De Cos und Knot gelten als Favoriten für Lagardes Nachfolge an der EZB-Spitze

De Cos und Knot gelten als Favoriten für Lagardes Nachfolge an der EZB-Spitze
De Cos und Knot konkurrieren um Lagardes Nachfolge an der EZB-Spitze

​Die europäischen Staats- und Regierungschefs treffen sich am 26. und 27. November in Brüssel, um über die Nachfolge von Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank zu beraten. Ihre Entscheidung, am 7. Februar 2027 zurückzutreten, hat den Wettbewerb um die Führung beschleunigt – mit möglichen Folgen für die Geldpolitik in der gesamten Eurozone.

Das Wichtigste

  • Gespräche über die EZB-Nachfolge für den 26. und 27. November angesetzt.
  • Lagarde tritt am 7. Februar 2027 zurück.
  • De Cos und Knot führen das Rennen um die Nachfolge an.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Wie Bloomberg berichtete, rechnet EU-Ratspräsident Antonio Costa damit, dass sich die Staats- und Regierungschefs im November auf einen bevorzugten Kandidaten einigen und im Dezember eine endgültige Entscheidung treffen. Der beschleunigte Zeitplan folgt auf Lagardes Ankündigung am Donnerstag, vorzeitig zurückzutreten. Ihr Ausscheiden erfolgt fast neun Monate vor Ablauf ihrer achtjährigen Amtszeit im Oktober 2027.

De Cos und Knot gelten als aussichtsreichste Kandidaten

Pablo Hernández de Cos, der ehemalige Gouverneur der Banco de España und heutige Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sowie Klaas Knot, der frühere Präsident der niederländischen Zentralbank, gelten als aussichtsreichste Kandidaten. In einer Umfrage unter Ökonomen im Oktober wurde De Cos als Favorit ermittelt. Die Verhandlungen zwischen den europäischen Regierungen könnten jedoch einen anderen Kandidaten ins Rennen bringen.

Die Ernennung erfordert die Zustimmung der Regierungen der Eurozone. Die Finanzminister bereiten eine Empfehlung vor, und das Europäische Parlament wird in das Konsultationsverfahren einbezogen. Bundeskanzler Friedrich Merz rechnet mit einer Entscheidung noch vor Jahresende. Den Staats- und Regierungschefs bleibt somit nur wenig Zeit, um eine der einflussreichsten wirtschaftspolitischen Personalentscheidungen Europas auszuhandeln.

Der Wettbewerb könnte zudem Teil einer umfassenderen Neuaufstellung werden. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel plant, Anfang 2027 vorzeitig auszuscheiden, während die Amtszeit von Chefvolkswirt Philip Lane im Mai endet. Die Regierungen könnten daher über alle drei Positionen gemeinsam verhandeln und dabei nationale Interessen und institutionelle Erfahrung abwägen.

Lagardes Rücktritt wirft Fragen zur Unabhängigkeit der EZB auf

Lagarde übernahm im November 2019 das Amt der EZB-Präsidentin und folgte auf Mario Draghi. Ihr vorzeitiger Rücktritt erfolgt amid Spekulationen über eine mögliche künftige Rolle beim Weltwirtschaftsforum und ihr Interesse an den Entwicklungen rund um die französische Präsidentschaftswahl.

Der Zeitpunkt hat politische Bedeutung, da der französische Präsident Emmanuel Macron an der Auswahl ihrer Nachfolge beteiligt sein wird, bevor seine Amtszeit endet. Das könnte die Prüfung der Unabhängigkeit der EZB verschärfen, insbesondere angesichts der politischen Unsicherheit in Frankreich und des zunehmenden Drucks an den Staatsanleihemärkten.

Lagardes Rücktritt bricht zudem mit der Erwartung, dass EZB-Präsidenten ihre volle achtjährige Amtszeit absolvieren. Vor ihr war Wim Duisenberg der einzige Präsident, der vorzeitig ausschied – aufgrund einer Vereinbarung, die vor Aufnahme des Geschäftsbetriebs der Institution im Jahr 1998 getroffen worden war.

Geldpolitik und Anleihemärkte erhöhen den Einsatz

Der nächste EZB-Präsident wird die Geldpolitik für 21 Länder der Eurozone und mehr als 350 Millionen Menschen verantworten. Die Ernennung erfolgt, während die Zentralbank mit energiegetriebener, mit dem Iran-Konflikt verbundener Inflation, steigenden staatlichen Kreditkosten und Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung im Dezember konfrontiert ist.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag nach der Ankündigung bei rund 3,36 %, während der Renditeaufschlag vergleichbarer französischer Anleihen bei etwa 154 Basispunkten blieb. Dieser Spread spiegelt die Sorgen der Anleger um die französischen Staatsfinanzen und das Risiko einer umfassenderen Finanzinstabilität wider.

Für die Märkte werden die Gespräche im November erste Hinweise darauf liefern, ob die europäischen Staats- und Regierungschefs für Kontinuität in der Politik oder einen anderen Kurs bei Inflation und Finanzstabilität eintreten. Die Ernennung im Dezember könnte darüber entscheiden, wer diese Herausforderungen übernimmt, wenn Lagarde im Februar ausscheidet.

Wie wir bereits berichteten, belässt die EZB die Zinssätze bei 2,5 %, während der Inflationsdruck anhält.

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