EIOPA legt abschließende Empfehlungen zur Vereinfachung der EU-Taxonomie-Berichterstattung für Versicherer vor
Die europäischen Versicherungsaufsichtsbehörden wollen die Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Branche im Rahmen der EU-Taxonomie weiterentwickeln. Die jüngsten Empfehlungen der EIOPA zielen darauf ab, die Offenlegungspflichten zu vereinfachen und zugleich vergleichbare Informationen über ökologisch nachhaltige Versicherungsaktivitäten zu erhalten.
Das Wichtigste
- Die EIOPA empfiehlt, den Underwriting-KPI in Adaptation Underwriting KPI umzubenennen, die zulässigen Geschäftsbereiche auf acht oder die drei klimarelevantesten zu beschränken und die Aufschlüsselung von Gas- und Nuklearaktivitäten zu streichen.
- Die EIOPA empfiehlt, je nach Relevanz der Geschäftstätigkeit entweder den Investment-KPI oder den Underwriting-KPI anstelle eines gewichteten Durchschnitts zur Messung sektorübergreifender Engagements gegenüber Versicherungsunternehmen heranzuziehen.
- Die Europäischen Aufsichtsbehörden schlagen vollständige Taxonomie-Angaben auf Ebene des Mutterunternehmens vor, ergänzt durch vereinfachte Angaben wesentlicher Tochterunternehmen, und wollen die Pflicht zur Angabe eines Betriebsausgaben-KPI abschaffen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Vorgeschlagene Änderungen bei Underwriting- und Berichtskennzahlen
Wie von der EIOPA berichtet, hat die Behörde auf Anfrage der Europäischen Kommission ihre abschließenden Empfehlungen zur Überprüfung der Offenlegungspflichten für Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen nach dem delegierten Rechtsakt zu den Offenlegungspflichten der Taxonomie veröffentlicht.Die Empfehlungen konzentrieren sich auf gezielte Anpassungen des bestehenden Underwriting-Key-Performance-Indikators (KPI), um Unstimmigkeiten in der derzeitigen Berichterstattung zu beheben. Die EIOPA schlägt vor, die Kennzahl in „Adaptation Underwriting KPI“ umzubenennen, um ihren Schwerpunkt auf die Anpassung an den Klimawandel besser widerzuspiegeln.
Außerdem empfiehlt sie eine einheitliche Methode zur Berechnung des Zählers. Dabei sollen nur relevante Verträge ausgewiesen und nur die Anteile der gebuchten Bruttoprämien oder der Versicherungsumsätze berücksichtigt werden, die auf klimabedingte Gefahren entfallen. Für den Nenner schlägt die EIOPA eine Beschränkung auf acht zulässige Geschäftsbereiche vor, um Relevanz und Vergleichbarkeit zu verbessern. Gleichzeitig regt sie eine alternative Möglichkeit an, nach der Versicherer nur eine Auswahl dieser Geschäftsbereiche melden könnten, sofern die drei aus Sicht der Klimaanpassung relevantesten Bereiche enthalten sind.
Um den Berichtsaufwand weiter zu verringern, empfiehlt die EIOPA, die Aufschlüsselung von Gas- und Nuklearaktivitäten aus den Berichtsvorlagen zu streichen. Diese Informationen seien für das Underwriting nicht relevant und für die Investitionen von Versicherern im Allgemeinen nicht wesentlich. Die Behörde erklärt zudem, dass die mögliche Einführung eines KPI für versicherte grüne Aktivitäten, mit dem die unterstützende Rolle des Underwritings mithilfe eines Durchschauansatzes gemessen werden soll, in fünf Jahren erneut geprüft werden sollte.
Sektorübergreifende Auswirkungen für Finanzgruppen
Neben der Underwriting-Kennzahl schlägt die EIOPA Änderungen am kombinierten KPI zur Messung der Engagements gegenüber Versicherungsunternehmen vor. Anstelle des derzeitigen gewichteten Durchschnitts empfiehlt sie, je nach Relevanz der jeweiligen Geschäftsaktivität entweder den Investment-KPI oder den Underwriting-KPI als Referenzkennzahl heranzuziehen.Zu umfassenderen sektorübergreifenden Fragen erklärt die EIOPA gemeinsam mit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde und der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, dass Finanzunternehmen nicht verpflichtet werden sollten, einen KPI für Betriebsausgaben in die Taxonomie-Berichterstattung aufzunehmen – auch nicht auf freiwilliger Basis.
Die Europäischen Aufsichtsbehörden befürworten außerdem eine vereinfachte Berichterstattung auf Gruppenebene. Sie empfehlen, vom Mutterunternehmen vollständige Angaben zu verlangen und diese bei Bedarf durch vereinfachte Angaben wesentlicher Tochterunternehmen zu ergänzen. Zur Messung des Gruppenengagements sollte der KPI des Mutterunternehmens statt eines gewichteten Durchschnitts verwendet werden.
In unserem früheren Artikel über Mario Draghis Warnung vor dem makroökonomischen Zielkonflikt wurde erläutert, wie es die Schuldendynamik verschärfen und den Inflationsdruck durch eine „fiskalische Dominanz“ erhöhen kann, wenn die Zinsen zu lange über dem Wachstum gehalten werden. Der Artikel hob auch Draghis Forderung hervor, dass Zentralbanken die Inflation bekämpfen und zugleich unnötige Wachstumsverluste vermeiden sollten. Ergänzend dazu seien Maßnahmen auf EU-Ebene – etwa die Marktintegration und gezielte Investitionsförderung – erforderlich, um Produktivität und Widerstandsfähigkeit zu sichern.
Neueste EIOPA Nachrichten
- Forex
- Crypto