Europäische Kommission leitet Kartelluntersuchung zur Vermarktung des Grippeimpfstoffs von Sanofi ein
Die EU-Regulierungsbehörden intensivieren die Überprüfung des Wettbewerbs auf dem Impfstoffmarkt, indem sie die Vermarktung des verbesserten Grippeimpfstoffs von Sanofi für ältere Erwachsene formell untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich die hauptsächlich an medizinisches Fachpersonal in Deutschland und Frankreich gerichtete Kommunikation unfair gegen einen konkurrierenden Impfstoff richtet, der für besonders gefährdete Patienten empfohlen wird.
Höhepunkte
- Die Europäische Kommission untersucht formell, ob Sanofi seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat, indem das Unternehmen CSL Seqirus' Fluad zugunsten des eigenen Grippeimpfstoffs Efluelda herabgesetzt hat.
- Die Kommission wirft Sanofi vor, in Deutschland und Frankreich eine Kampagne mit potenziell irreführenden Behauptungen geführt zu haben, die im Widerspruch zu nationalen Impfempfehlungen stehen und sich vor allem an medizinisches Fachpersonal richten.
- Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte Sanofis Verhalten gegen Artikel 102 AEUV verstoßen. Das Verfahren überträgt die Zuständigkeit auf die Kommission und ermöglicht Sanofi, Verpflichtungszusagen zur Behebung der Bedenken vorzuschlagen.
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Bedenken der Kommission bezüglich Impfstoff-Kommunikation
Wie von der Europäischen Kommission berichtet, prüft die formelle Untersuchung, ob Sanofi eine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat, indem das Unternehmen eine Kommunikationskampagne durchführte, die den Fluad-Impfstoff von CSL Seqirus zugunsten des eigenen Produkts Efluelda herabsetzte.Sanofi mit Sitz in Frankreich vermarktet Efluelda in der EU als verbesserten Grippeimpfstoff, der älteren Menschen ab 60 Jahren einen besseren Schutz bieten soll. Die Kommission erklärt, dass Efluelda mit Fluad, einem weiteren verbesserten Grippeimpfstoff, konkurriert und befürchtet, dass Sanofi den konkurrierenden Impfstoff in einer Weise als minderwertig dargestellt hat, die den nationalen Impfempfehlungen in mehreren Mitgliedstaaten widerspricht.
Zu den von der Kommission hervorgehobenen Aussagen gehören Behauptungen, dass die Evidenzlage für Fluad schwächer sei als für Efluelda, Darstellungen nationaler Empfehlungen, die irreführend oder ungenau sein könnten, sowie Aussagen in Deutschland, wonach die Empfehlung für Fluad weiterhin auf wissenschaftliche Einwände von Fachgesellschaften stoße. Die Kampagne richtete sich vor allem an medizinisches Fachpersonal in Deutschland und Frankreich, wo die Kommission Sanofi vorläufig eine marktbeherrschende Stellung zuschreibt.
Mögliche rechtliche und marktbezogene Auswirkungen
Bestätigen sich die Bedenken, könnte das Verhalten einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung nach Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union darstellen. Die Kommission betont, dass die Einleitung eines förmlichen Verfahrens keine Vorentscheidung über den Ausgang des Falls darstellt.Parallel zur Untersuchung hat die Kommission eine vorläufige Bewertung veröffentlicht, in der die wichtigsten Fakten und wettbewerbsrechtlichen Bedenken dargelegt werden. Sanofi kann nun Verpflichtungszusagen anbieten, um diese auszuräumen. Die Behörde weist außerdem darauf hin, dass sie im September 2025 unangekündigte Nachprüfungen in den Räumlichkeiten von Sanofi durchgeführt hat.
Nach EU-Recht geht mit der Einleitung eines Verfahrens die Zuständigkeit für die betreffenden Praktiken von den nationalen Wettbewerbsbehörden auf die Kommission über, während nationale Gerichte Entscheidungen vermeiden müssen, die dem Verfahren der Kommission widersprechen könnten. Die Kommission erklärt, dass es keine gesetzliche Frist für den Abschluss einer Kartelluntersuchung gibt und deren Dauer von Faktoren wie Komplexität, Kooperation der beteiligten Unternehmen und der Wahrnehmung der Verteidigungsrechte abhängt.
Unser früherer Bericht zu den Betrugszahlen der U.S. Federal Trade Commission für 2025 hob einen starken Anstieg der gemeldeten Verbraucherverluste hervor, angeführt von Betrugsfällen durch Identitätsbetrüger, die den größten Anteil der Fälle ausmachten. Wir stellten eine wachsende Besorgnis über hohe Verluste bei Menschen ab 60 Jahren fest und warnten davor, dass zunehmend ausgefeilte, KI-gestützte Methoden irreführende Botschaften schwerer erkennbar machen.
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