Die Niederlande wollen ihren Hightech-Sektor durch EU-Integration und nationale Reformen ausbauen

Die Niederlande wollen ihren Hightech-Sektor durch EU-Integration und nationale Reformen ausbauen
Niederländische Hightech-Ambitionen

Das niederländische Hightech-Ökosystem entwickelt sich zu einem wichtigen Treiber für Exporte, Wertschöpfung und Beschäftigung, doch das Land steht weiterhin vor Hürden bei der Entwicklung von Start-ups zu globalen Marktführern. Diese Einschränkungen hängen mit inländischen Engpässen und Infrastrukturgrenzen sowie mit der unvollständigen Integration des Marktes der Europäischen Union in regulierten Branchen zusammen.

Das Wichtigste

  • Der niederländische Hightech-Sektor trägt rund 11 Prozent zur Wertschöpfung und 6 Prozent zur Beschäftigung bei; beide Anteile sind in zehn Jahren um etwa 2 beziehungsweise 1 Prozentpunkte gestiegen.
  • Niederländische Hightech-Unternehmen sehen sich mit Wachstumshemmnissen durch fragmentierte EU-Vorschriften, inländische Engpässe bei Arbeitskräften und Energie sowie begrenztes Risikokapital für die Skalierung von Innovatoren in späteren Entwicklungsphasen konfrontiert.
  • Die IWF-Studie fordert beschleunigte nationale Reformen und eine tiefere Integration des EU-Binnenmarkts, um die Resilienz zu stärken, Lieferketten zu diversifizieren und schnelleres Wachstum für niederländische Innovatoren zu ermöglichen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Politische Prioritäten für die Skalierung niederländischer Innovatoren

Laut dem IWF haben die Niederlande eine der stärksten europäischen Hightech-Basen in den Bereichen Halbleiter, Photonik, digitale Technologien und Life Sciences aufgebaut. Der Sektor steht für rund 11 Prozent der Wertschöpfung und 6 Prozent der Beschäftigung. In den vergangenen zehn Jahren sind diese Anteile um etwa 2 beziehungsweise 1 Prozentpunkte gestiegen, was die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Sektors unterstreicht.

Dennoch ist die Fähigkeit des Landes, Innovationen in der Frühphase in global wettbewerbsfähige Unternehmen zu überführen, weiterhin durch Größenbeschränkungen eingeschränkt. Dem Text zufolge benötigen niederländische Start-ups häufig größere und stärker integrierte Märkte, um zu expandieren – insbesondere in stark regulierten Bereichen wie Biotechnologie, Verteidigung und digitalen Dienstleistungen, in denen fragmentierte Vorschriften in der Europäischen Union die Compliance-Kosten erhöhen und grenzüberschreitendes Wachstum verlangsamen.

Inländische Engpässe erhöhen den Druck zusätzlich. Der Mangel an Arbeitskräften und Fachkompetenzen, Engpässe im Stromnetz und stickstoffbedingte Genehmigungsbeschränkungen halten die Kosten hoch, während Unternehmen in späteren Entwicklungsphasen mit größerem Kapitalbedarf weiterhin Schwierigkeiten haben, Risikofinanzierungen zu sichern, bevor sie die Gewinnzone erreichen.

Handelsexponierung und Resilienz in einer fragmentierten Wirtschaft

Die Integration in globale Wertschöpfungsketten bleibt für die niederländische Wettbewerbsfähigkeit zentral, macht die Wirtschaft jedoch auch anfällig, da die geoökonomischen Spannungen zunehmen. Hightech-Exporte sind stark auf importierte Vorleistungen angewiesen, wobei ein wachsender Anteil aus Ländern außerhalb der Europäischen Union stammt, während die Exportnachfrage auf wenige Märkte wie Deutschland, die USA und China konzentriert ist.

Diese Kombination aus Importabhängigkeit und konzentrierten Exportmärkten wird zu einer größeren Schwachstelle, da Handelsbeschränkungen, Exportkontrollen und der Wettbewerb um Subventionen Lieferketten und Marktzugang bedrohen. Die Studie argumentiert, dass stärkere Resilienz eine breitere Verbreitung von Forschung und Entwicklung, stärker diversifizierte Lieferketten und schnellere Fortschritte bei der Energiewende sowohl auf nationaler Ebene als auch auf Ebene der Europäischen Union erfordern wird.

Dem IWF-Text zufolge sollte die politische Reaktion eine schnellere nationale Umsetzung mit einer tieferen Integration der Europäischen Union verbinden. Er verweist auf eine stärkere Umsetzung bestehender Pläne, eine bessere Koordinierung zwischen den Regierungsebenen und Initiativen wie Project Beethoven für den Halbleitersektor. Zugleich wird argumentiert, dass ein vertiefter EU-Binnenmarkt innovativen niederländischen Unternehmen die Größe, Nachfrage und den Marktzugang verschaffen würde, die sie für schnelleres Wachstum benötigen.

In unserem früheren Artikel über den Vorschlag der britischen Liberal Democrats, dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion wieder beizutreten, haben wir erläutert, wie die Partei eine engere EU-Integration mit einem geplanten Steuerentlastungspaket in Höhe von £17 Milliarden zur Verringerung der Belastungen für Haushalte verknüpft. Außerdem haben wir die politische Debatte darüber skizziert, ob die prognostizierte Wachstumsdividende durch einen besseren Marktzugang realistisch ist und wie der Plan genutzt wird, um die wirtschaftspolitische Argumentation vor dem nächsten Budget zu schärfen.

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