EU bereitet Notfallplan gegen Kerosin-Engpass in Europa vor

EU bereitet Notfallplan gegen Kerosin-Engpass in Europa vor
EU plant Kerosin-Notfall

Die EU arbeitet angesichts der Blockade der Straße von Hormus an Maßnahmen, um die Versorgung mit Flugbenzin in Europa abzusichern. Der Druck steigt, weil Europa einen erheblichen Teil seines Kerosins importiert und Engpässe nach Einschätzung der International Energy Agency bereits bis Juni möglich sind.

Höhepunkte

  • Der am 22. April erwartete EU-Notfallplan fordert vollständige Erfassung und Maximalauslastung aller europäischen Raffineriekapazitäten sowie Vorbereitung eines gemeinsamen Kerosin-Einkaufs.
  • IEA warnt, dass europäische Flugbenzinvorräte bei anhaltender Blockade der Straße von Hormus und fehlenden Ersatzlieferungen nur noch rund sechs Wochen ausreichen könnten.
  • Lufthansa stellt ab Samstag 27 ältere Cityline-Flugzeuge wegen Kerosinknappheit und hoher Kosten still, während Airlines europaweit vor steigenden Preisen und Flugstreichungen warnen.

Notfallmaßnahmen für Raffinerien und Beschaffung

Wie BILD berichtet, sieht ein für den 22. April angekündigter Entwurf des EU-Konzepts vor, sämtliche Raffineriekapazitäten in Europa zu erfassen und ihre volle Auslastung sicherzustellen. Parallel werden weitere Schritte vorbereitet, um die Kerosinversorgung zu stabilisieren, darunter auch ein gemeinsamer Einkauf der EU-Staaten, der nach dem Text von der Branchenorganisation Airlines for Europe angeregt wird.

Hintergrund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, die das Risiko für die europäische Luftfahrt verschärft. Nach Daten der International Energy Agency werden rund 30 Prozent des in Europa genutzten Kerosins importiert, etwa drei Viertel davon stammen aus dem Nahen Osten.

Zusätzlich verschärft sich die Lage, weil viele Raffinerien in Europa bereits an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten und die Verarbeitungskapazitäten in den vergangenen Jahren gesunken sind. Damit wächst der Handlungsdruck auf Politik, Flughäfen und Fluggesellschaften, kurzfristig Alternativen für Versorgung und Logistik zu sichern.

Belastung für Airlines und Flughäfen nimmt zu

Die Lufthansa zieht unterdessen erste operative Konsequenzen und legt als Reaktion auf Streiks und hohe Kerosinkosten Flugzeuge still. Ab Samstag sollen zunächst 27 ältere Maschinen der Regionaltochter Cityline am Boden bleiben; das Unternehmen erklärt, die aktuelle Krise zwinge dazu, eine bereits länger geplante Maßnahme früher umzusetzen.

IEA-Chef Fatih Birol warnt, die Vorräte an Flugbenzin könnten nur noch etwa sechs Wochen reichen. Falls die Blockade anhält und Lieferungen ausbleiben, werden bald Flugstreichungen möglich, während Airlines bereits vor steigenden Preisen, Stornierungen und weiteren stillstehenden Flugzeugen warnen.

Die IEA erwartet bis Juni mögliche Engpässe, wenn nur etwa die Hälfte der üblichen Lieferungen aus dem Nahen Osten ersetzt werden kann. Einige Flughäfen sehen sogar schon innerhalb von drei Wochen Risiken, auch wenn Frankfurt und München derzeit erklären, es gebe bislang keine Hinweise auf einen Kerosinmangel.

In unserem früheren Beitrag zur drohenden Kerosinknappheit in Europa durch die Blockade der Straße von Hormus haben wir erläutert, dass die verfügbaren Bestände laut IEA-Chef Fatih Birol bei anhaltenden Lieferausfällen nur noch für etwa sechs Wochen reichen könnten. Zudem ging es um die wachsenden Risiken für Flugausfälle sowie um Notfallpläne der Lufthansa, die trotz teilweiser Absicherung des Kerosinbedarfs Stilllegungen älterer Flugzeuge und Streckenstreichungen prüfte.

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