Bundesbank senkt wegen Iran-Krieg Deutschlands Wachstumsprognose

Bundesbank senkt wegen Iran-Krieg Deutschlands Wachstumsprognose
Bundesbank senkt Ausblick

Die verschärfte Lage im Nahen Osten belastet den Ausblick für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026. Die Bundesbank erwartet in ihrer aktuellen Deutschland-Prognose nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent und verweist zugleich auf höheren Inflationsdruck und anhaltende Unsicherheit.

Höhepunkte

  • Die Bundesbank senkt die deutsche BIP-Prognose für 2026 auf 0,5 Prozent und für 2027 auf 0,8 Prozent wegen geopolitischer Risiken.
  • Die Inflation steigt 2024 auf 2,9 Prozent, bleibt bis 2028 erhöht und soll erst dann wieder unter 2 Prozent fallen.
  • Die Eskalation zwischen Iran, U.S. und Israel sowie die Blockade der Straße von Hormus verteuern Energie weltweit und belasten Konjunkturaussichten zusätzlich.

Schwächerer Ausblick für Konjunktur und Preise

Wie Bild berichtet, teilt die Bundesbank in ihrer am Freitag veröffentlichten Deutschland-Prognose mit, dass das Bruttoinlandsprodukt 2026 nur noch um 0,5 Prozent statt der im Dezember erwarteten 0,6 Prozent wächst. Für 2027 senkt die Notenbank ihre Erwartung ebenfalls deutlich, auf 0,8 Prozent nach zuvor 1,3 Prozent.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel erklärt zugleich, bis 2028 gewinne die Konjunktur wieder an Fahrt. Tragen sollen dies nach seinen Angaben sinkende Energiepreise, eine anziehende Weltwirtschaft und staatliche Investitionen.

Im laufenden Jahr steigt die Inflation der Prognose zufolge auf 2,9 Prozent. Erst 2028 fällt sie wieder unter 2 Prozent, während die geopolitische Lage laut Nagel jede Vorhersage mit hoher Unsicherheit belastet.

Belastung durch Energie und Lieferketten

Steigende Energiepreise schmälern derzeit die Kaufkraft der Verbraucher in Deutschland. Unternehmen sehen sich zugleich mit Lieferengpässen und einer schwachen Nachfrage konfrontiert, was die konjunkturelle Erholung zusätzlich bremst.

Als Hintergrund nennt der Bericht die seit dem 28. Februar eskalierte militärische Lage zwischen dem Iran sowie den U.S. und Israel. Die faktische Blockade der Straße von Hormus, einer zentralen Ölroute, treibt Öl- und Kraftstoffpreise weltweit nach oben und erhöht damit auch die Risiken für Industrie, Handel und private Haushalte in Deutschland.

In unserem früheren Beitrag zur Inflationsentwicklung in Deutschland im Mai 2026 haben wir berichtet, dass die Teuerungsrate auf 2,6 % zurückging, während hohe Energiekosten den Preisauftrieb weiter prägten. Als zentrale Treiber wurden die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Öl- und Energiepreise sowie die dämpfende Wirkung der temporären Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe genannt.

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