Erdgas hält sich unter 3,24 $, da schwache Nachfrage die Preise drückt

Erdgas hält sich unter 3,24 $, da schwache Nachfrage die Preise drückt
Erdgas

​Nach einer starken Rallye im Mai ist der Erdgasmarkt in eine Korrekturphase übergegangen. Die Preise stehen unter Druck aufgrund hoher Lagerbestände in den Vereinigten Staaten, nachlassender Sorgen über LNG-Lieferunterbrechungen und milderer Wetterbedingungen in Europa. 

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Die US-Benchmark Henry Hub fiel zu Beginn der Woche unter 3,2 $/MMBtu, während Händler nach der jüngsten Rallye weiterhin Gewinne mitnehmen. Gleichzeitig liegen die US-Gasvorräte weiterhin etwa 6 % über dem Fünfjahresdurchschnitt, was das Risiko eines Versorgungsengpasses während der Sommerperiode verringert.

Europäischer Markt verliert Teil seiner Risikoprämie

In Europa standen die TTF-Preise in den letzten Tagen ebenfalls unter Druck. Der Markt reagierte positiv auf die Entspannung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und das Ausbleiben neuer LNG-Lieferunterbrechungen. Zusätzlicher Abwärtssdruck kam von der relativ schwachen Nachfrage und dem milden Wetter. Dennoch bleibt die Situation angespannter als vor einem Jahr: Die europäischen Lagerbestände sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger, was bedeutet, dass jede Lieferunterbrechung schnell wieder Volatilität in den Markt bringen könnte.

USA: Angebotsüberschuss überwiegt vorerst Sommernachfrage

Der US-Markt balanciert derzeit zwischen steigender Stromnachfrage aufgrund von Hitze und einem anhaltenden Gasüberschuss in den Speichern. Die Erholung der LNG-Exportströme nach Wartungsarbeiten stützt die Preise, aber die Marktteilnehmer bevorzugen weiterhin eine „Sell the Rally“-Strategie. Dies deutet darauf hin, dass Händler in den kommenden Wochen nicht mit dem raschen Entstehen von Versorgungsdefiziten rechnen.

Wichtigstes Markt-Fazit

Der kurzfristige Ausblick erscheint moderat bärisch. Die aktuelle Korrektur wird durch komfortable Lagerbestände und einen Rückgang der geopolitischen Risikoprämie getrieben. Das Abwärtspotenzial ist jedoch mittelfristig begrenzt: In den USA gehen weiterhin neue LNG-Exportkapazitäten ans Netz, während Europa seine Speicher vor dem Winter noch aktiv auffüllen muss. Das Basisszenario bleibt ein Seitwärtshandel mit bärischer Tendenz, sofern Wetterbedingungen oder Geopolitik keine neuen bullischen Katalysatoren liefern.

Kurzfristiger Ausblick

Nach einem erneuten Test des Widerstands nahe der Marke von 3,24 $ stehen die NATGAS-Preise wieder unter Druck, wobei die Bären die Unterstützung um 3,00 $ erneut testen, wie ich bereits in Natural gas tests strong resistance amid demand recovery and LNG market risks anmerkte. Von diesem Niveau aus sind Rücksetzer in Richtung 3,00–3,12 $ möglich, wo der Verkaufsdruck erneut zunehmen könnte. Ein Durchbruch unter die Unterstützung würde den Weg für einen Rückgang in Richtung 2,85–2,80 $ ebnen.

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