Ölpreis sinkt, da Trump geplante Iran-Angriffe pausiert
Die Ölpreise weiteten ihren Rückgang am Freitag aus, nachdem US-Präsident Donald Trump geplante Angriffe auf den Iran abgesagt hatte. Dies milderte die Sorge, dass sich die militärischen Auseinandersetzungen dieser Woche zu einem größeren Konflikt ausweiten könnten. Der Rückzug verdeutlichte, wie schnell Händler einen Teil der geopolitischen Risikoprämie einpreisen, obwohl die Straße von Hormus weiterhin nur teilweise passierbar und der Friedensprozess noch ungewiss ist.
Höhepunkte
- Brent-Rohöl fiel um 2 % auf 88,6 $ pro Barrel, nachdem Trump geplante Iran-Angriffe abgesagt hatte.
- WTI sank um 1,8 % auf 86,1 $, da Händler die unmittelbare Kriegsrisikoprämie reduzierten.
- Der Iran erklärte Hormus für geschlossen, während die USA von fortlaufendem Handelsverkehr sprachen.
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Brent-Rohöl fiel auf 88,6 $ pro Barrel, während West Texas Intermediate auf 86,1 $ pro Barrel sank. Der Rückgang erfolgte, nachdem Trump erklärte, die Gespräche mit dem Iran seien weit genug fortgeschritten, um weitere US-Militäraktionen aufzuschieben, berichtet Reuters. Die allgemeine Hoffnung, dass ein Abkommen schließlich den regulären Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wiederherstellen könnte, drückte die Preise ebenfalls nach unten.
Diplomatie drückt die Risikoprämie
Trump hatte zuvor gewarnt, dass der Iran hart getroffen werden könnte, falls sich die Verhandlungen hinziehen sollten, nahm jedoch später Abstand von den geplanten Angriffen mit der Begründung, ein Friedensabkommen könne bereits an diesem Wochenende erreicht werden. Der Iran hat bisher nicht bestätigt, dass ein endgültiges Abkommen bereitsteht, und seine offiziellen Medien berichteten, dass Teheran noch keinem Abkommenstext zugestimmt habe.
Die Marktreaktion war heftig, da die Ölpreise monatelang durch die Befürchtung gestützt worden waren, dass der Iran-Krieg die Exporte aus dem Golf einschränken würde. Als die Händler eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine sofortige US-Eskalation sahen, fiel Brent wieder unter 90 $, bleibt jedoch deutlich über dem Niveau vor der Hormus-Krise, die zum dominierenden Markttreiber wurde.
Hormus bleibt die Hauptbedrohung
Das größte ungelöste Problem ist die Straße von Hormus, die schmale Wasserstraße, über die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransporte abgewickelt wird. Der Iran erklärte am Donnerstag, die Meerenge sei geschlossen, und warnte, dass Schiffe, die ohne Abstimmung eine Durchfahrt versuchen, angegriffen werden könnten. Staatliche Medien berichteten am Freitag, dass iranische Streitkräfte einen Tanker an der Durchfahrt gehindert hätten.
Das US-Militär bestritt die Behauptung der Schließung und erklärte, dass Handelsschiffe die Wasserstraße weiterhin passieren. Diese Differenz ist für die Preise von Bedeutung, da bereits eine teilweise Wiedereröffnung die Lieferverzögerungen und Versicherungskosten senken könnte, während eine erneute Blockade die Risikoprämie schnell wiederherstellen könnte. Analysten bleiben vorsichtig, da ein Waffenstillstand oder ein Schifffahrtsabkommen fragil sein könnte, insbesondere wenn die Atomgespräche keine Fortschritte machen.
Niedrigere Preise beenden das Versorgungsproblem nicht
Der Rückgang der Rohölpreise bietet Verbrauchern, Fluggesellschaften und importabhängigen Volkswirtschaften eine gewisse Entlastung, beseitigt jedoch nicht das strukturelle Risiko des Marktes. Analysten warnen, dass sinkende Lagerbestände und eine saisonal stärkere Nachfrage die Preise wieder kräftig nach oben treiben könnten, falls sich die Ölströme nicht vor Ende Juli erholen.
Auch die Nachfrageseite verändert sich. Die OPEC senkte ihre Prognose für das weltweite Öl-Nachfragewachstum 2026 von 1,17 Millionen Barrel pro Tag auf 970.000 Barrel pro Tag – die zweite Abwärtskorrektur in Folge. Gleichzeitig hob die Produzentengruppe ihre Schätzung für das Nachfragewachstum 2027 auf 1,73 Millionen Barrel pro Tag an, was darauf hindeutet, dass eine etwaige Erholung des Angebots durch Hormus später auf einen stärkeren Verbrauch treffen könnte.
Wir berichteten auch, dass die Schließung von Hormus den Irak und die VAE dazu drängt, ihre Ölpipelines auszubauen.
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