Berliner CDU nominiert Evers als Spitzenkandidaten für Abgeordnetenhauswahl
Nach dem Rückzug von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner stellt die Berliner CDU ihre Führung wenige Monate vor der Abgeordnetenhauswahl im September neu auf. Finanzsenator Stefan Evers soll neben der Spitzenkandidatur auch kommissarisch den Landesvorsitz übernehmen, während die Partei in Umfragen unter Druck steht.
Das Wichtigste
- Die Berliner CDU nominiert Finanzsenator Stefan Evers am Freitagabend als neuen Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl im September.
- Evers übernimmt kommissarisch den CDU-Landesvorsitz von Kai Wegner, der nach der Blackout-Affäre und Kommunikationsfehlern überraschend auf seine Kandidatur verzichtet.
- In einer aktuellen RBB-Umfrage sinkt die CDU auf 17 Prozent hinter Linke (20 Prozent), Grüne (19 Prozent) und AfD (18 Prozent), während die SPD 13 Prozent erreicht.
Personalwechsel vor der Berlin-Wahl
Wie BILD berichtet, hat die Berliner CDU Finanzsenator Stefan Evers am Freitagabend nach Beratungen der Parteigremien in Charlottenburg als neuen Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl im September nominiert.Evers soll zudem kommissarisch den CDU-Landesvorsitz von Kai Wegner übernehmen. Bereits vor der Sitzung hatten sich mehrere CDU-Kreisvorsitzende für ihn ausgesprochen. Bekanntgegeben wurde die Nominierung von CDU-Fraktionschef Dirk Stettner und dem Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak. Im Laufe des Abends soll Evers noch vor die Presse treten.
Vor der Sitzung würdigt Evers seinen Vorgänger auf X und erklärt, Wegner habe Verantwortung übernommen und eine schwere persönliche Entscheidung getroffen. Zugleich betont er mit Blick auf die Wahl im September, Berlin stehe an einem Wendepunkt und die Abstimmung werde zu einer Schicksalswahl.
Druck nach Blackout-Affäre und schwachen Umfragen
Wegner hatte am Freitagnachmittag überraschend auf die Spitzenkandidatur verzichtet. Damit zieht der 53-Jährige die Konsequenzen aus der monatelangen Debatte über seine falschen Angaben zu seinem Krisenmanagement nach dem Berliner Blackout im Januar.Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz räumt Wegner kommunikative Fehler ein und sagt, das sei "auch Mist" gewesen. Der Rückzug verschärft die Krise der Berliner CDU in einer Phase, in der der politische Druck auf die Partei bereits deutlich zunimmt.
In einer aktuellen RBB-Umfrage kommt die CDU nur noch auf 17 Prozent. Damit liegt sie hinter der Linken mit 20 Prozent, den Grünen mit 19 Prozent und der AfD mit 18 Prozent, während die SPD 13 Prozent erreicht.
In unserem früheren Beitrag zum Rückzug von Kai Wegner als CDU-Spitzenkandidat vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl haben wir erläutert, wie die anhaltende Kritik am Krisenmanagement nach dem Berliner Stromausfall sowie schwache Umfragewerte die Berliner CDU zusätzlich unter Druck setzen. Zudem haben wir die Folgen des kurzfristigen Kandidatenwechsels für Führung, Kampagne und Koalitionsfähigkeit der Partei kurz vor dem Wahltermin eingeordnet.
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