UNCTAD fordert stärkere Handelskooperation auf WTO-Forum

UNCTAD fordert stärkere Handelskooperation auf WTO-Forum
UNCTAD fordert Geschlossenheit im Handel

Da der Dienstleistungshandel wächst und Risiken in den Lieferketten fortbestehen, erklärt UN Trade and Development, dass die Handelspolitik eine breitere Koordinierung benötigt, um inklusives und nachhaltiges Wachstum zu fördern. Die Organisation verknüpft diese Agenda mit Lücken bei digitalen Dienstleistungen und den Folgen der Hormuz-Krise für gefährdete Volkswirtschaften.

Das Wichtigste

  • UNCTAD fordert auf dem WTO Public Forum 2026 eine engere Abstimmung zwischen Handel, Industriepolitik, Dienstleistungen, Technologie, Finanzen und Investitionen, um Entwicklungsergebnisse zu erzielen.
  • Digital erbrachte Dienstleistungen machen 56 % der weltweiten Dienstleistungsexporte aus, gegenüber 16 % in den am wenigsten entwickelten Ländern und 61 % in entwickelten Volkswirtschaften; die Unterschiede werden durch digitale Infrastruktur und regulatorische Kompatibilität bestimmt.
  • Störungen in der Straße von Hormus seit Ende Februar betreffen 11 % des weltweiten Seehandels und ein Drittel der seegestützten Ölexporte und könnten für 61 gefährdete Volkswirtschaften bei einem Ölpreisanstieg von 50 % jährliche zusätzliche Öleinfuhrkosten von $20,4 Milliarden verursachen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Digitale Dienstleistungen und politische Koordinierung

Wie UN Trade and Development berichtet, teilt die Organisation dem WTO Public Forum 2026 in Genf mit, dass Handel allein keine Entwicklungsergebnisse erzielen kann und eine engere Abstimmung mit Industriepolitik, Dienstleistungen, Technologie, Finanzen und Investitionen erfordert. Laut UNCTAD kann eine stärkere Koordinierung Ländern helfen, politische Ziele in konkrete Fortschritte umzusetzen und zugleich die Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Schocks zu erhöhen.

Das Forum konzentriert sich in diesem Jahr auf den Dienstleistungshandel, den UNCTAD als den am schnellsten wachsenden Sektor des Welthandels bezeichnet. Bei einer Sitzung zu digitalfähigen Dienstleistungsökonomien erklärt der amtierende Generalsekretär Pedro Manuel Moreno, dass digital erbrachte Dienstleistungen erhebliche Chancen schaffen, die Kluft zwischen den Ländern jedoch größer wird.

Digital erbringbare Dienstleistungen machen 56 % der weltweiten Dienstleistungsexporte aus, verglichen mit 16 % in den am wenigsten entwickelten Ländern und 61 % in den entwickelten Volkswirtschaften. Moreno erklärt, dass digitale Bereitschaft nicht nur vom Internetzugang abhängt, sondern auch von Zahlungssystemen, Logistik, Kompetenzen und Kapitalzugang, während eine stärkere Kompatibilität zwischen bilateralen, regionalen und multilateralen Regeln für den digitalen Handel weiterhin unerlässlich ist.

Störungen in der Straße von Hormus erhöhen Kosten für gefährdete Volkswirtschaften

In einer separaten Forumsdiskussion über die Hormuz-Krise geht es darum, wie Störungen kritischer Seerouten auf die gesamte Wirtschaft übergreifen. Durch die Straße von Hormus werden volumenmäßig etwa 11 % des weltweiten Seehandels und rund ein Drittel der seegestützten Ölexporte transportiert; seit Ende Februar beeinträchtigt die anhaltende Krise Schifffahrt, Energiepreise, Dünger- und Transportkosten, Lebensmittelpreise sowie Finanzmärkte.

UNCTAD zufolge ist der Druck besonders stark für die am wenigsten entwickelten Länder und kleine Inselentwicklungsländer, darunter 61 Volkswirtschaften, die sowohl bei Öl als auch bei Getreide auf Importe angewiesen sind. Viele von ihnen gehen mit hoher Verschuldung und begrenzten finanziellen Puffern in die Krise, und UNCTAD schätzt, dass ein Anstieg der Ölpreise um 50 % ihre Öleinfuhrrechnung um $20,4 Milliarden pro Jahr erhöhen könnte.

Auch der Düngemittelhandel ist gefährdet, da normalerweise etwa ein Drittel der weltweiten seegestützten Düngemittelströme die Meerenge passiert. Moreno erklärt, dass Schocks sich schnell ausbreiten, aber nur langsam abklingen, und plädiert für Frühwarnsysteme, die Schifffahrt, Energie, Nahrungsmittel und Finanzen verknüpfen, sowie für Zugang zu Liquidität, Handelsfinanzierung und verlässlicher Logistik, wenn Krisen eintreten.

Unser früherer Artikel darüber, dass Londoner Transportversicherer die Hochrisikozone im Schwarzen Meer ausweiten, erläuterte, wie eskalierende Angriffe auf Handelsschiffe zu strengeren Meldepflichten führen und Kriegsrisikoprämien in die Höhe treiben. Wir stellten fest, dass die höheren Versicherungskosten eine typische siebentägige Reise um Hunderttausende Dollar verteuern und den Druck auf Getreide- und Energielieferungen durch einen wichtigen regionalen Korridor erhöhen.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.