Strangeworks übernimmt Quantagonia, Ausbau in Deutschland geplant
Quelle: Forbes AT
Höhepunkte
- Strangeworks übernahm Quantagonia im Sommer 2025, Kaufpreis blieb vertraulich, Medien spekulieren auf 20–30 Mio. Euro für das auf Optimierungssoftware spezialisierte Start-up.
- Quantagonia entwickelt KI-basierte Optimierungsplattform für Produktions- und Logistikprozesse, mit Referenzprojekt bei Lufthansa Industry Solutions und Integration von Quantencomputing-Perspektiven.
- Strangeworks plant Expansion an deutschen Standorten München und Frankfurt, will Team-Ausbau und geförderte Forschungsprojekte vorantreiben, um europäische Quantum-Software-Anwendungsarbeit zu stärken.
Nach dem Verkauf des Münchner Deeptech-Start-ups Quantagonia an den US-Quantum-Computing-Spezialisten Strangeworks rückt die Kommerzialisierung von Optimierungssoftware für Industrie und Logistik stärker in den Fokus. Der Deal wurde bereits im Sommer 2025 abgeschlossen, Details zum Kaufpreis wurden nicht veröffentlicht. Medien spekulierten über 20 bis 30 Mio. Euro, das Unternehmen selbst kommentierte diese Größenordnung nicht.
Übernahme und Integrationsplan bis 2026
Quantagonia wurde im Sommer 2025 von Strangeworks übernommen, einer in Texas ansässigen Softwarefirma im Umfeld des Quantum Computing. Zum Zeitpunkt der letzten Finanzierungsrunde 2023 lag die Bewertung von Quantagonia laut Bericht bei rund 13 Mio. Euro, über den finalen Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Gründer Philipp Hannemann wechselte nach der Übernahme ins Management von Strangeworks und verantwortet als Chief Growth Officer die globale Skalierung.Strangeworks treibt parallel die Expansion in Europa voran und nennt Standorte in München und Frankfurt. Das Unternehmen baut keine Quantencomputer-Hardware, sondern bietet eine Software-Schnittstelle, über die Kunden auf Hardware verschiedener Anbieter wie IBM, Rigetti oder D-Wave zugreifen können. Zu den genannten Kunden zählen unter anderem Johnson & Johnson und BP.
Technologieansatz: KI, Optimierung und Quantenfähigkeit
Quantagonia entwickelt eine Plattform, die künstliche Intelligenz mit mathematischer Optimierung kombiniert und damit Planungsentscheidungen in komplexen Lieferketten verbessern soll. Der Schwerpunkt liegt darauf, Optimierungsprobleme auf heutiger Hochleistungsrecheninfrastruktur zu lösen und zugleich eine Perspektive für künftige Quantenhardware zu schaffen. Dazu übersetzt die Software bestehenden Code so, dass er auf Quantencomputern lauffähig wird, und entscheidet, welche Aufgaben auf welcher Rechenarchitektur sinnvoll verarbeitet werden.Als Anwendungsfelder nennt der Bericht unter anderem Produktionsketten, Energieversorgung und Logistik bei Großunternehmen. In Deutschland wird als Referenzprojekt Lufthansa Industry Solutions genannt, wo Quantagonia demnach Gate-Zuweisungen an Flughäfen in Sekunden anpassen kann, unter Einbezug vieler variabler Faktoren wie Verspätungen, Anschlussflügen oder Flugtyp. Der Nutzen soll darin liegen, dass Unternehmen Probleme bereits heute adressieren können und bei einem späteren Quantendurchbruch die Rechenleistung skaliert, ohne die Softwarebasis zu wechseln.
Wachstumschancen für Quantum-Software in Europa
Mit dem Zusammenschluss ergeben sich für Quantagonia laut Bericht bessere Zugänge zu internationalen Märkten, insbesondere in den USA und auch in Japan, wo Strangeworks aktiv ist. Hannemann will als CGO zusätzliche Optimierungsfälle bei bestehenden Strangeworks-Kunden anstoßen und so Cross-Selling-Potenziale heben. Die Integration der Teams sei nach seinen Angaben schneller als zunächst geplant vorangekommen, auch wenn der ursprünglich avisierten Zwei-Wochen-Zeitplan nicht vollständig erreicht wurde.Für den Standort Deutschland wird ein Ausbau des rund 45-köpfigen Teams in Aussicht gestellt, unter anderem gestützt durch ein gefördertes Forschungsprojekt zu Quantum Computing. Damit verbindet sich die Erwartung, dass europäische Entwicklungs- und Anwendungsarbeit in der Quanten-Softwarekette stärker verankert wird. Gleichzeitig bleibt der Markt laut Bericht von hohen Erwartungen geprägt, während industrielle Nutzenbelege in vielen Fällen noch als begrenzt gelten.
Zuletzt berichteten wir über den anhaltenden Abwärtsdruck bei der SAP-Aktie. Der Kurs lag dabei klar unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten, während Indikatoren wie MACD, ADX und Oszillatoren auf überverkaufte Bedingungen und nur begrenzte Erholungschancen hindeuteten. Als kurzfristige Handelsspanne wurden 194,50 bis 199,50 Euro genannt, mit einem zentralen Widerstand um 209,62 Euro.
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