Bank of Korea hebt Zinsen auf 2,75 % an, da Inflationsdruck zurückkehrt
Die Bank of Korea hat am Donnerstag zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren die Zinsen angehoben, um dem erneuten Inflationsdruck entgegenzuwirken, da Energiekosten, Löhne und eine Währungsschwäche die Aussichten erschweren. Die Entscheidung bringt Südkorea zurück auf einen Straffungskurs, auch wenn die lokalen Märkte aufgrund eines Ausverkaufs bei Chip-Aktien mit starker Volatilität konfrontiert sind.
Höhepunkte
- Die BOK hob die Zinsen auf 2,75 % an.
- Es war die erste Erhöhung seit Januar 2023.
- Die Inflation erreichte im Juni 3,2 %.
- Der Won notierte zuletzt bei etwa 1.482 pro Dollar.
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Die Zentralbank erhöhte ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,75 %, was der Medianprognose von Ökonomen entspricht, wie CNBC berichtete. Es war die erste Anhebung der BOK seit Januar 2023.
Inflation erzwingt einen Politikwechsel
Die Bank of Korea erklärte, dass die Inflation voraussichtlich „für beträchtliche Zeit“ über ihrem Ziel von 2 % bleiben wird, wobei höhere Energiepreise die Wirtschaft immer noch mit zeitlicher Verzögerung beeinflussen. Die Gesamtinflation stieg im Juni auf 3,2 %, den höchsten Stand seit 2023.
Die Zentralbank wies zudem auf Unsicherheiten bezüglich des Wechselkurses, des Tempos der Erholung der Binnennachfrage und des Lohnwachstums hin. Sie erwartet nun für 2026 eine durchschnittliche Gesamtinflation von 2,7 %, während die Kerninflation voraussichtlich etwas höher ausfallen wird als die vorherige Prognose von 2,4 %.
Die Löhne sind ein weiteres Problem. Die BOK erklärte letzten Monat, dass hohe Leistungsboni bei großen IT-Unternehmen zu breiteren Lohnsteigerungen führen könnten, was den Inflationsdruck erhöht.
Won-Schwäche und Wachstum geben Spielraum für Straffungen
Die Zinserhöhung erfolgt auch nach einem anhaltenden Rückgang des Won. Die Währung erreichte am 5. Juni ein 17-Jahres-Tief von 1.561,5 pro Dollar und näherte sich diesem Niveau später mit 1.559 erneut an. Seitdem hat sie sich gefestigt und lag zuletzt bei etwa 1.482 pro Dollar.
Höhere Zinssätze können eine Währung stützen, indem sie lokale Vermögenswerte für ausländische Investoren attraktiver machen. Die BOK verfügt zudem über ein stärkeres Wachstumsumfeld als viele Konkurrenten: Südkoreas Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 3,8 %, das schnellste Tempo seit Ende 2021.
Dennoch bleiben die Märkte unter Druck. Der KOSPI fiel um fast 6 %, da Samsung Electronics und SK Hynix im Gleichschritt mit Verlusten bei US-Chip-Aktien nachgaben.
Ein schwierigerer Balanceakt für Seoul
Die BOK versucht, die Inflation einzudämmen, ohne eine durch Exporte und Technologienachfrage gestützte Erholung zu gefährden. Capital Economics erklärte, dass weitere Straffungen wahrscheinlich seien, und verwies auf die Inflation über dem Zielwert und das widerstandsfähige Wachstum.
Dies stellt die politischen Entscheidungsträger vor einen schwierigen Kompromiss. Stärkere Exporte und das Wachstum im ersten Quartal geben der Zentralbank Handlungsspielraum, aber sinkende reale Einzelhandelsumsätze und starke Schwankungen am Aktienmarkt zeigen, dass höhere Zinsen Haushalte und Investoren dennoch auf die Probe stellen könnten.
Zuvor berichteten wir, dass Südkorea Krypto-Transfers unter Devisenkontrollen stellt.
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