Brent behauptet Wochengewinn trotz Rücksetzer am Freitag
Die Ölpreise gaben am Freitag nach einer kräftigen Rallye nach, blieben aber auf Kurs für ihre stärksten Wochengewinne seit Monaten. Anleger wogen die wachsenden Risiken für die weltweite Energieversorgung ab, die durch den eskalierenden Konflikt zwischen dem Iran, den Vereinigten Staaten, Israel und der Huthi-Bewegung im Jemen entstehen. Die jüngsten Angriffe auf Öl-Tanker im Roten Meer haben die Sorge verstärkt, dass sich Störungen über die Straße von Hormus hinaus auf einen weiteren kritischen Seekorridor ausweiten könnten.
Höhepunkte
- Brent bleibt trotz des Rücksetzers am Freitag auf Kurs für starke Wochengewinne.
- Angriffe auf Tanker im Roten Meer haben die Angst vor Versorgungsunterbrechungen verstärkt.
- Mehrere globale Exportrouten sind nun erhöhten Sicherheitsrisiken ausgesetzt.
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Brent-Rohöl fiel um 4,1 % auf 96,57 $ pro Barrel, nachdem es kurzzeitig zum ersten Mal seit Mai über 100 $ gestiegen war. West Texas Intermediate (WTI) sank um 3,8 % auf 88,88 $ pro Barrel. Trotz des Rücksetzers am Freitag bleiben beide Benchmarks auf Kurs für starke Wochengewinne, da geopolitische Risiken weiterhin die Marktstimmung dominieren, berichtete Reuters.
Angriffe im Roten Meer verschärfen Versorgungssorgen
Die Märkte legten kräftig zu, nachdem die vom Iran unterstützten Huthi-Kräfte erklärt hatten, sie hätten zwei saudi-arabische Öl-Tanker im Roten Meer angegriffen, was die Angst schürte, dass die Energieströme durch die Meerenge Bab el-Mandeb unterbrochen werden könnten. Die Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist nach der Straße von Hormus die weltweit zweitwichtigste Route für die Ölverschiffung.
Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die militärische Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verschärft. Präsident Donald Trump hat mit erheblichen militärischen Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran und die Huthis gedroht, während Teheran weiterhin davor warnt, dass zusätzliche Energierouten zu Zielen werden könnten, falls sich die Feindseligkeiten ausweiten.
Die Schifffahrtsaktivitäten haben sich in den wichtigsten Exportkorridoren bereits verlangsamt. Kasachstan meldete zudem vorübergehende Produktionskürzungen, nachdem mutmaßliche ukrainische Drohnenangriffe die Schließung seines wichtigsten Öl-Exportterminals am Schwarzen Meer erzwungen hatten, was die weltweite Versorgung um eine weitere Unsicherheit bereichert.
Märkte konzentrieren sich auf Versorgungsrisiken
Trotz der Korrektur am Freitag betrachten Analysten den kurzfristigen Ausblick weiterhin als unterstützend für die Rohölpreise, da sich die Versorgungsunterbrechungen mittlerweile über mehrere Regionen erstrecken.
JPMorgan schätzt, dass jeder zusätzliche Monat mit erheblichen Versorgungsstörungen den Brent-Preis um 7 bis 8 $ pro Barrel erhöhen könnte. Sollten die Unterbrechungen drei Monate andauern, könnten die durchschnittlichen Brent-Preise 114 $ pro Barrel erreichen. ING-Analysten warnten ebenfalls, dass die Risiken für die weltweiten Ölströme nun größer seien als zu jedem anderen Zeitpunkt seit Beginn des Konflikts, da sowohl die Straße von Hormus als auch das Rote Meer unter Druck stünden.
Energiemärkte stehen vor wachsender Unsicherheit
Die jüngsten Preisschwankungen unterstreichen, wie schnell geopolitische Entwicklungen den globalen Energiemarkt umgestalten können. Brent notierte diese Woche kurzzeitig über 100 $ pro Barrel, bevor der Preis nachgab, während WTI nach dem stärksten Anstieg seit Wochen die 90-Dollar-Marke anvisierte. Da zwei der weltweit wichtigsten Öltransitrouten erhöhten Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt sind, preisen Händler zunehmend die Möglichkeit lang anhaltender Versorgungsunterbrechungen ein, die die Rohölpreise bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein auf hohem Niveau halten könnten.
Zuvor berichteten wir, dass sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausweitet, während der Schiffsverkehr in Hormus zurückgeht.
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