Deutschland-Umfrage sieht erhöhtes Koalitionsrisiko für Schwarz-Rot

Deutschland-Umfrage sieht erhöhtes Koalitionsrisiko für Schwarz-Rot
Koalition vor dem Aus?

Eine neue INSA-Umfrage für BILD zeigt in Berlin ein angespanntes Stimmungsbild zur Stabilität der Bundesregierung. Demnach rechnen 41 Prozent der 1005 Befragten damit, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Kanzler Friedrich Merz vor der regulären Bundestagswahl 2029 zerbricht. Weitere 38 Prozent erwarten, dass das Bündnis hält, während 18 Prozent keine Einschätzung abgeben.

Höhepunkte

  • Laut Umfrage erwarten 49 Prozent der Grünen-Wähler und 67 Prozent der AfD-Wähler ein vorzeitiges Ende der aktuellen Koalition.
  • 52 Prozent der Befragten rechnen noch 2024 mit Steuererhöhungen, während lediglich 13 Prozent Senkungen erwarten.
  • Die Bundesregierung steht wegen hoher Spritpreise infolge des Iran-Kriegs und schwacher SPD-Wahlergebnisse bei Landtagswahlen politisch unter Druck.

Umfragewerte zur Laufzeit der Koalition

Die Skepsis fällt vor allem bei Wählern von Oppositionsparteien hoch aus. Unter Anhängern der Grünen erwarten 49 Prozent ein vorzeitiges Ende des Bündnisses, bei AfD-Wählern liegt dieser Wert bei 67 Prozent. Dagegen gehen 51 Prozent der SPD-Wähler und 70 Prozent der Unionsanhänger davon aus, dass die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleibt.

Der Befund verweist auf deutlich unterschiedliche Erwartungen entlang der parteipolitischen Lager. Während Regierungskritiker einen Bruch für wahrscheinlich halten, sehen Wähler der Koalitionsparteien mehrheitlich weiterhin Bestand. Damit rückt die Frage nach der politischen Belastbarkeit des Bündnisses stärker in den Vordergrund.

Ein vorzeitiges Ende hätte auch symbolische Tragweite. Nach dem Bruch der früheren Ampel-Koalition wäre es das zweite vorzeitige Aus einer Bundesregierung in Folge. Das erhöht die Aufmerksamkeit für jede neue Erhebung zur Stabilität der Berliner Regierungsarbeit.

Steuererwartungen und politischer Druck

Neben der Frage nach der Haltbarkeit der Koalition zeigt die Umfrage auch erhebliche Sorgen über die Steuerpolitik. Gut die Hälfte der Befragten, 52 Prozent, befürchtet noch in diesem Jahr Steuererhöhungen. Nur 13 Prozent rechnen mit Senkungen.

Selbst unter Unionswählern bleibt das Bild uneinheitlich. Dort erwarten 38 Prozent steigende Steuern, während 39 Prozent von unveränderten Abgaben ausgehen. In allen anderen Wählergruppen überwiegt laut den Angaben jeweils der Anteil derjenigen, die mit höheren Steuern rechnen, mit Werten zwischen 44 und 72 Prozent.

Die Bundesregierung steht zugleich wegen hoher Spritpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und wegen des schwachen SPD-Abschneidens bei Landtagswahlen unter Druck. Das Zusammenspiel aus wirtschaftlichen Belastungen und politischer Unsicherheit verstärkt den Eindruck, dass die Koalition in einem schwierigen Umfeld agiert. Für Wirtschaft und Haushalte bleibt damit vor allem die Frage relevant, ob zusätzliche fiskalische Belastungen folgen.

Wir berichteten zuvor über die Warnung des Handelsverbands Deutschland vor einer möglichen Erhöhung der Mehrwertsteuer, die in Berlin zur Gegenfinanzierung von Entlastungen bei der Einkommensteuer diskutiert wird. Der Verband sieht bereits die Debatte als Belastung für Konsumklima und Beschäftigung im stationären Handel und fordert stattdessen Entlastungen wie niedrigere Lohnnebenkosten, günstigere Energie und Bürokratieabbau.

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