Quantenaktien steigen nach Berichten über 2 Milliarden US-Dollar an US-Fördermitteln
Die Aktien von Unternehmen aus dem Bereich Quantencomputing legten am Donnerstag im vorbörslichen Handel deutlich zu. Der Anstieg folgte auf Berichte, wonach die US-Regierung plant, neun Branchenunternehmen Zuschüsse in Höhe von insgesamt 2 Milliarden US-Dollar zu gewähren.
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Laut The Wall Street Journal würde die US-Regierung im Rahmen der Vereinbarungen Eigenkapitalanteile an diesen Unternehmen erhalten. IBM soll der größte Profiteur des Förderpakets werden. Das US-Handelsministerium hat zugesagt, dem Unternehmen 1 Milliarde US-Dollar zu gewähren.
IBM-Aktien stiegen im vorbörslichen Handel um etwa 6 %, nachdem sie zuvor bereits fast 8 % zugelegt hatten. Das Unternehmen gilt als einer der führenden Entwickler von Supercomputern auf Basis von Quantentechnologien. Entwickler solcher Systeme sagen, dass sie komplexe Probleme lösen können, an denen klassische Computer scheitern.
Laut WSJ soll der Chiphersteller GlobalFoundries 375 Millionen US-Dollar erhalten. Weitere Empfänger der Fördermittel sind voraussichtlich D-Wave Quantum, Rigetti Computing und Infleqtion, die jeweils 100 Millionen US-Dollar erhalten sollen. Das Start-up Diraq soll Berichten zufolge 38 Millionen US-Dollar bekommen.
Vor diesem Hintergrund stiegen die Aktien von D-Wave um etwa 16 %, Rigetti legte rund 13,8 % zu und Infleqtion kletterte vor Handelsbeginn am Donnerstag um mehr als 23 %.
Die Vereinbarungen müssen noch formell abgeschlossen werden. Die Mittel sollen Berichten zufolge aus dem Chips and Science Act stammen, der 2022 verabschiedet wurde.
IBM ist bereit zur Zusammenarbeit
Kurz nach Veröffentlichung des WSJ-Berichts bestätigte IBM, dass das Unternehmen mit der US-Regierung zusammenarbeiten wird, um die erste spezialisierte Quanten-Foundry des Landes zu schaffen. Das Projekt soll durch den vorgeschlagenen Zuschuss von 1 Milliarde US-Dollar unterstützt werden. IBM erklärte, die Initiative werde die Quanteninnovation in den USA beschleunigen und die Produktion fortschrittlicher Quanten-Wafer für eine Vielzahl von Unternehmen ermöglichen.
Die Förderung des Handelsministeriums soll Forschung und Entwicklung bei einem neuen IBM-Unternehmen namens Anderon unterstützen. IBM selbst wird ebenfalls 1 Milliarde US-Dollar in das Unternehmen investieren und damit die Höhe des staatlichen Zuschusses verdoppeln.
Laut IBM wird Anderon seinen Sitz in Albany, New York, haben und als unabhängiges Unternehmen agieren. Es soll eine moderne Anlage zur Herstellung von 300-Millimeter-Quanten-Wafern errichten. IBM ist überzeugt, dass das Projekt den USA helfen wird, ihre Führungsrolle in der aufstrebenden Quantenindustrie zu stärken, die laut Unternehmensschätzungen bis 2040 einen wirtschaftlichen Wert von bis zu 850 Milliarden US-Dollar generieren, das Wirtschaftswachstum fördern und die nationale Sicherheit stärken könnte.
IBMs Weg zum Quantencomputing
IBM begann in den 2010er Jahren mit der aktiven Entwicklung von Quantencomputern, wobei 2016 einen wichtigen Meilenstein für die Öffentlichkeit darstellte. In diesem Jahr eröffnete das Unternehmen den Cloud-Zugang zu einem echten Quantenprozessor, sodass Forscher, Entwickler und Studierende Experimente auf Quantenhardware aus der Ferne durchführen konnten. Von diesem Zeitpunkt an wurde IBM zu einem der wichtigsten Akteure auf diesem Gebiet und begann, nicht nur die Prozessoren selbst, sondern auch das Software-Ökosystem darum herum zu entwickeln.
In den folgenden Jahren erzielte IBM bedeutende Fortschritte bei der Skalierung der Technologie. Das Unternehmen entwickelte eine Reihe von Quantenprozessoren, führte fortschrittlichere Systeme mit verbesserter Architektur und geringeren Fehlerraten ein und begann mit der Entwicklung modularer Quantencomputer als Grundlage für zukünftige Rechensysteme. IBM betrachtet Quanten-Technologie heute nicht mehr als Labor-Experiment, sondern als eigenständige Branche, die Probleme lösen kann, die für klassische Computer weiterhin zu komplex sind.
Zur Erinnerung: IBM kündigte die Einführung eines Programms an, das Menschen auf eine Karriere als Datenanalysten vorbereiten soll.
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