EIOPA treibt regulatorische Vereinfachung für Europas Versicherungs- und Altersvorsorgesektoren voran

EIOPA treibt regulatorische Vereinfachung für Europas Versicherungs- und Altersvorsorgesektoren voran
EU baut Bürokratie im Versicherungswesen ab

Europäische Versicherer und Anbieter betrieblicher Altersversorgung sehen sich mit einem umfassenderen Bestreben konfrontiert, EU-Vorschriften zu straffen, da Regulierungsbehörden die Komplexität verringern wollen, ohne die Aufsicht zu schwächen. Das jüngste Update der EIOPA zeigt bereits erzielte Fortschritte bei Berichterstattung, Leitlinien und Aufsicht auf und versteht Vereinfachung als fortlaufendes Prinzip statt als einmalige Überprüfung.

Das Wichtigste

  • EIOPA setzte für Einzelunternehmen unter Solvency II eine Kürzung der vierteljährlichen Meldevorlagen um 26% und der jährlichen Meldevorlagen um 30% um, mit noch stärkeren Reduzierungen für kleinere Unternehmen.
  • EIOPA überprüfte und kürzte 25 Leitliniensätze um etwa ein Drittel, führte einen neuen Proportionalitätsrahmen ein und reduzierte die Häufigkeit von Bottom-up-Stresstests.
  • EIOPA setzt sich für eine frühere Einbindung in den Gesetzgebungsprozess, schrittweise Umsetzungsfristen, ergebnisorientierte Prinzipien und eine integrierte, digitalfreundliche Berichterstattung ein, um Aufsicht und Compliance zu straffen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Vereinfachungsmaßnahmen und regulatorische Prioritäten

Wie von EIOPA berichtet, hat die Behörde eine Folgenotiz zu ihrem Vereinfachungsansatz veröffentlicht. Darin werden bereits unternommene Schritte und weitere Pläne zur Verringerung des Verwaltungsaufwands in den Bereichen Versicherung und betriebliche Altersversorgung dargelegt.

Der Behörde zufolge erfolgt das Vorhaben, während Europa auf geopolitische, wirtschaftliche und technologische Veränderungen reagiert. Ein einfacherer und effizienterer Rahmen für Finanzdienstleistungen gilt dabei als wichtig für Wachstum, Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. EIOPA argumentiert, dass die Vereinfachung in der EU von einer europäischen Perspektive geleitet werden sollte, die auf konvergente Vorschriften und Aufsichtspraktiken setzt und zugleich eine Fragmentierung im Binnenmarkt vermeidet.

Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen gehören eine Kürzung der vierteljährlichen Meldevorlagen um 26% und eine Reduzierung der jährlichen Meldevorlagen um 30% für Einzelunternehmen gemäß der überarbeiteten Solvency-II-Richtlinie. Für kleine und nicht komplexe Unternehmen fallen die Kürzungen mit 36% beziehungsweise 44% noch stärker aus.

EIOPA teilt zudem mit, dass sie 25 Leitliniensätze überprüft und um etwa ein Drittel gekürzt sowie bei neuen Maßnahmen der Ebene 3 einen vereinfachungsorientierten Ansatz angewandt hat. Weitere Maßnahmen umfassen einen neuen Proportionalitätsrahmen unter Solvency II, die stärkere Nutzung bereits gemeldeter Daten anstelle neuer Meldeanforderungen, seltener durchgeführte Bottom-up-Stresstests, stärkere Top-down-Analysekapazitäten und eine einfachere Struktur der internen Arbeitsgruppen.

Auswirkungen auf die EU-Aufsicht und Marktoperationen

EIOPA erklärt, dass sie weiterhin eine bessere Abstimmung zwischen horizontalen und sektorspezifischen Rechtsvorschriften anstreben und eine integrierte, digitalfreundliche Datenberichterstattung für Unternehmen und Aufsichtsbehörden fördern wird. Sie unterstützt zudem stärker ergebnisorientierte Prinzipien in verbraucherbezogenen Rechtsvorschriften anstelle vorgeschriebener Prozesse und umfangreicher Dokumentationspflichten.

Im Gesetzgebungsverfahren fordert die Behörde eine frühere und stärker strukturierte Einbindung, damit sie den EU-Mitgesetzgebern bei der Bewertung von Bedarf, Umfang und Umsetzbarkeit technischer Mandate helfen kann. Sie argumentiert außerdem, dass sich überschneidende Anforderungen aus verschiedenen Gesetzen sorgfältiger zeitlich staffeln lassen sollten, mit schrittweisen Umsetzungsfristen, um operativen Druck und unnötige Komplexität zu begrenzen.

Für die Aufsicht erklärt EIOPA, dass klare, konsistente und wirksam durchgesetzte Vorschriften die Compliance für Unternehmen in ganz Europa selbst vereinfachen können. Sie ergänzt, dass ein strukturierterer Dialog mit der Branche und eine engere Koordinierung zwischen den Aufsichtsbehörden die Fragmentierung verringern und die Aufsicht im gesamten Binnenmarkt vorhersehbarer und effizienter machen könnten.

Unser früherer Artikel über den von der SEC vorgeschlagenen Rückbau der Prüfungsbescheinigung zu internen Kontrollen nach Sarbanes-Oxley erläuterte, wie US-Regulierungsbehörden mehr börsennotierte Unternehmen von diesen Vorgaben befreien wollen, um Compliance-Kosten zu senken und IPO-Aktivitäten zu fördern. Wir wiesen auf den Umfang der geplanten Ausnahmen und die erwarteten Einsparungen bei Prüfungsgebühren hin, ebenso wie auf Bedenken von Anleger- und Prüfungsverbänden hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Qualität interner Kontrollen und der Finanzberichterstattung.

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