Hlib Chabaniuk

Prognose für Polens Wirtschaftswachstum bleibt stabil, da die EBRD 2026 Unterstützung durch Investitionen erwartet

Prognose für Polens Wirtschaftswachstum bleibt stabil, da die EBRD 2026 Unterstützung durch Investitionen erwartet
Starker Wachstumsausblick für Polen

Polen zählt weiterhin zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa sowie den baltischen Staaten, da Investitionstätigkeit und Mittel der Europäischen Union die Wirtschaftsleistung weiter stützen. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung erwartet, dass die Wirtschaft 2026 um 3,5 Prozent wächst, bevor sich das Wachstum 2027 auf 2,8 Prozent abschwächt, und nennt Energiekosten sowie fiskalische Belastungen als zentrale Risiken.

Das Wichtigste

  • Die EBRD hält an ihrer Wachstumsprognose für Polen von 3,6 Prozent für 2025 und 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr im ersten Halbjahr 2026 fest und verweist auf die widerstandsfähige Entwicklung.
  • Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichnen Anfang 2026 ihren stärksten Anstieg seit 2023, da durch die EU-Aufbau- und Resilienzfazilität finanzierte Projekte beschleunigt werden und das investitionsgetriebene Wachstum stützen.
  • Trotz robuster Wirtschaftstätigkeit dürfte Polens Haushaltsdefizit 2026 das Ziel von 6,8 Prozent übersteigen, wodurch das Land weiterhin dem EU-Verfahren bei einem übermäßigen Defizit unterliegt.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Prognoseausblick durch Investitionen und EU-Mittel gestützt

Wie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in ihrem jüngsten Bericht zu den regionalen Wirtschaftsaussichten mitteilt, lässt sie ihre Wachstumsprognose für Polen gegenüber ihren Juni-Prognosen unverändert und erklärt, dass die Wirtschaft weiterhin Widerstandsfähigkeit zeige. Die Bank geht davon aus, dass das Wachstum 2025 3,6 Prozent erreicht und im ersten Halbjahr 2026 mit 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr stark bleibt.

Investitionsausgaben bilden eine wichtige Stütze. Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ihren stärksten Anstieg seit 2023, da durch die Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union finanzierte Projekte vor den Programmfristen beschleunigt werden.

Der Inflationsdruck bleibt trotz externer Schocks ebenfalls begrenzt. Befristete Maßnahmen zu Kraftstoffpreisen bis Ende August tragen dazu bei, den Preisauftrieb einzudämmen, während die Inflation im August 2026 bei 3,4 Prozent liegt und damit innerhalb des Toleranzbereichs der Nationalbank Polens bleibt; der Leitzins ist seit der letzten Senkung im März unverändert.

Externe Risiken und fiskalische Belastungen prägen den Ausblick

Polen dürfte zudem durch verteidigungsbezogene Investitionen zusätzliche Unterstützung erhalten, nachdem es die größte Zuteilung im Rahmen des Instruments „Security Action for Europe“ der Europäischen Union erhalten hat. Die Regierung erwartet, dass mehr als 80 Prozent dieser Ausgaben im Inland erfolgen und damit die Wirtschaftstätigkeit stärken.

Gleichzeitig ist der Ausblick Abwärtsrisiken durch eine schwächere Nachfrage im Euroraum, anhaltend hohe Energiepreise infolge der Spannungen im Nahen Osten und Druck auf die öffentlichen Finanzen ausgesetzt. Trotz soliden Wachstums weist Polen das zweithöchste gesamtstaatliche Defizit in der EU auf und unterliegt weiterhin dem Verfahren bei einem übermäßigen Defizit der Union. Das Haushaltsdefizit für 2026 dürfte das Ziel von 6,8 Prozent übersteigen, da die Ausgaben schneller steigen als die Steuereinnahmen.

Auch das breitere regionale Bild hat sich seit Juni verschlechtert: Die EBRD verweist auf höhere Energiekosten, restriktivere Finanzierungsbedingungen sowie Störungen im internationalen Handel und in der Logistik. Für die Bank rechtfertigt diese Entwicklung eine Abwärtsrevision ihrer aggregierten Wachstumsprognose für 2026 für die Volkswirtschaften, in denen sie tätig ist.

Die EBRD bleibt ein bedeutender institutioneller Investor in Polen. Im Jahr 2025 investiert sie mehr als 1,35 Milliarden Euro in 44 Projekte, wobei 74 Prozent der Finanzierung in erneuerbare Energien, Energiespeicherung, Energieeffizienz und nachhaltige Infrastruktur fließen.

Unser früherer Artikel über Italiens Streit mit ISTAT zum Haushaltsdefizit untersuchte, wie bestätigte Defizitzahlen Rom weiterhin dem EU-Verfahren bei einem übermäßigen Defizit aussetzten und die politischen Spannungen um die fiskalische Glaubwürdigkeit verschärften. Wir stellten fest, dass die Regierung die Methodik des Statistikamts infrage stellte, während ISTAT seine Unabhängigkeit und die Einhaltung europäischer Standards verteidigte – was verdeutlicht, wie fragile öffentliche Finanzen zu einem erheblichen wirtschaftlichen und institutionellen Risikofaktor werden können.

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