EU-Vorschlag würde Krypto-Aufsicht unter ESMA zentralisieren, da MiCA-Bedenken bestehen
Die Europäische Kommission hat einen bahnbrechenden Vorschlag vorgelegt, der die Befugnisse der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) erheblich erweitert und ihr direkte Aufsichtsbefugnisse über Krypto-Asset-Service-Provider (CASPs), Handelsplätze und zentrale Gegenparteien einräumt.
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Wenn das Europäische Parlament und der Rat dem Vorschlag zustimmen, würde die ESMA ähnlich wie die US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) arbeiten und eine zentrale Aufsichtsbehörde für digitale Vermögenswerte und breitere Kapitalmärkte in der EU schaffen, berichtet Cointelegraph.
Der Vorschlag folgt dem zunehmenden Druck Frankreichs, Österreichs und Italiens, die jeweils argumentieren, dass die ungleiche Durchsetzung in den Mitgliedsstaaten - hervorgehoben durch die vernichtende Überprüfung der maltesischen Krypto-Aufsicht durch die ESMA im Juli - Regulierungslücken schafft, die die MiCA untergraben. Diese Regierungen haben sogar davor gewarnt, das "Passporting" von Lizenzen aus Ländern zu blockieren, die sie als zu freizügig ansehen. Das Paket enthält auch Forderungen nach strengeren Regeln für Krypto-Aktivitäten außerhalb der EU, verbesserten Cybersicherheitsanforderungen und einer erneuten Überprüfung der Regeln für Token-Angebote.
Lagardes Vision einer europäischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) gewinnt inmitten von Wettbewerbsbedenken an Zugkraft
Der Schritt markiert einen wichtigen Schritt in Richtung eines Konzepts, das erstmals von EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Jahr 2023 ins Spiel gebracht wurde, als sie argumentierte, dass eine "europäische SEC" notwendig sei, um grenzüberschreitende systemische Risiken zu bewältigen, die von großen Finanz- und Kryptounternehmen ausgehen. Die fragmentierte europäische Regulierungslandschaft, die auf Dutzende von nationalen Behörden verteilt ist, wird seit langem als Hindernis für die Kapitalbildung und die Skalierung von Start-ups angesehen.
Im Gegensatz dazu belaufen sich die Kapitalmärkte in den USA - unterstützt durch eine zentralisierte Durchsetzung der Vorschriften - auf fast 270 % des BIP, verglichen mit nur 73 % in der EU. Die Kommission hofft, dass eine stärkere, einheitliche Aufsicht unter der ESMA dazu beitragen könnte, diese Lücke zu schließen und die Schaffung von Wohlstand in der gesamten Union zu fördern. Die bevorstehenden politischen Verhandlungen sind jedoch von großer Bedeutung, da die Mitgliedsstaaten nun darüber debattieren, wie viele Befugnisse von den nationalen Regulierungsbehörden auf die in Paris ansässige Behörde übertragen werden sollen.
Die Industrie warnt davor, dass die Zentralisierung der ESMA die Innovation im Bereich Fintech und Krypto bremsen könnte
Führende Vertreter der Krypto- und Fintech-Branche warnen davor, dass eine weitreichende Kontrolle durch die ESMA ungewollt die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Bereich der digitalen Finanzen beeinträchtigen könnte. Faustine Fleuret, Leiterin der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten bei Morpho, sagte gegenüber Cointelegraph, dass die Konzentration der Aufsicht auf EU-Ebene die Genehmigungen verlangsamen, die Komplexität der Einhaltung von Vorschriften erhöhen und enorme Ressourcen erfordern könnte, die Entscheidungen für aufstrebende Startups verzögern könnten.
Kleinere Unternehmen sind oft auf eine enge Zusammenarbeit mit ihren nationalen Regulierungsbehörden angewiesen - Beziehungen, die unter der ESMA-First-Aufsicht verwässert werden könnten. Kritiker befürchten, dass dies Europas Attraktivität als Startrampe für Web3-Innovationen schmälern könnte, gerade jetzt, wo MiCA online geht. Dennoch argumentieren die Befürworter, dass eine robuste, konsequente Durchsetzung unerlässlich ist, um Regulierungsarbitrage zu verhindern und das Vertrauen in die sich entwickelnde Marktinfrastruktur für digitale Vermögenswerte in Europa zu gewährleisten.
Kürzlich haben wir darüber berichtet, dass der CEO von Ripple, Brad Garlinghouse, eine seiner optimistischsten Prognosen abgegeben hat, in der er vorhersagt, dass Bitcoin bis Ende 2026 einen Wert von 180.000 Dollar erreichen wird.
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