Ölpreise steigen vor langem US-Feiertagswochenende

Ölpreise steigen vor langem US-Feiertagswochenende
Öl steigt, da die Sorgen um das Angebot nachlassen

​Die Ölpreise stiegen am Freitag vor einem langen US-Feiertagswochenende und erholten sich teilweise von den Verlusten der vorangegangenen Sitzung, da Händler ihre Positionen bei dünnerer Marktliquidität anpassten. Der breitere Druck auf Rohöl hängt weiterhin mit den verbesserten Durchflüssen durch die Straße von Hormus und der Erwartung zusammen, dass der Markt bei nachlassenden Störungen im Nahen Osten zu einem Überangebot zurückkehren könnte.

Höhepunkte

  • WTI-Rohöl-Futures stiegen um 0,45 % auf 69,00 $ pro Barrel.
  • Brent-Futures stiegen um 0,57 % auf 72,21 $ pro Barrel.
  • Diese Bewegung folgte auf einen Rückgang in der vorangegangenen Sitzung auf das Vorkriegsniveau.
  • Citi erwartet, dass Brent bis zum Jahresende 60 bis 65 $ erreichen wird, da sich die Hormus-Ströme erholen.

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WTI-Rohöl-Futures für August 2026 wurden bei 69,00 $ pro Barrel gehandelt, ein Plus von 0,45 %, während Brent-Futures für September 2026 bei 72,21 $ standen, ein Plus von 0,57 %. Gleichzeitig erwartet Citi, dass sich Brent-Rohöl bis zum Jahresende der Marke von 60 bis 65 $ pro Barrel nähern wird, da sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus normalisiert und die physischen Ölmärkte schwächer werden, berichtete Bloomberg.

Preise erholen sich nach deutlichem Rücksetzer

Der Anstieg erfolgte, nachdem die Preise für Brent und WTI in der vorangegangenen Sitzung auf den niedrigsten Stand seit Beginn des US-Iran-Konflikts Ende Februar gefallen waren. Der Rückgang am Donnerstag beseitigte einen erheblichen Teil der Risikoprämie, die eingepreist worden war, als Händler weitreichende Störungen der Energieexporte aus dem Persischen Golf befürchteten.

Der Handel am Freitag war auch durch den US-Marktkalender geprägt. Da die US-Märkte vor dem Wochenende zum Unabhängigkeitstag geschlossen blieben, reagierte Rohöl aufgrund der geringeren Liquidität empfindlicher auf Positionsanpassungen. In diesem Zusammenhang wirkte der Anstieg weniger wie eine neue Rallye, sondern eher wie eine Erholung nach einem steilen Fall.

Die Diplomatie bleibt Teil der Preisgleichung. Washington und Teheran haben sich auf eine Absichtserklärung geeinigt, die Feindseligkeiten einzustellen, während sie an einer längerfristigen Vereinbarung arbeiten. Dies hat die unmittelbare Angst vor einem größeren Konflikt verringert, aber auch die Argumente für höhere Preise aufgrund von Versorgungsrisiken geschwächt.

Hormus-Ströme verändern das Marktgleichgewicht

Der Hauptgrund für die vorsichtigeren Prognosen ist das Angebot. Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus hat sich nach der Wiedereröffnung der Route erholt, sodass die Golfproduzenten ihre Lieferungen wieder aufnehmen konnten. Saudi-Arabien hat die Lieferungen fast auf das Niveau vor dem Konflikt gesteigert und bringt damit wieder mehr Barrel auf den Markt.

Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Als sie unterbrochen war, spiegelten die Preise das Risiko wider, dass Raffinerien den Zugang zu wichtigen Golf-Lieferungen verlieren könnten. Da sich die Schifffahrtswege wieder öffnen, die Versicherungsmärkte anpassen und logistische Engpässe nachlassen, verlagern die Händler ihren Fokus wieder auf Angebot, Nachfrage und Lagerbestände.

Analysten von Citi erklärten, dass sich die Fundamentaldaten schnell erholen, da sich die Seeströme normalisieren, chinesische Käufer weitgehend fernbleiben und die physischen Rohölmärkte schwächer werden. Goldman Sachs hat ebenfalls davor gewarnt, dass der Markt wieder in einen Überschuss rutschen könnte, wenn die Auswirkungen des Iran-Konflikts nachlassen. Morgan Stanley hat seine Ölpreisprognosen in den letzten Wochen unter Hinweis auf Überangebotsrisiken gesenkt.

Ein Markt, der zu den Fundamentaldaten zurückkehrt

Die entscheidende Veränderung ist, dass Öl nicht mehr hauptsächlich aus Angst vor einem lang anhaltenden Schock bei der Golf-Versorgung gehandelt wird. Die Preise stiegen am Freitag, aber die zugrunde liegende Marktgeschichte dreht sich um den Wegfall der Konfliktprämie.

Für Energiehändler stellt sich nun die Frage, ob die Nachfrage die zurückkehrenden Barrel absorbieren kann. Wenn sich die Golfexporte weiter erholen und die chinesische Nachfrage schwach bleibt, könnte Brent Schwierigkeiten haben, sich über der Marke von 70 $ zu halten. Die Citi-Prognose von 60 bis 65 $ zum Jahresende spiegelt diesen Wandel wider: Der Markt entfernt sich von der Notfallpreisgestaltung und kehrt zu den Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage zurück. 

Zuvor berichteten wir, dass die IEA vor einer schwächeren Ölnachfrage und einem Angebotsüberschuss bis 2027 warnt.

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