Ein Papier der EZB stellt die tatsächliche Dezentralisierung großer DeFi-DAOs in Frage

Ein Papier der EZB stellt die tatsächliche Dezentralisierung großer DeFi-DAOs in Frage
DeFi-Governance-Konzentration könnte MiCA-Ausnahmen in Frage stellen

Ein Arbeitspapier der Europäischen Zentralbank stellt den Grad der Dezentralisierung in крупнейшие DeFi DAOs in Frage, der es ihnen derzeit erlaubt, außerhalb des Anwendungsbereichs der MiCA-Regulierung zu bleiben. Auch wenn das Dokument nicht die offizielle Position der EZB darstellt, könnten neu entstehende Konzentrationsformen zusätzliche regulatorische Maßnahmen erfordern, ähnlich denen, die im traditionellen Finanzwesen angewandt werden.

Höhepunkte

  • EZB-Papier stellt hohe Konzentration in der Führung der wichtigsten DeFi DAO fest
  • Top-Token-Inhaber kontrollieren über 80 % der führenden Protokolle
  • Befunde könnten Regulierungsbehörden dazu veranlassen, die DeFi-Aufsicht zu verschärfen

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Unzureichende Dezentralisierung und versteckte Kontrolle

Die Verordnung der Europäischen Union über Märkte für Krypto-Assets(MiCA) schließt derzeit "vollständig dezentralisierte" Dienstleistungen aus ihrem Anwendungsbereich aus. Die Autoren des am 26. März veröffentlichten Arbeitspapiers der EZB kommen jedoch zu dem Schluss, dass die größten dezentralen autonomen Organisationen (DAOs) im DeFi-Sektor stark konzentriert sind, was es schwierig macht, zu bestimmen, wer unter die MiCA-Aufsicht fallen sollte.

Das Papier untersucht Aave, MakerDAO, Ampleforth und Uniswap und stellt fest, dass, obwohl die Governance-Token über Zehntausende von Adressen verteilt sind, die 100 größten Inhaber mehr als 80 % des Angebots in jedem Protokoll kontrollieren.

Auf der Grundlage von Token-Besitzdaten von November 2022 und Mai 2023 stellten die Autoren fest, dass ein erheblicher Teil der Governance-Token entweder mit den Protokollen selbst oder mit zentralen und dezentralen Börsen verbunden sein kann, wobei Binance als größter zentraler Inhaber über alle vier Protokolle hinweg identifiziert wurde.

Die Studie analysierte auch, wer tatsächlich über wichtige Vorschläge abstimmt, und stellte fest, dass sich die Stimmkraft weitgehend auf Delegierte konzentriert, die Stimmrechte von kleineren Token-Inhabern erhalten.

So kontrollieren die 20 größten Wähler in Ampleforth 96 % der delegierten Stimmrechte, während die 10 größten Wähler in MakerDAO 66 % und die 18 größten in Uniswap 52 % kontrollieren.

Etwa ein Drittel der größten Wähler kann nicht öffentlich identifiziert werden. Unter denjenigen, die identifiziert werden können, sind die größten Gruppen Privatpersonen und Web3-Unternehmen, gefolgt von universitären Blockchain-Communities und Risikokapitalfirmen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass diese Ergebnisse die Vorstellung in Frage stellen, dass DAOs ausreichend dezentralisiert sind, und Fragen zur Rechenschaftspflicht aufwerfen, insbesondere in Fällen, in denen die Regulierung unklar bleibt.

In einigen Fällen können diese Strukturen verdeckte Formen der Konzentration und Governance-Risiken darstellen, die denen des traditionellen Finanzwesens ähneln oder sie sogar übertreffen.

Implikationen für die DeFi-Regulierung

Das EZB-Papier wirft eine umfassendere Frage auf: Inwieweit spiegelt die formale Dezentralisierung die tatsächliche Machtverteilung wider? Wenn sich die Stimmrechtskontrolle auf eine kleine Gruppe von Delegierten und Großaktionären konzentriert, könnten die Regulierungsbehörden beginnen, DAOs nicht als neutrale Infrastruktur, sondern als Unternehmen mit erkennbaren Einflusszentren zu behandeln.

Infolgedessen müssen einige DeFi-Projekte entweder die echte Dezentralisierung stärken - durch Stimmrechtsstreuung, Anti-Wal-Mechanismen und Transparenz der Delegierten - oder sich an regulatorische Rahmenbedingungen anpassen, die den traditionellen Finanzinstituten ähnlicher sind.

Aus der Investitionsperspektive könnte dies eine Neubewertung der Risiken von Governance-Token auslösen. Token, die einst als Werkzeuge für eine dezentralisierte Beteiligung angesehen wurden, könnten zunehmend unter dem Aspekt des regulatorischen Drucks und der Zentralisierungsrisiken bewertet werden.

Dieser Trend könnte auch die Entwicklung neuer Governance-Modelle beschleunigen, wie z. B. quadratische Abstimmungen, reputationsbasierte Systeme oder Begrenzungen der Stimmenkonzentration, da DeFi versucht, seinen dezentralen Status zu erhalten.

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