INSA-Umfrage sieht AfD erstmals als zweitstärkste Kraft in Berlin

INSA-Umfrage sieht AfD erstmals als zweitstärkste Kraft in Berlin
AfD steigt in Berlin auf

Rund sieben Monate vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl verschieben sich die Kräfteverhältnisse im Parteienspektrum. Grundlage ist eine exklusive Wähler-Umfrage des Instituts INSA mit Blick auf den 20. September, die neue Koalitionsrechnungen und zusätzlichen Druck auf das Rote Rathaus nahelegt, wie Bild berichtet.

Höhepunkte

  • INSA-Umfrage sieht CDU bei 22 Prozent, AfD erstmals zweitstärkste Kraft in Berlin mit 17 Prozent, SPD bei 16 Prozent.
  • Schwarz-rote Koalition kommt laut Umfrage nur auf 38 Prozent, rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Grünen und Linken hätte mit 46 Prozent eine Mehrheit.
  • CDU sackt im Vergleich zur Wahl 2023 von 28,2 Prozent auf 22 Prozent ab; FDP und BSW liegen mit 4 Prozent jeweils knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Umfragewerte und Koalitionsoptionen bis September

Die CDU liegt laut INSA-Umfrage bei 22 Prozent und damit weiterhin an der Spitze. Die AfD erreicht 17 Prozent und wäre damit in Berlin erstmals zweitstärkste Kraft, während die SPD auf 16 Prozent kommt. Für die derzeitige schwarz-rote Koalition ergäbe sich zusammen nur noch ein Wert von 38 Prozent, womit sie im Parlament keine stabile Mehrheit abbilden würde. Rechnerisch wären Mehrheiten zwar ab 43 Prozent möglich, eine Zweier-Konstellation erreicht diese Marke laut den angegebenen Werten jedoch nicht. Damit hängt eine Fortsetzung der Regierungsführung für die CDU von zusätzlichen Partnern und neuen Bündnissen ab.

Druck auf Wegner und Risiko eines rot-rot-grünen Bündnisses

CDU-Landeschef und Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat Koalitionen mit Linke und AfD nach den Angaben im Text klar ausgeschlossen. Um im Amt zu bleiben, müsste er demnach sowohl SPD als auch Grüne von einem gemeinsamen Bündnis überzeugen. INSA-Chef Hermann Binkert betont, dass offen sei, welche der drei Parteien links der Mitte am Wahltag vorn liege. Grüne und Linke werden jeweils mit 15 Prozent ausgewiesen, knapp hinter der SPD. Ein rot-rot-grünes Bündnis aus SPD, Grünen und Linken käme damit auf 46 Prozent und könnte die CDU in die Opposition schicken.

Spielräume für CDU sowie Lage kleinerer Parteien

Nach der INSA-Analyse gilt das Ergebnis der Hauptstadt-CDU als ausbaufähig, ein Teil der Wähler anderer Parteien könne sich demnach auch eine Stimmabgabe für die CDU vorstellen. Gleichzeitig wird auf den Vergleich zur Wahl 2023 verwiesen, bei der die CDU 28,2 Prozent erreicht hatte. Bei den kleineren Parteien liegen FDP und BSW in der Umfrage jeweils bei 4 Prozent und damit knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Laut Binkert wahren beide damit ihre Chancen, den Sprung ins Abgeordnetenhaus noch zu schaffen. Ob diese Parteien am Ende eine Rolle in Koalitionsrechnungen spielen, hängt jedoch davon ab, ob sie die Hürde tatsächlich überwinden.

Wir berichteten bereits über das SWR-TV-Triell in Baden-Württemberg kurz vor der Landtagswahl, in dem mögliche Regierungsoptionen und die Koalitionssignale besonders im Fokus standen. Damals stützte sich die Einordnung ebenfalls auf INSA-Umfragewerte, nach denen die CDU vorn lag und Grüne sowie AfD um Einfluss und Wechselwähler konkurrierten. Die Debatte befeuerte zudem Spekulationen über eine Fortsetzung von Grün-Schwarz nach dem Wahltag.

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