Halstenbek: Greenreb-Golfprojekt steht wegen Anwohnerklagen unter Verzögerungsrisiko
In Halstenbek bei Hamburg droht ein geplanter Großinvestitionsbau ins Stocken zu geraten, nachdem sich Anwohner gegen das Vorhaben formieren, wie BILD unter Berufung auf Aussagen von Beteiligten berichtet. Im Kern geht es um befürchtete Belastungen durch Verkehr, Licht und Lärm sowie um den Verweis auf geschützte Fledermäuse. Die Gemeinde verbindet mit dem Projekt neue Einnahmen, gleichzeitig könnten Verzögerungen die Realisierung wirtschaftlich infrage stellen.
Höhepunkte
- Greenreb plant in Halstenbek ein Golf-Event-Projekt mit Investitionsvolumen von 45 Millionen Euro und mindestens 350 neuen Arbeitsplätzen.
- Eine Bürgerinitiative kündigte juristischen Widerstand und Artenschutzklagen an, was das Projekt um mindestens fünf Jahre verzögern könnte.
- Mehrere Gutachten, die Greenreb bezahlt, verzögern den Baustart laut Bürgermeister Krohn um ca. ein Jahr; lange Verzögerungen erhöhen Investitionsrisiken deutlich.
Projektumfang, Jobs und kommunale Erwartungen
Halstenbek in Schleswig-Holstein liegt am Rand von Hamburg und hatte zuletzt mit Blick auf zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen auf einen Impuls gehofft. Die Schweizer Firma Greenreb plant auf einem seit Jahrzehnten brachliegenden Grundstück eine Golf-Event-Anlage für rund 45 Millionen Euro. Zusätzlich soll ein Hotel entstehen, außerdem werden mindestens 350 neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Aus Sicht der Gemeinde wäre das Vorhaben ein finanzieller Zugewinn in einer Lage, in der das Rathaus nach eigenen Angaben dringend Geld benötigt.Bürgerinitiative setzt auf Klagen und Artenschutz-Argumente
Gegen das Vorhaben hat eine Bürgerinitiative Widerstand angekündigt, einer der Wortführer ist Prof. Jens Prütting (43). Der Jurist sagte gegenüber BILD, er wolle jede mögliche Klage einreichen und das Projekt damit um mindestens fünf Jahre verzögern. Er und viele Mitstreiter leben demnach im angrenzenden Wohngebiet und kritisieren das Projekt als eine potenzielle „Partymeile“, die vor allem auf Gewinn ausgerichtet sei. Neben Verkehr sowie Licht- und Lärmbelastung werden auch geschützte Fledermäuse als Argument angeführt, um den Neubau zu stoppen; statt Gewerbe wird ein Wohngebiet mit Kita vorgeschlagen.Gutachten, Zeitplan und Kostenrisiken für den Investor
Bürgermeister Jan Krohn (55) bezeichnet die dreistöckige Golfabschlags-Anlage laut BILD als „absoluten Gewinn“, zeigt sich aber zugleich offen für die Sorgen der Anwohner. Die Gemeinde habe beschlossen, mehrere Gutachten erstellen zu lassen, die Investor Greenreb bezahlen müsse. Krohn rechnet demnach mit einer Dauer von rund einem Jahr, bis Ergebnisse vorliegen. Greenreb-Chef David Speiser (45) sagte gegenüber BILD, die Anlagen seien gefahrlos für Fledermäuse, zugleich warnte er, langer Verzug verursache hohe Kosten und könne das Unternehmen am Ende abschrecken, im Zweifel werde man „repriorisieren“ und an einen anderen Standort gehen. Der Bürgermeister betonte demnach, für die Gemeinde öffne sich gerade ein Einnahmefenster, schließe es sich wieder, müsse man sparen, insbesondere bei Leistungen für die Bürger.Wir berichteten zuvor über die Debatte zur künftigen Wärmeversorgung, in der Grünen-Chefin Franziska Brantner vor steigenden Heizkosten durch Biogas- und Wasserstoff-Beimischungen warnte. Außerdem thematisierten wir die Jahresergebnisse 2025 von BASF, den anhaltenden Druck auf das Chemiegeschäft sowie den daraus abgeleiteten Restrukturierungs- und Sparkurs bis 2026.
Neueste Lynex Nachrichten
- Forex
- Crypto