Mykhailo Ihnatenko

Silber verliert Safe-Haven-Status durch Kapitalrotation in Aktien

Silber verliert Safe-Haven-Status durch Kapitalrotation in Aktien
Silber verliert Safe-Haven-Status durch Kapitalrotation in Aktien

Silber verliert seinen Status als reiner sicherer Hafen und wird von Anlegern zunehmend als Liquiditätsquelle genutzt. Da die Nachfrage nach Aktien und KI-bezogenen Werten wächst, fließt Kapital aus Edelmetallen ab, was den Silberpreis weiter unter Druck setzt.

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Seit dem 22. Juni ist Silber um mehr als 7 % gefallen und hat den niedrigsten Stand seit Dezember 2025 erreicht. Der Hauptgrund ist die sich ändernde Rolle von Safe-Haven-Assets. Im heutigen volatilen Umfeld nutzen Anleger Gold und Silber weniger als defensive Positionen, sondern verstärkt als Cash-Quelle, um Margin-Anforderungen zu decken und Aktienkäufe zu finanzieren, insbesondere im Technologiesektor.

Selbst die jüngste Eskalation im Nahen Osten konnte keine nachhaltige Nachfrage nach Silber generieren. Als die Sorgen um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran nachließen, begannen Anleger, ihre Edelmetallpositionen als Liquiditätsquelle für den Kauf von Aktien zu nutzen. Dies deutet darauf hin, dass der Markt Silber derzeit nicht als sicheren Hafen, sondern eher als Kapitalreserve für renditestärkere Investitionen betrachtet.

Bären visieren die nächste Liquiditätszone an 

Aus technischer Sicht bleibt Silber schwach. Nach dem Durchbruch unter ein wichtiges Unterstützungsniveau nahe dem einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (SMA) beschleunigte sich der Preis nach unten.

Die nächste Unterstützung befindet sich bei 60 $. Sollte Silber dieses Niveau nicht halten können, wird ein Test der nächsten großen Liquiditätszone nahe 57 $ immer wahrscheinlicher.

Der RSI (14) nähert sich dem überverkauften Bereich. Infolgedessen könnte der Bereich zwischen 57 $ und 60 $ kurzfristig zu einer potenziellen Konsolidierungszone werden.

Gold-Silber-Ratio deutet auf anhaltende Schwäche hin 

Ein weiteres Signal für die Schwäche von Silber liefert das Gold-Silber-Verhältnis. In den letzten Tagen ist das Verhältnis weiter gestiegen, was darauf hindeutet, dass Gold Silber outperformt.

Historisch gesehen wurde ein steigendes Gold-Silber-Verhältnis oft mit einer nachlassenden Nachfrage nach rohstoffnahen Vermögenswerten und einem sinkenden Anlegerinteresse an Industriemetallen in Verbindung gebracht.

Momentan scheint der Markt ein Szenario einzupreisen, in dem Anleger entweder die relative Sicherheit von Gold bevorzugen oder Kapital gänzlich aus Edelmetallen zugunsten von Aktien abziehen.

Dies erklärt, warum Silber nicht nur gegenüber dem Aktienmarkt, sondern auch gegenüber Gold selbst eine Underperformance aufweist.

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