Brent überschreitet erstmals seit Juli 100 $, da die Versorgungsrisiken zunehmen

Brent überschreitet erstmals seit Juli 100 $, da die Versorgungsrisiken zunehmen
Brent überschreitet 100 $, da die Risiken für die Versorgung aus dem Nahen Osten steigen

​Brent-Rohöl stieg am Mittwoch erstmals seit dem 24. Juli über 100 $ pro Barrel, da die zunehmenden Feindseligkeiten im Nahen Osten die Sorgen über die Verfügbarkeit von Rohöl aus der Region verstärkten. Damit setzt sich eine starke Rally fort, die an Dynamik gewonnen hat, da sich die Angriffe über die Straße von Hormus hinaus ausbreiteten und alternative Exportwege bedrohen.

Das Wichtigste

  • Brent überschritt erstmals seit dem 24. Juli die Marke von 100 $.
  • Die Ölströme durch die Straße von Hormus sind zuletzt auf unter 2 Millionen Barrel pro Tag gefallen.
  • Angriffe auf Einrichtungen in Saudi-Arabien erhöhen die Risiken für Lieferungen durch das Rote Meer.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Brent -Rohöl-Futures wurden laut den neuesten Marktdaten bei 99,72 $ pro Barrel gehandelt und lagen damit 1,84 % höher, während die Futures auf US West Texas Intermediate um 1,26 % auf 94,20 $ stiegen. Zu Beginn der Sitzung überschritt Brent die Marke von 100 $, da erneute Angriffe und der stark reduzierte Verkehr durch die Straße von Hormus die Händler dazu veranlassten, ein höheres Versorgungsrisiko einzupreisen, berichtete Reuters.

Versorgungssorgen breiten sich über Hormus hinaus aus

Die jüngste Rally folgte auf Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi auf Energieanlagen in Saudi-Arabien in dieser Woche. Ölanlagen wurden in Brand gesetzt, wodurch die Möglichkeit steigt, dass die Störungen auch die Rohöllieferungen durch das Rote Meer beeinträchtigen könnten.

Diese Route ist zunehmend wichtiger geworden, da der Verkehr durch die Straße von Hormus seit Beginn des US-iranischen Krieges am 28. Februar stark zurückgegangen ist. In der Woche vor der Wiederaufnahme der Kämpfe am 30. August wurden laut Rystad Energy täglich rund 8 Millionen bis 9 Millionen Barrel durch Hormus transportiert. In jüngerer Zeit sind die Ströme auf unter 2 Millionen Barrel pro Tag gefallen.

Brent ist seit Anfang August um rund 25 % gestiegen, da die Erwartungen an eine dauerhafte Lösung des Konflikts nachgelassen haben. Der veränderte Ausblick hat Goldman Sachs, Bank of America und HSBC dazu veranlasst, ihre Prognosen für die Ölpreise anzuheben.

Globale Versorgungspuffer geraten unter Druck

Eine höhere Produktion in den USA, Kanada und Guyana bietet einen gewissen Schutz vor Störungen im Nahen Osten, kann die Ausfälle regionaler Fördermengen jedoch möglicherweise nicht vollständig ausgleichen. Die Internationale Energieagentur prognostizierte im vergangenen Monat, dass das weltweite Ölangebot in diesem Jahr um 4,3 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen werde, was etwa 4 % entspricht.

Gleichzeitig steht die OPEC intern wegen der künftigen Förderkapazität unter Druck. Der Irak strebt eine höhere Produktionsbasis an, während die Gruppe prüft, wie viel die einzelnen Mitglieder im kommenden Jahr nachhaltig fördern können. Die Überprüfung findet statt, während sich die Organisation nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuelas Überlegungen zu seiner künftigen Mitgliedschaft auch Fragen zum Zusammenhalt stellen muss.

Die Schwelle von 100 $ erhöht die wirtschaftlichen Risiken

Brents Anstieg über 100 $ ist nicht nur für die Energiemärkte von Bedeutung. Ein längerer Zeitraum mit erhöhten Rohölpreisen könnte die Kraftstoff- und Transportkosten steigern, den Inflationsausblick erschweren und die Erwartungen an die Geldpolitik beeinflussen.

Die unmittelbare Frage ist, ob sich die gestörten Exporte aus dem Nahen Osten erholen können. Da die Ölströme durch die Straße von Hormus zuletzt unter 2 Millionen Barrel pro Tag lagen und Angriffe nun die Infrastruktur Saudi-Arabiens sowie die Schifffahrt im Roten Meer bedrohen, verfügt der Markt über weniger verlässliche Wege, um ausgefallene Lieferungen zu ersetzen. Dadurch reagieren die Ölpreise zunehmend empfindlich auf jede neue Eskalation.

Zuvor berichteten wir, dass der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreift.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.