BlackRock verliert ETF-Führung, während sich die Zuflüsse in Vanguard-Fonds beschleunigen
Vanguard hat BlackRock als größten Emittenten von in den USA börsennotierten Exchange Traded Funds (ETFs) abgelöst und damit eine zwei Jahrzehnte währende Dominanz des iShares-Eigentümers an der Branchenspitze beendet. Dieser Wechsel markiert eine bedeutende Neuausrichtung in einem 15,2 Billionen Dollar schweren Markt, der zunehmend von kostengünstigen Indexfonds und langfristigen Privatanlegern geprägt wird.
Höhepunkte
- Vanguard hat BlackRock als größten US-ETF-Emittenten abgelöst.
- Vanguard verwaltet rund 4,39 Billionen Dollar in US-gelisteten ETFs, vor BlackRocks 4,36 Billionen Dollar.
- Vanguards kostengünstige Kern-Indexprodukte haben stabilere Zuflüsse angezogen.
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Vanguard verwaltet nun laut Bloomberg-Daten rund 4,39 Billionen Dollar in 116 in den USA gelisteten ETFs. Damit liegt das Unternehmen knapp vor BlackRock, das rund 4,36 Billionen Dollar verwaltet und den US-ETF-Markt seit 2003 angeführt hat. Ein Zufluss von 13 Milliarden Dollar in der jüngsten Sitzung half Vanguard, an seinem größeren Rivalen vorbeizuziehen.
Kostengünstige Fonds treiben den Wandel voran
Das ETF-Geschäft von BlackRock kontrollierte einst etwa 60 % der Branche, doch Vanguard verringerte den Abstand stetig, da Finanzberater und Privatanleger über verschiedene Marktzyklen hinweg kontinuierlich Kapital in seine kostengünstigen Fonds umschichteten.
Der Vanguard S&P 500 ETF, bekannt unter dem Tickersymbol VOO, war der Hauptmotor dieses Wachstums. Der Fonds überschritt kürzlich als erster ETF die Marke von 1 Billion Dollar an verwaltetem Vermögen – ein Meilenstein, der durch stetige Zuflüsse, starke US-Aktienmärkte und seine Kostenquote von nur 0,03 % begünstigt wurde.
Das ETF-Angebot von Vanguard verzeichnete in diesem Jahr bisher Zuflüsse von rund 291 Milliarden Dollar und liegt damit mehr als 100 Milliarden Dollar vor den fast 120 Milliarden Dollar, die BlackRock-Fonds einsammeln konnten. Allein der VOO zog im Jahr 2026 fast 113 Milliarden Dollar an, da Anleger Marktrücksetzer wiederholt zum Einstieg nutzten.
Unterschiedliche Modelle, unterschiedliche Kapitalflüsse
Die beiden Unternehmen verfolgen weiterhin sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle. Vanguard ist vor allem für einfache, kostengünstige, indexbasierte ETFs mit Fokus auf Aktien und Anleihen bekannt. Seine Produkte sprechen eher Anleger an, die eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgen, was die Kapitalflüsse stabiler macht.
BlackRock verfügt über eine breitere Plattform mit mehr als 480 in den USA gelisteten ETFs in den Bereichen Aktien, Rentenwerte, Rohstoffe, Faktoren, Themen und aktive Strategien. Diese Bandbreite ermöglicht den Zugang zu mehr Marktsegmenten, doch die institutionelle Kundenbasis kann auch zu volatileren Kapitalflüssen führen.
BlackRock erzielt nach wie ord vor deutlich höhere Gebühreneinnahmen mit seinem ETF-Sortiment. Bloomberg Intelligence schätzt die durchschnittliche anlagegewichtete Gebühr auf 16 Basispunkte, das Vierfache der vier Basispunkte von Vanguard. Das bedeutet, dass Vanguards Vorsprung beim verwalteten Vermögen nicht automatisch in einen Vorsprung beim Gewinn umschlägt.
Die ETF-Branche bewegt sich in Richtung Skaleneffekte
Vanguards Aufstieg an die Spitze zeigt, wie sehr das ETF-Geschäft heute Skaleneffekte, niedrige Gebühren und eine breite Marktabdeckung belohnt. Anleger bevorzugen ETFs nicht nur gegenüber vielen traditionellen Investmentfonds; sie konzentrieren ihr Kapital auch auf eine kleine Gruppe großer, günstiger Produkte.
Dieser Meilenstein unterstreicht zudem den bleibenden Einfluss des Vanguard-Gründers Jack Bogle, der das Unternehmen auf der Idee aufbaute, dass Anleger einen größeren Teil ihrer Rendite behalten sollten, indem sie weniger Gebühren zahlen.
Wir berichteten auch: Vanguard ermöglicht Handel mit krypto-basierten ETFs und Fonds.
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