Öl fällt nach dreitägiger Rallye, da Iran-Waffenruhe fragil bleibt

Öl fällt nach dreitägiger Rallye, da Iran-Waffenruhe fragil bleibt
Geopolitische Unsicherheit hält Rohöl trotz Korrektur über 100 $

Die Ölpreise gaben am Mittwoch nach und beendeten damit eine dreitägige Rallye, da Anleger die Fragilität des Waffenstillstands im Nahen Osten abwägten und sich auf einen hochkarätigen Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping vorbereiteten. Die Futures für Brent und WTI fielen jeweils um etwa 1,4 %, was die Vorsicht angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit widerspiegelt.

Höhepunkte

  • Ölpreise fielen um 1,4–1,5 %: WTI bei 100,68 $, Brent bei 106,27 $ pro Barrel.
  • Die Waffenruhe im Iran bleibt wackelig, die Straße von Hormus ist weiterhin weitgehend geschlossen.
  • Trump reist zu Gesprächen mit Xi nach Peking inmitten anhaltender Volatilität am Energiemarkt.
  • Die US-Inflation beschleunigte sich im April auf 3,8 %, während die Rohölvorräte schrumpften.

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Aktueller Handel und jüngste Bewegungen

Zu Beginn des asiatischen Handels am 13. Mai notierte West Texas Intermediate bei 100,68 $ pro Barrel, ein Minus von 1,50 $ oder 1,47 %. Brent-Rohöl fiel um 1,50 $ oder 1,39 % auf 106,27 $ pro Barrel. Der Rückgang erfolgte nach einem kräftigen Plus von mehr als 3 % am Dienstag, das durch schwindende Hoffnungen auf einen dauerhaften Waffenstillstand und Irans verschärfte Kontrolle über die Straße von Hormus ausgelöst wurde.

Seit Ende Februar, nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran und der faktischen Schließung der Meerenge durch Teheran – durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Handels fließt –, notieren beide Benchmarks weitgehend über 100 $ pro Barrel. Die kumulierten Versorgungsunterbrechungen haben mittlerweile 1 Milliarde Barrel überschritten, berichtete Reuters.

Geopolitik, Diplomatie und wirtschaftliche Auswirkungen

Präsident Trump sagte am Dienstag, er glaube nicht, dass er Chinas Hilfe benötige, um den Konflikt mit dem Iran zu beenden, auch wenn die Hoffnungen auf ein dauerhaftes Friedensabkommen schwinden. China bleibt trotz des Drucks der USA der größte Abnehmer von iranischem Öl. Trump wird Xi am Donnerstag und Freitag in Peking treffen.

Analysten der Eurasia Group merkten an, dass das Ausmaß der Störungen bedeutet, dass die Ölpreise bis zum Jahresende wahrscheinlich über 80 $ pro Barrel bleiben werden. Der Krieg wirkt sich bereits auf die US-Wirtschaft aus: Der Verbraucherpreisindex für April stieg im Jahresvergleich um 3,8 % – die höchste jährliche Inflationsrate seit fast drei Jahren –, was vor allem auf die höheren Benzinpreise zurückzuführen ist.

Ökonomen von Capital Economics warnten, dass die höhere Inflation die Konsumausgaben zwar noch nicht drastisch gebremst hat, die sinkende Stimmung und die Einstellungsabsichten jedoch auf eine potenzielle Nachfrageschwäche hindeuten. Erhöhte Zinssätze verteuern die Kreditaufnahme, was den Ölverbrauch weiter dämpfen könnte. Die US-Rohölvorräte sind laut Daten des American Petroleum Institute die vierte Woche in Folge gesunken.

Geopolitische Risiken halten Öl trotz Rücksetzer auf hohem Niveau

Die Preisbewegung am Mittwoch verdeutlicht, wie empfindlich die Energiemärkte weiterhin auf Entwicklungen im Nahen Osten reagieren. Obwohl die Preise leicht zurückgingen, werden sie aufgrund realer Lieferverluste von über 1 Milliarde Barrel weiterhin auf erhöhtem Niveau gehandelt. Trumps bevorstehender Gipfel mit Xi könnte sich angesichts der zentralen Rolle Chinas im iranischen Ölhandel als entscheidend erweisen.

Für die Weltwirtschaft bedeuten anhaltend hohe Energiepreise anhaltenden Inflationsdruck und Wachstumsrisiken – insbesondere in den Vereinigten Staaten, wo steigende Kraftstoffkosten bereits die Verbraucher belasten und die Politik der Federal Reserve verkomplizieren. Die Märkte werden nun auf Klarheit durch die Treffen in Peking und die anstehenden offiziellen US-Lagerbestandsdaten warten.

Zuvor wurde berichtet, dass die Ölpreise nach Trumps Erklärung eine Kriegsaufschlag erhielten.

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