Brasilien setzt strengere Standards für Krypto-Dienstleister
Die Zentralbank von Brasilien erhöht die regulatorischen Anforderungen für Unternehmen im Bereich virtueller Vermögenswerte und gleicht Krypto-Plattformen damit den Standards an, die für Wertpapiermakler und -händler gelten. Ab 2027 benötigen Unternehmen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen und anderen digitalen Vermögenswerten anbieten, ein stärkeres Kapital, Risikomanagement und Offenlegungskontrollen.
Höhepunkte
- Brasilien wird die Regeln für Krypto-Firmen ab 2027 verschärfen.
- SPSAVs müssen Kapital- und Risikostandards erfüllen.
- Unternehmen werden einer Aufsicht nach Broker-Standard unterliegen.
- Kleinere S5-Institute dürfen keine Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte anbieten.
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Die am Mittwoch verabschiedeten neuen Regeln gelten für Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte, die in Brasilien als SPSAVs bekannt sind. Diese Firmen wickeln Aktivitäten wie Krypto-Brokerage, Verwahrung und Kundentransfers ab. Die Zentralbank von Brasilien erklärte, dieser Schritt solle die Sicherheit des Finanzsystems stärken und Risiken für Kunden und den Markt verringern.
Neue Aufsichtsstandards
Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen für virtuelle Vermögenswerte Aufsichtsanforderungen erfüllen, die ihre finanzielle Solidität unterstützen sollen. Die Regeln umfassen Risikomanagement-Richtlinien, Mindestkapitalreserven zur Absorption potenzieller Verluste und die regelmäßige Offenlegung von Finanz- und Betriebsinformationen.
Die Zentralbank gab an, dass das Modell den Anforderungen folgt, die bereits für andere Finanzinstitute gelten. Unter dem neuen Rahmenwerk werden SPSAVs und die von ihnen geführten Wirtschaftsgruppen als Institutionen des Typs 3 eingestuft, wodurch sie Regeln unterliegen, die denen für Wertpapiermakler und -händler ähneln.
Die Entscheidung folgt einem grundlegenden Regulierungsprinzip: Aktivitäten mit ähnlichen Risiken sollten einer ähnlichen Aufsicht unterliegen. Für Krypto-Firmen bedeutet dies eine Abkehr von einem schwach beaufsichtigten Technologiemodell hin zur Behandlung als regulierte Finanzintermediäre.
Schrittweiser Übergang für Krypto-Unternehmen
Der Übergang erfolgt phasenweise. Bis zum 30. Juni 2028 werden SPSAVs unabhängig von ihrer Größe in das Segment 4 (S4) des brasilianischen Bankenregulierungsrahmens eingeordnet. S4-Institute unterliegen einem robusteren Aufsichtsregime, was den Firmen Zeit gibt, sich anzupassen, bevor die vollständigen Anforderungen in Kraft treten.
Gleichzeitig wird die Zentralbank Institutionen des Segments 5 (S5) – kleinere Firmen, die unter vereinfachten Regeln arbeiten – untersagen, Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte anzubieten. Die Währungsbehörde erklärte, dass Krypto-bezogene Dienstleistungen stärkere Kontrollen und ein Risikomanagement erfordern, als das S5-Regime bietet.
Der Schritt baut auf Brasiliens umfassenderer Krypto-Regulierung auf. Die Zentralbank hat zuvor ein Aufsichtsrahmenwerk für Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte geschaffen, das Autorisierung, Governance, Geldwäschebekämpfung und Devisenregeln umfasst. Die Zentralbank sagte, diese Regeln seien darauf ausgelegt, die Sicherheit und Effizienz im nationalen Finanzsystem zu verbessern.
Eine strengere Phase für die Krypto-Aufsicht in Brasilien
Die Regeln zeigen, dass Brasilien von der einfachen Autorisierung von Krypto-Firmen zur vollständigen Finanzaufsicht übergeht. Dieser Wandel ist von Bedeutung, da Krypto-Plattformen zunehmend Funktionen übernehmen, die Brokerage, Verwahrung und Zahlungsdiensten ähneln, selbst wenn es sich um digitale Vermögenswerte handelt.
Für Unternehmen bedeutet das neue Regime höhere Compliance-Kosten und einen klareren Weg zur institutionellen Legitimität. Für Kunden könnte es das Risiko schwacher Kontrollen, mangelhafter Aufgabentrennung oder plötzlicher Betriebsausfälle verringern.
Zuvor berichteten wir, dass Brasilien die Verwendung von Krypto-Assets bei grenzüberschreitenden Zahlungen einschränkt.
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