Ölpreis steigt nach erneutem Schlagabtausch zwischen Israel und Iran über 97 $
Israels Vergeltungsschlag gegen den Iran hat Zweifel an einem ohnehin unter Druck stehenden Waffenstillstand gesät und die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump erschwert, die Verhandlungen mit Teheran aufrechtzuerhalten. Die Märkte reagierten prompt: Die Sorte Brent stieg auf über 97 $ pro Barrel, da Investoren erneut das Risiko eines größeren Konflikts im Nahen Osten einpreisten.
Höhepunkte
- Israel griff militärische Ziele im Iran an, nachdem Teheran Raketen auf Israel abgefeuert hatte.
- Der Schlagabtausch setzt den Waffenstillstand vom 8. April und die US-Iran-Gespräche unter neuen Druck.
- Brent-Rohöl stieg über 97 $ pro Barrel, da die Märkte ein höheres regionales Risiko einpreisten.
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Waffenstillstand vor neuem Belastungstest
Die israelischen Verteidigungskräfte gaben an, militärische Ziele im Westen und Zentrum des Irans angegriffen zu haben, wie Bloomberg berichtete. Vor den Angriffen waren laut israelischen Militärvertretern vom Iran in Richtung Israel abgefeuerte Raketen entdeckt und abgefangen worden. Der israelische Rettungsdienst meldete keine Opfer durch den iranischen Angriff.
Iranische Staatsmedien berichteten von Explosionen in Teheran und anderen Städten. Die Islamischen Revolutionsgarden erklärten, Israel habe aus der Luft abgefeuerte ballistische Raketen eingesetzt.
Der jüngste Schlagabtausch war Teil einer umfassenderen Eskalation. Einen Tag zuvor hatte die Hisbollah Ziele im Norden Israels angegriffen, woraufhin Israel die südlichen Vororte von Beirut unter Beschuss nahm. Dabei wurden zwei Personen getötet und elf weitere verletzt. Mohsen Rezaee, ein Militärberater des obersten Führers des Irans, bezeichnete die Raketenstarts in Richtung Israel als Warnung vor Israels Vorgehen im Libanon.
Für den Waffenstillstand vom 8. April ist dies einer der bisher schwersten Tests. Das Abkommen sollte die Kämpfe unter Beteiligung der USA, Israels und des Irans stoppen, doch die jüngsten Ereignisse zeigen, wie schnell sich der Konflikt über diplomatische Kalküle hinwegsetzen kann.
Washington versucht, Gespräche am Leben zu erhalten
In einem Telefonat mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag drängte der US-Präsident diesen dazu, nicht auf den iranischen Angriff zu reagieren und der Diplomatie mehr Zeit zu geben. Trump hat wiederholt erklärt, dass ein Abkommen mit Teheran kurz bevorstehe, obwohl die Gespräche zwischen Washington und dem Iran noch keine klaren Anzeichen für einen Durchbruch zeigen.
Der Chef des Weißen Hauses sagte zuvor auch, dass Netanjahu jedes Abkommen akzeptieren müsse, das die Vereinigten Staaten mit dem Iran erzielen. Er stellte klar, dass Washington und nicht Israel die Bedingungen festlegen werde.
Israels Handeln zeigt jedoch, dass Netanjahu nicht bereit ist, eine militärische Antwort aufzuschieben, wenn er eine direkte Bedrohung sieht. Das bringt die USA in eine schwierige Lage: Washington versucht, Raum für einen Deal zu bewahren, doch jeder weitere Schlag könnte diesen Spielraum fast vollständig zunichtemachen.
Öl reagiert erneut auf Nahost-Risiko
An den Märkten führte der erneute Schlagabtausch sofort zur Rückkehr einer regionalen Risikoprämie. Brent-Öl stieg um etwa 5 % und kletterte über 97 $ pro Barrel. Der Dollar legte gegenüber den wichtigsten Weltwährungen zu, da Anleger in sicherere Häfen umschichteten.
Ein weiteres Warnsignal kam aus Saudi-Arabien, wo in der Nähe der Prince Sultan Airbase, auf der US-Truppen stationiert sind, Raketenalarm ausgelöst wurde. Selbst ohne einen direkten Angriff auf die Ölinfrastruktur beeinflusst das Risiko eines größeren Konflikts bereits die Preise.
Für den Ölmarkt bleibt der Nahe Osten eine kritische Region. Jede Bedrohung der Infrastruktur im Persischen Golf, von US-Stützpunkten oder wichtigen Schifffahrtswegen kann die Preise in die Höhe treiben, noch bevor es zu einer tatsächlichen Versorgungsunterbrechung kommt. Wenn Brent über 97 $ bleibt und der Schlagabtausch anhält, wird der Druck nicht nur von Tradern, sondern auch von Verbrauchern, Zentralbanken und Regierungen zu spüren sein, die bereits versuchen, die Inflation einzudämmen.
Wir haben bereits zuvor darauf hingewiesen, dass die EU den Preisdeckel für russisches Öl bei der Überprüfung der Sanktionen im Juli unverändert lassen könnte.
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