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Drei der größten US-Vermögensverwalter - BlackRock, State Street und Vanguard - zeigen zum ersten Mal eine gemeinsame Haltung zu digitalen Assets. Lange Zeit haben sie sich gegen Kryptowährungen gesträubt, aber schließlich haben sie ihre Position aufgeweicht.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Aus diesem Grund wird jede Änderung in der Strategie dieser Unternehmen sofort zu einem Marktmaßstab. Wenn sie eine neue Anlageklasse unterstützen, erhalten Pensionsfonds, institutionelle Anleger und Millionen von Privatkunden fast automatisch Zugang zu ihr. Wenn sie sich weigern, sie zu unterstützen, kann der Vermögenswert jahrelang an der Seitenlinie bleiben - selbst wenn die Nachfrage groß ist.
Viele Jahre lang waren Kryptowährungen ein Bereich, in dem sich die großen Drei nicht einig waren. Nach 2020 begannen die Institutionen, nach regulierten Möglichkeiten für den Einstieg in digitale Vermögenswerte zu suchen, aber dem Trio fehlte ein einheitlicher Ansatz. BlackRock und State Street testeten vorsichtig Blockchain-basierte Infrastrukturen und bauten institutionelle Dienstleistungen auf, während Vanguard der hartnäckigste Gegner blieb und sich weigerte, Kryptoprodukte auch nur in Form von ETFs zuzulassen.
Vor diesem Hintergrund hat jede Änderung ihrer Haltung systemische Konsequenzen. Wenn sich die großen Drei auf einen einzigen Ansatz einigen, signalisiert dies, dass sich eine Anlageklasse von einer "experimentellen" zu einer Standardkomponente der globalen Finanzinfrastruktur entwickelt.
State Street ging einen anderen Weg. Das Unternehmen trat nicht mit hochkarätigen Kryptoprodukten in den öffentlichen Markt ein, baute aber seit 2019-2020 eine Infrastruktur auf. Im Jahr 2021 startete State Street Digital, das sich auf Verwahrungsdienstleistungen für digitale Vermögenswerte und die Teilnahme an Token-basierten Wertpapierinitiativen konzentrierte. Im Jahr 2024 unterzeichnete State Street eine Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen Taurus, und im Jahr 2025 wurde State Street der erste Drittverwahrer auf der Plattform von J.P. Morgan für tokenisierte Schuldtitel. Damit rückte das Unternehmen weiter in das institutionelle RWA-Segment vor: Verwahrung von tokenisierten Anleihen, Aufzeichnung von Transaktionen und Unterstützung von Firmenkunden bei der Umstellung auf Blockchain-basierte Infrastruktur.
In der Praxis haben BlackRock und State Street zwei unterschiedliche Wege eingeschlagen: Der eine erweiterte den institutionellen Zugang zu Bitcoin und On-Chain-Fonds, während der andere das Backend für tokenisierte Finanzinstrumente aufbaute. Beide Strategien haben dem Markt eine klare Botschaft übermittelt: Digitale Vermögenswerte sind nicht länger eine Randerscheinung - sie werden Teil des institutionellen Standardinstrumentariums.
Der Schwenk im Jahr 2025 markiert die erste Abweichung von dieser Linie seit einem Jahrzehnt. Am 2. Dezember erlaubte das Unternehmen seinen Kunden, Krypto-ETFs und Investmentfonds von Drittanbietern zu kaufen und zu verkaufen, die in Bitcoin, Ethereum und andere beliebte digitale Vermögenswerte investieren. Dies bedeutet nicht, dass Vanguard seine eigenen Produkte auf den Markt bringt, aber es signalisiert, dass ein totales Verbot angesichts der Nachfrage von Millionen von Anlegern nicht mehr funktioniert.In den sozialen Medien wiesen die Nutzer schnell darauf hin, wie stark sich die Haltung des Unternehmens geändert hat. Sie verglichen die Kommentare vom letzten Jahr über den spekulativen Charakter von Bitcoin mit der aktuellen Entscheidung, Krypto-ETFs auf der Plattform zuzulassen.
Der Wandel des Unternehmens lässt sich am besten durch die Marktdynamik erklären. Als der Spot-ETF-Markt expandierte, wurde klar, dass die institutionelle Nachfrage nach regulierten Krypto-Instrumenten nicht nachlässt. BlackRock und Fidelity übernahmen schnell führende Positionen, und Vanguard lief Gefahr, der einzige große Anbieter zu werden, der seinen Kunden keinen Zugang zu dieser Anlageklasse bot. Gleichzeitig verstärkte sich der Trend zur Tokenisierung von Fonds und Schuldtiteln, der von Wettbewerbern vorangetrieben wurde, so dass es strategisch riskant war, diese Entwicklung zu ignorieren.
Aus diesem Grund erscheint der Schritt von Vanguard pragmatisch: Das Unternehmen entwickelt zwar immer noch keine eigenen Krypto-Produkte, beschränkt aber nicht mehr den Zugang zu denjenigen, die bereits zum Marktstandard geworden sind. Es ist ein Zugeständnis, das noch vor einem Jahr schwer vorstellbar gewesen wäre - und ein Signal, dass selbst die konservativsten Institutionen Kryptowährungen nicht mehr völlig "außen vor" lassen können.
Kryptowährungen sind nicht länger ein Nischeninstrument, sondern gehören zum Standardinstrumentarium von Großanlegern. Dabei handelt es sich nicht nur um einen weiteren Markttrend, sondern um eine allmähliche Integration digitaler Vermögenswerte in den Betrieb von Pensionsfonds, Brokerplattformen und institutionellen Infrastrukturen. Die großen Drei treffen keine impulsiven Entscheidungen, so dass ihr synchronisierter Einstieg in das Segment die Stabilisierung der Anlageklasse auf einem Niveau signalisiert, das früher unerreichbar schien.
Für den Markt ist dies ein Signal, dass sich Kryptowährungen von "experimentellen" Vermögenswerten zu einer Kategorie von Instrumenten entwickeln, die in einem langfristigen institutionellen Modell funktionieren können. Genau das macht das Jahr 2025 zu einem Wendepunkt für die Branche.