WTI weitet Korrektur aus, da steigendes Angebot die geopolitische Prämie dämpft

WTI weitet Korrektur aus, da steigendes Angebot die geopolitische Prämie dämpft
USCRUDE

WTI bleibt unter Druck, nachdem ein Großteil der jüngsten geopolitischen Rallye wieder abgegeben wurde, da Händler die globalen Angebotsaussichten neu bewerten. Die jüngste Vereinbarung der wichtigsten OPEC+-Produzenten, die Fördermenge im August zu erhöhen, verstärkte die Erwartungen einer besseren Rohölverfügbarkeit, während nachlassende Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus die Risikoprämie verringert haben, die den Anstieg im Juni befeuert hatte. 

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Auch wenn die regionalen Spannungen nicht vollständig verschwunden sind, preist der Markt zunehmend eine Normalisierung der physischen Ölflüsse ein.

Sinkende US-Lagerbestände bieten teilweise Unterstützung

Die bärische Wirkung des erwarteten höheren Angebots wird weiterhin durch robuste US-Fundamentaldaten ausgeglichen. Der jüngste EIA-Bericht zeigte, dass die kommerziellen Rohölvorräte die zehnte Woche in Folge gesunken sind, wobei die Bestände unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt blieben, da die Raffinerieauslastung hoch blieb. Diese Bestandsabnahmen deuten darauf hin, dass die physische Nachfrage gesund bleibt, was das Tempo des jüngsten Rückgangs begrenzt, selbst wenn die allgemeine Stimmung vorsichtiger wird.

Technisches Bild deutet auf Verlust des bullischen Momentums hin

Der Tageschart zeigt, dass WTI seinen Rückzug ausweitet, nachdem es nicht gelang, sich über der psychologischen Marke von 70 $ zu halten. Der Preis ist unter seine kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitte gefallen, was bestätigt, dass sich das bärische Momentum nach der scharfen Umkehr von den jüngsten Höchstständen verstärkt hat. Gleichzeitig bietet der längerfristige gleitende Durchschnitt weiterhin eine wichtige Unterstützungszone. Sofern die Käufer den nahegelegenen Widerstandsbereich nicht zurückerobern, werden Erholungen wahrscheinlich eher als Korrekturen denn als Beginn eines neuen Aufwärtstrends betrachtet.

Nachfrageausblick bleibt der nächste wichtige Katalysator

Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf globale Nachfrageindikatoren, anstehende US-Inflationsdaten und Erwartungen an die Politik der Federal Reserve. Eine langsamere Wirtschaftstätigkeit könnte den Kraftstoffverbrauch belasten und den Abwärtssdruck auf die Rohölpreise verstärken, während eine stärker als erwartete Nachfrage oder erneute geopolitische Störungen schnell wieder eine Angebotsrisikoprämie herstellen könnten. Vorerst, wie auch in WTI bleibt unter Druck, da schwache US-Arbeitsmarktdaten das Nachfragerisiko erhöhen angemerkt wurde, scheint der Markt von einem geopolitisch geprägten Handel in ein makroökonomisch getriebenes Umfeld überzugehen, in dem Angebotswachstum und Nachfrageerwartungen die nächste Richtungsbewegung bestimmen werden.

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