Schließung von Hormus zwingt Irak und VAE zum Ausbau von Öl-Pipelines
Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate beschleunigen Pipeline-Projekte, da die Sperrung der Straße von Hormus die Ölexporte am Golf massiv einschränkt.
Höhepunkte
- Der Irak plant, die Exporte über die Route Kurdistan-Türkei von 220.000 auf 770.000 Barrel pro Tag zu steigern.
- Die irakischen Exporte wurden härter getroffen, da der Großteil des Rohöls normalerweise durch Hormus transportiert wird.
- Die VAE beschleunigen den Bau einer Pipeline nach Fudschaira, die die Exportkapazität von ADNOC im Jahr 2027 verdoppeln soll.
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Laut CNBC hat Bagdad letzte Woche Pläne genehmigt, die Rohölexporte über das Pipeline-Netz Kurdistan-Türkei zu beschleunigen, mit dem Ziel, die Lieferungen von etwa 220.000 Barrel pro Tag auf 770.000 Barrel pro Tag zu steigern. Die Route würde Öl durch Kurdistan zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan transportieren und dem Irak eine seltene Alternative zum Persischen Golf bieten.
Irak hat weniger Optionen
Die Situation im Irak ist besonders ernst, da der Großteil seines Öls normalerweise über Terminals im Persischen Golf exportiert wird, die von der Straße von Hormus abhängen. Das Volumen der Tragfähigkeit (Deadweight Tonnage), das irakische Häfen verlässt, ist seit Kriegsbeginn praktisch verschwunden, was auf einen drastischen Rückgang der Exporte hindeutet.
Öl machte laut Weltbank-Daten, die im Bericht zitiert werden, im Jahr 202.553 % des realen BIP des Irak aus. Der Irak gab im Mai an, dass er im April nur 10 Millionen Barrel über Hormus exportiert hat, verglichen mit 93 Millionen Barrel vor dem Krieg. Dieser Zusammenbruch erklärt, warum Bagdad so schnell handelt, um die nördlichen Exportrouten wiederzubeleben.
Dennoch ist die Alternative nicht einfach. Die Route Kurdistan-Türkei hängt von der Koordination zwischen Bagdad, den kurdischen Behörden und der Türkei ab. Selbst wenn die Exporte auf 770.000 Barrel pro Tag steigen, würde dies nur einen Teil der verlorenen Golf-Kapazitäten des Irak ersetzen.
VAE treiben Ausbau in Fudschaira voran
Die VAE befinden sich in einer stärkeren Position, handeln aber ebenfalls schnell. Abu Dhabi treibt eine neue West-Ost-Pipeline nach Fudschaira voran, einem Hafen außerhalb von Hormus am Golf von Oman. Das Projekt, das für 2027 erwartet wird, würde laut Berichten über den Plan die Exportkapazität von ADNOC verdoppeln.
Fudschaira verschafft den VAE einen Vorteil gegenüber dem Irak, da es bereits über Infrastruktur außerhalb der Meerenge verfügt. Doch auch diese Routen sind anfällig. Fudschaira war während des Krieges Drohnenangriffen ausgesetzt, während auch die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens im April angegriffen wurde.
Die Grenzen der Umgehung von Hormus
Die Pipelines von Saudi-Arabien und den VAE verfügen zusammen über eine geschätzte verfügbare Kapazität von 3,5 bis 5,5 Millionen Barrel pro Tag, so die im Bericht zitierten Zahlen. Das liegt weit unter den rund 20 Millionen Barrel pro Tag, die vor dem Krieg durch Hormus transportiert wurden. Die UNCTAD beschreibt die Meerenge zudem als einen der weltweit kritischsten maritimen Engpässe für den Öl- und Gashandel auf See.
Für die Ölmärkte mag der Wettlauf um die Pipelines die schlimmsten Störungen abmildern, aber er kann Hormus nicht vollständig ersetzen. Neue Routen erfordern Geld, Zeit und grenzüberschreitende politische Vereinbarungen.
Derzeit wird Brent-Rohöl bei etwa 93 $ pro Barrel gehandelt, was einem Rückgang von 1,16 % gegenüber dem Vortag entspricht. Dies deutet darauf hin, dass sich die Preise entspannt haben, auch wenn die Versorgungsrisiken rund um Hormus weiterhin im Fokus stehen.
Wir berichteten auch, dass Öl über 97 $ steigt, nachdem es zu einem neuen Schlagabtausch zwischen Israel und dem Iran kam.
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