WTI-Rohöl stabilisiert sich bei $60 vor der OPEC+-Entscheidung und den Auswirkungen der russischen Sanktionen
Die WTI-Rohölpreise rutschten am Donnerstag wieder in Richtung 60 US-Dollar pro Barrel und gaben frühere Gewinne wieder auf, da die Händler das gemischte Ergebnis des Gipfeltreffens zwischen Trump und Xi verdauten. Während sich die beiden Staatsoberhäupter auf Zollsenkungen und Fortschritte beim Handelsrahmen einigten, fehlte eine Zusammenarbeit im Energiebereich, so dass die Angebotsaussichten ungewiss blieben.
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Höhepunkte
- WTI-Rohöl hält sich in der Nähe der 60 $-Marke, da die Händler der Entscheidung der OPEC+ über die Fördermenge entgegensehen.
- Die Sanktionen gegen russische Ölfirmen erhöhen den Druck auf die globalen Angebotsaussichten.
- Die Momentum-Signale bleiben schwach, und das Abwärtsrisiko steigt unter 60 $.
Aufgrund dieser Leere richtet sich die Aufmerksamkeit auf das bevorstehende OPEC+-Treffen am 2. November, bei dem das Bündnis Berichten zufolge eine bescheidene Produktionserhöhung für Dezember in Betracht zieht. Dieser Schritt erfolgt inmitten erneuter geopolitischer Spannungen, nachdem Washington die Sanktionen gegen große russische Ölfirmen verschärft hat.
Präsident Trump forderte auch Peking auf, seine Rohölimporte aus Moskau zu reduzieren, ein Signal, das das fragile Gleichgewicht des Marktes zwischen politischen Manövern und physischer Angebotsdynamik unterstreicht.
Technisches Bild zeigt Druckaufbau
Der technische Hintergrund zeichnet ein vorsichtiges Bild. WTI bleibt innerhalb eines Abwärtskanals gefangen, der sich von den Hochs des Hochsommers herleitet, wobei wiederholte Fehlschläge in der Nähe der Spanne von 63 bis 65 $ den übergeordneten Widerstand verstärken. Die EMAs der 100- und 200-Tage-Linie, die bei 63 $ bzw. 65,30 $ liegen, definieren weiterhin diese Obergrenze.

Dynamik des WTI-Rohölpreises (Quelle: TradingView)
Kurzfristige Niveaus sind ebenso wichtig. Die 20- und 50-Tages-EMAs liegen eng beieinander zwischen 60,30 $ und 61,65 $ und bilden eine kurzfristige Pivot-Zone. Ein nachhaltiger Schlusskurs unter 60 $ würde die kritische Unterstützung bei 55,20 $ freilegen - eine Untergrenze, die seit dem Ausverkauf im Frühjahr wiederholt gehalten hat. Die Rückeroberung des 200-Tage-EMA bei 65,30 $ bleibt die Schwelle für die Umkehrung des allgemeinen Abwärtstrends.
Die Momentum-Indikatoren spiegeln diese Schwäche wider. Der RSI liegt bei 47, einem Wert, der auf eine nachlassende zinsbullische Überzeugung, aber noch nicht auf eine vollständige Kapitulation hindeutet. Ohne einen eindeutigen Katalysator durch das OPEC+-Treffen bleibt das Risiko einer weiteren Abwärtsbewegung hoch.
Makroökonomisches Umfeld drückt auf die Stimmung
Abgesehen von den Charts hat die Marktstimmung mit gemischten Signalen zu kämpfen. Rohöl der Sorte WTI dürfte den dritten Monat in Folge mit Verlusten abschließen - die längste Verlustserie seit Mitte 2023 -, da die Angst vor einem Überangebot trotz eskalierender Sanktionen und geopolitischer Störungen anhält. Während die US-Sanktionen gegen Russlands Energieriesen die langfristigen Aussichten verschärfen, bleiben die kurzfristigen Gleichgewichte locker, insbesondere da die OPEC+-Mitglieder ihre Produktion leise anheben.
Sollte das Kartell im Dezember eine Produktionssteigerung vornehmen, könnten die Preise zusätzlichen Gegenwind bekommen, warnen Analysten. Auch auf der Nachfrageseite sind die Aussichten uneinheitlich. Die Fortschritte in den Handelsverhandlungen zwischen den USA und China bieten eine gewisse Unterstützung, aber das Fehlen einer spezifischen Zusammenarbeit im Energiebereich dämpft den Optimismus. Gleichzeitig unterstreicht die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte die Sorge um eine Verlangsamung des Wachstums - ein weiterer Belastungsfaktor für die Ölnachfrageerwartungen.
Ausblick: Druck im Vorfeld des OPEC+-Treffens nimmt zu
WTI-Rohöl befindet sich an einem kritischen Punkt. Eine nachhaltige Verteidigung der 60 $-Marke könnte eine kurzfristige Erholung in Richtung der 63-65 $-Zone auslösen, doch bleiben die Verkäufer vorerst fest unter Kontrolle. Ein Durchbruch unter die 60 $-Marke würde die Verluste wahrscheinlich in Richtung 55,20 $ beschleunigen, wo ein entscheidender Durchbruch zu einem Abrutschen in Richtung der niedrigen 50 $-Marke führen könnte.
Wie bereits erwähnt, steht die technische Situation im Einklang mit einem breiteren makroökonomischen Thema, bei dem eine schwache Nachfrage mit politischer Unsicherheit kollidiert. Angesichts der Verschärfung der Sanktionen, der Uneinigkeit der OPEC+ und des schwindenden Handelsoptimismus treten die Ölmärkte in eine unbeständige Phase ein, in der sich die Stimmung auf der Grundlage von Produktionsschlagzeilen und globalen Wachstumsdaten rasch ändern kann.
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