Im Trend: Warum die Alibaba-Aktie erneut fällt

Im Trend: Warum die Alibaba-Aktie erneut fällt
Warum Alibaba in Schwierigkeiten geriet

Alibaba baute sein Geschäft auf den elektronischen Handel und die Lieferung von Waren aus China auf, versuchte aber im Laufe der Zeit, über den Online-Handel hinauszugehen und sich in einen Technologieriesen zu verwandeln. Nicht alle Initiativen erwiesen sich jedoch als erfolgreich, was letztlich zu umfangreichen Entlassungen und einem Rückgang der Aktien führte.

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Schwache Gewinne und Milliardenverluste

Alibaba veröffentlichte am 19. März seine Finanzergebnisse für das letzte Quartal. Der Nettogewinn sank um 67 %, während der Umsatz mit rund 41,3 Milliarden US-Dollar deutlich unter den Markterwartungen lag.

Grund für die schwache Performance sind steigende Kosten und ein schleppendes Wachstum in wichtigen Geschäftsbereichen. Insbesondere gibt das Unternehmen weiterhin viel Geld für die Entwicklung neuer Bereiche aus, darunter künstliche Intelligenz.

Die Reaktion des Marktes erfolgte sofort. Die in den USA notierten Aktien von Alibaba fielen an einem einzigen Tag um mehr als 7 % und verzeichneten damit den stärksten Rückgang seit Oktober. Die in Hongkong notierten Aktien fielen ebenfalls um etwa 6 %. Insgesamt verlor das Unternehmen innerhalb von 24 Stunden rund 23 Milliarden Dollar an Marktwert. Die Alibaba-Aktie notiert jetzt bei etwa 125 $ und damit weit unter ihrem Allzeithoch von etwa 319 $, das 2020 erreicht wurde.

Aktienkursentwicklung von Alibaba. Quelle: TradingView

Wetten auf KI und Massenentlassungen

Die schwachen Gewinne von Alibaba spiegeln ein tieferes Problem wider: Das Unternehmen versucht seit mehreren Jahren, sein Geschäft umzustrukturieren und einen neuen Wachstumsmotor zu finden. Sein Hauptaugenmerk liegt nun auf der künstlichen Intelligenz. Alibaba will seinen kombinierten Cloud- und KI-Umsatz innerhalb von fünf Jahren auf 100 Milliarden US-Dollar jährlich steigern. Um dies zu erreichen, hat sich das Unternehmen laut Bloomberg verpflichtet, mehr als 53 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur, Rechenzentren und Technologieentwicklung zu investieren.

Gleichzeitig hat das Unternehmen die Kosten gesenkt und den Betrieb umstrukturiert. Laut CNBC schrumpfte die Belegschaft von Alibaba von 194.000 auf 128.000 Mitarbeiter im Jahr 2025 - ein Rückgang von fast 34 % in nur einem Jahr. Die bedeutendsten Kürzungen erfolgten nach dem Verkauf von Offline-Vermögenswerten, darunter Sun Art und die Beteiligung an der Kaufhauskette Intime.

Vor diesem Hintergrund versucht Alibaba, sich als mehr als nur eine E-Commerce-Plattform zu positionieren - als ein vollwertiges KI-Unternehmen. Es hat den KI-Dienst Wukong für Unternehmenskunden eingeführt, die Preise für Cloud- und KI-Produkte um 5 bis 34 % erhöht und seine KI-Einheiten unter einer neuen Geschäftsstruktur konsolidiert. Das Problem ist, dass die Investoren immer noch keine klare Antwort auf die Schlüsselfrage sehen: Wann werden diese Investitionen anfangen, bedeutende Gewinne zu generieren.

Erfolglose Experimente jenseits des E-Commerce

Es ist nicht das erste Mal, dass Alibaba aufkommenden Technologietrends hinterherläuft. In der Vergangenheit hat das Unternehmen stark in Blockchain und Fintech investiert, in der Hoffnung, neue Wachstumsmöglichkeiten jenseits des E-Commerce zu erschließen.

Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Ant Group, Alibabas Fintech-Tochtergesellschaft. Im Jahr 2020 bereitete sich das Unternehmen auf den größten Börsengang der Geschichte vor, mit einer Bewertung von über 300 Milliarden US-Dollar. Die Börsennotierung wurde jedoch von den chinesischen Aufsichtsbehörden abrupt gestoppt, und das Unternehmen sah sich später mit strengeren Vorschriften konfrontiert, wodurch es einen erheblichen Teil seines Wertes verlor.

Zur gleichen Zeit, Alibaba активно развивала блокчейн-направление и входила в число мировых лидеров по количеству патентов. Doch wie die Ant Group wurden auch diese Initiativen nie zu einer bedeutenden Einnahmequelle.

Druck von allen Seiten

Das Problem von Alibaba sind nicht nur die Fehltritte der Vergangenheit, sondern auch die Tatsache, dass das Unternehmen im Rennen um die KI zunehmend hinter die Konkurrenz zurückfällt. Tencent scheint derzeit die Oberhand zu haben. Dank seines WeChat-Ökosystems hat das Unternehmen Zugang zu großen Mengen an Nutzerdaten und kann KI schneller in alltägliche Dienste integrieren. Im Vergleich dazu sieht die Position von Alibaba schwächer aus - insbesondere nach dem Weggang von Junyang Lin, einem wichtigen Entwickler der Qwen-Modelle (Alibabas Familie von KI-Modellen für große Sprachen).

Zugleich steigen die Kosten. Alibaba hat mehr als 53 Milliarden Dollar in die KI-Infrastruktur investiert und gibt gleichzeitig viel Geld für den Preiskampf bei der Lieferung und der Nutzerakquise aus. Das Unternehmen hat rund 7 Milliarden US-Dollar an Subventionen bereitgestellt, um mit JD.com und Meituan zu konkurrieren.

Alibaba investiert aggressiv in die Zukunft, muss dem Markt aber erst noch beweisen, dass sich diese Investitionen in naher Zukunft auszahlen werden. Das Unternehmen gibt Dutzende von Milliarden für KI aus, verliert Margen in seinen Kerngeschäften und fällt hinter agilere Wettbewerber zurück.

Solange Alibaba kein klares Monetarisierungsmodell für seine neuen Technologien hat, werden die Anleger auf schwache Gewinne wahrscheinlich mit Verkäufen reagieren. Aus diesem Grund stützt die aktuelle KI-Strategie die Aktie nicht, sondern setzt sie weiter unter Druck.

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