Berlin prüft Bieterverfahren für frühere DDR-Regierungsklinik

Berlin prüft Bieterverfahren für frühere DDR-Regierungsklinik
Ex-DDR-Klinik vor Verkauf

Die seit Jahren leerstehende frühere DDR-Regierungsklinik in Berlin-Buch rückt erneut in den Fokus der Hauptstadt, weil ein Verkauf des Areals geprüft wird. Hintergrund sind hohe Sicherungskosten und ein erheblicher Sanierungsbedarf, während für die künftige Nutzung unter anderem weiter ein Rechenzentrum im Raum steht.

Höhepunkte

  • Der Aufsichtsrat der Berliner Immobilienmanagement GmbH hat ein Bieterverfahren ohne Mindestpreis für das seit 2007 leerstehende Klinikareal in Berlin-Buch gebilligt.
  • Die vollständige Sanierung des DDR-Regierungsklinik-Komplexes wurde mit rund 210 Millionen Euro veranschlagt, was angesichts der Finanzlage Berlins als unwirtschaftlich gilt.
  • Ein alternativer Abriss mit anschließendem Neubau würde laut Bericht rund 86 Millionen Euro kosten und könnte die Verkaufsentscheidung beeinflussen.

Verkaufsoption für brachliegendes Klinikareal

Wie BILD berichtet, hat der Aufsichtsrat der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH, BIM, nach diesen Informationen ein Bieterverfahren für das Gelände gebilligt. Ein Mindestpreis soll dabei nicht festgesetzt werden, der Zuschlag soll an das höchste Gebot gehen.

Der Klinikbetrieb an dem Standort im Berliner Ortsteil Buch endete 2007, nach einigen Jahren mit regulären Patienten nach der Wiedervereinigung. Seither steht der Gebäudekomplex leer, während sich der bauliche Zustand mit überwucherten Flächen, Graffiti und beschädigten Fenstern weiter verschlechtert hat.

Eine neue gewerbliche Nachnutzung wird nach einer Änderung des Planungsrechts möglich. Über ein Landesrechenzentrum wurde dem Bericht zufolge lange verhandelt, doch das finanziell angespannte Berlin kann ein solches Projekt nicht selbst stemmen.

Kosten prägen Berlins Nutzungsentscheidung

Für die Sicherung des Areals fallen nach dem Bericht Hunderttausende Euro an, was den Verkaufsdruck erhöht. Eine vollständige Sanierung des Komplexes wurde demnach mit rund 210 Millionen Euro kalkuliert.

Als Alternative zu einem Verkauf steht ein Abriss mit anschließendem Neubau auf dem alten Grundriss im Raum. Die Kosten dafür werden in dem Bericht auf rund 86 Millionen Euro beziffert.

Das Gelände gilt wegen seiner DDR-Geschichte als besonders sensibler Standort. In der Klinik wurden früher Spitzenpolitiker, Staatsgäste und andere privilegierte Personen behandelt, auf dem Areal befand sich zudem ein abgeschirmter Bunkerbereich.

In unserem früheren Bericht über Wolfgang Kubickis Kandidatur für die FDP-Führung stand der von ihm beschriebene Bedeutungsverlust der Partei nach der Wahlniederlage im Mittelpunkt. Kubicki verband seinen Neustart-Anspruch mit scharfer Kritik an der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung und stellte besonders Finanzminister Lars Klingbeil mangelnde finanzpolitische Kompetenz aus.

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