Kyle Torpey

EU verpflichtet Hersteller von Krypto-Wallets, Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden zu melden

EU verpflichtet Hersteller von Krypto-Wallets, Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden zu melden
EU räumt Herstellern von Krypto-Wallets 24 Stunden zur Meldung von Schwachstellen ein

​Hersteller von Hardware- und Software-Krypto-Wallets in der EU müssen aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsprobleme nun innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden melden. Unternehmen, die die Vorgaben nicht einhalten, drohen Geldbußen von bis zu 15 Mio. € (17,3 Mio. $) oder 2,5 % ihres weltweiten Jahresumsatzes.

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Laut der offiziellen Website sind die neuen Vorschriften Teil des EU-Gesetzes zur Cyberresilienz (Cyber Resilience Act, CRA). Die Anforderungen an die Meldung von Schwachstellen traten am 11. September in Kraft und gelten für Produkte mit digitalen Elementen, die auf dem europäischen Markt bereitgestellt werden.

Die Europäische Kommission erklärte, die Änderungen sollten den Schutz von Verbrauchern und Unternehmen vor Cyberbedrohungen stärken. Die Anforderungen beschränken sich nicht auf die Kryptoindustrie, sondern gelten auch für Hersteller von Hardware- und Software-Wallets.

Unternehmen haben 24 Stunden für eine erste Warnmeldung

Wird eine schwerwiegende Schwachstelle entdeckt, müssen Hersteller innerhalb von 24 Stunden eine Frühwarnung übermitteln. Eine vollständige Meldung muss innerhalb von 72 Stunden folgen.

Nachdem das Problem behoben oder entschärft wurde, muss das Unternehmen innerhalb von 14 Tagen einen Abschlussbericht einreichen. Bei schwerwiegenden Vorfällen muss die abschließende Dokumentation innerhalb eines Monats vorgelegt werden.

Bei Nichteinhaltung kann eine Verwaltungsgeldbuße von bis zu 15 Mio. € oder 2,5 % des weltweiten Gesamtjahresumsatzes des Unternehmens verhängt werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die Bereitstellung falscher, unvollständiger oder irreführender Informationen kann eine separate Geldbuße von bis zu 5 Mio. € nach sich ziehen.

Die neuen Anforderungen traten nach mehreren Vorfällen mit Anbietern von Krypto-Wallets in Kraft. Im September erklärte Trezor, dass eine Datenpanne beim Logistikpartner ShipMonk zusätzlich 67.000 US-Kunden betroffen haben könnte, verglichen mit einer ursprünglichen Schätzung von 14.000.

Trezor und BitBox warnten Nutzer zudem vor Phishing-E-Mails, die nach der mutmaßlichen Kompromittierung von E-Mail-Diensten Dritter als dringende Sicherheitswarnungen getarnt waren. Im Juni identifizierte Zilliqa eine Schwachstelle in seiner Ledger-App, die Angreifern mithilfe öffentlich verfügbarer Onchain-Daten möglicherweise die Wiederherstellung privater Schlüssel ermöglicht hätte.

EU verschärft Aufsicht über den Kryptomarkt

Europäische Regulierungsbehörden verstärken zudem die Kontrolle anderer Segmente des Marktes für digitale Vermögenswerte. ESMA hat die Mechanismen infrage gestellt, mit denen die größten Prognosemarktplattformen den Zugang für Nutzer in bestimmten EU-Ländern beschränken.

Die Regulierungsbehörde wies darauf hin, dass den größten Anbietern in der Regel die erforderliche Genehmigung fehlt, um solche Kontrakte in der Europäischen Union zu vermarkten und zu verkaufen. ESMA äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit der geografischen Beschränkungen, mit denen Plattformen den Zugang zu ihren Produkten kontrollieren.

Zuvor berichteten wir, dass das polnische Parlament es nicht geschafft hat, ein Präsidialveto gegen einen Gesetzentwurf zur Kryptoregulierung zu überstimmen. Die Abstimmung erfolgte inmitten eines sich ausweitenden Skandals um die Kryptobörse Zondacrypto.

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