INSA-Umfrage sieht Union und AfD gleichauf, SPD verliert weiter
Nach dem aktuellen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA für BILD gerät das Lager aus CDU/CSU und SPD nach den jüngsten Landtagsniederlagen der Sozialdemokraten weiter unter Druck. Die Erhebung zeigt die AfD nun bei 26 Prozent auf Augenhöhe mit der Union, während die SPD auf 14 Prozent fällt und damit ihren niedrigsten Wert seit Januar 2026 erreicht. Für die Regierungsbildung verschieben sich damit erneut die rechnerischen Mehrheiten im Bund.
Höhepunkte
- Die INSA-Umfrage im März sieht AfD und CDU/CSU gleichauf bei 26 Prozent, während die SPD auf 14 Prozent fällt.
- Die aktuelle schwarz-rote Koalition erreicht nur noch 40 Prozent; rechnerische Mehrheiten bleiben lediglich mit einer Kenia-Koalition oder hypothetisch mit AfD möglich.
- Union und SPD haben laut INSA seit der Bundestagswahl 2025 zusammen mehr als jeden zehnten Wähler verloren, was den Druck auf Regierungsbildung und Bündnisoptionen erhöht.
Umfragewerte und Koalitionsarithmetik im März
Die AfD legt in der Erhebung um einen Prozentpunkt zu und kommt damit wie CDU/CSU auf 26 Prozent. Die SPD verliert zugleich einen Punkt und fällt auf 14 Prozent zurück. Grüne und Linke folgen mit 12 beziehungsweise 11 Prozent, während FDP und BSW mit jeweils 3 Prozent klar unter der Fünf-Prozent-Hürde liegen.Für eine parlamentarische Mehrheit wären nach der Darstellung 45 Prozent nötig. Die derzeit regierende schwarz-rote Koalition aus Union und SPD kommt demnach nur noch auf 40 Prozent. Auch ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen erreicht mit 37 Prozent keine rechnerische Mehrheit.Mögliche Bündnisse bleiben stark eingeschränkt
Rechnerisch hätte ein Bündnis aus CDU/CSU und AfD mit zusammen 52 Prozent zwar eine Mehrheit. Die Union schließt eine solche Koalition mit der AfD jedoch weiterhin kategorisch aus. Als realistischstes Modell bleibt damit in dieser Konstellation eine Kenia-Koalition aus CDU/CSU, SPD und Grünen, die ebenfalls auf 52 Prozent käme.Die Umfrage unterstreicht damit, wie eng der Spielraum für die Bildung einer mehrheitsfähigen Bundesregierung geworden ist. Besonders belastend ist dies für die SPD, die nach den Niederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz weiter an Zustimmung einbüßt. Der Druck auf die schwarz-rote Bundesregierung nimmt damit auch aus wahltaktischer Sicht zu.Verluste seit der Bundestagswahl belasten Regierungsparteien
Laut INSA-Chef Hermann Binkert haben Union und SPD seit der Bundestagswahl im Februar 2025 zusammen mehr als jeden zehnten Wähler verloren. Das deutet auf eine anhaltende Erosion der Unterstützung für die beiden Regierungsparteien hin. Für das parteipolitische Kräfteverhältnis im Bund gewinnt damit vor allem die Frage an Bedeutung, welche Dreierkonstellationen künftig überhaupt noch tragfähig sind.Für den politischen Markt bedeutet das eine Phase erhöhter Unsicherheit. Während die AfD ihre Position am oberen Ende des Tableaus festigt, verliert die SPD weiter an Boden und verschlechtert damit die Ausgangslage der Koalition. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürfte die Debatte über alternative Bündnisse und strategische Neuausrichtungen der Parteien an Intensität gewinnen.Wir berichteten zuvor über eine INSA-Umfrage zur Stabilität der schwarz-roten Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Demnach rechnet ein großer Teil der Befragten mit einem vorzeitigen Bruch der Koalition, zudem dominierten Erwartungen steigender Steuern und der politische Druck durch hohe Spritpreise sowie schwache SPD-Ergebnisse. Damit rückte bereits damals die Frage in den Vordergrund, wie belastbar das Bündnis unter zunehmender wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit noch ist.
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