zukunft des globalen Finanzwesens bestimmen wird.