Boeing stellt Transparenz des EU-Kredits an Airbus infrage

Boeing stellt Transparenz des EU-Kredits an Airbus infrage
Boeing ficht Rekord-EU-Finanzierung für Airbus an

Boeing hat Washington gebeten, einen von der EU unterstützten Rekordkredit in Höhe von 3 Milliarden Euro (3,43 Milliarden US-Dollar) an Airbus zu prüfen. Die Anfrage erfolgt nur wenige Wochen, nachdem sich die USA und die EU stillschweigend darauf geeinigt haben, ihren Waffenstillstand im Streit um Flugzeugsubventionen beizubehalten, während Airbus sich auf das vorbereitet, was sein nächstes großes Flugzeugprogramm werden könnte.

Höhepunkte

  • Boeing fordert Prüfung des 3-Milliarden-Euro-Kredits.
  • Die EU bezeichnet die Finanzierung als Routine.
  • Der Zeitpunkt hat Subventionsbedenken geweckt.
  • Der Streit könnte den Waffenstillstand in der Luftfahrt belasten.

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Laut Reuters hat Boeing den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer gedrängt, die vollständige Offenlegung des von der Europäischen Investitionsbank genehmigten Kredits zu fordern. Das am 29. Juni angekündigte Paket ist die größte Unternehmensfinanzierung, die der EU-Kreditgeber Airbus jemals gewährt hat, und umfasst eine erste Tranche von 1 Milliarde Euro.

Boeing hinterfragt den Zeitpunkt der Airbus-Finanzierung

In seinem Schreiben argumentierte Boeing, dass der Kredit eine genauere Prüfung verdiene, da er nur vier Tage nach der Genehmigung einer unbefristeten Verlängerung des Abkommens von 2021 durch Brüssel angekündigt wurde, das die mit dem Airbus-Boeing-Subventionsstreit verbundenen Zölle aussetzte.

Dieses Abkommen beendete einen der am längsten andauernden Kämpfe bei der Welthandelsorganisation nach 17 Jahren Rechtsstreit und Milliarden von Dollar an Vergeltungszöllen, die Branchen weit über die Luftfahrt hinaus betrafen.

Boeing erklärte, die EU solle erläutern, wie die Finanzierung mit den im Waffenstillstand enthaltenen Transparenzverpflichtungen vereinbar sei. Das Unternehmen bezeichnete den Zeitpunkt als unerwartet und sagte, die Größe des Pakets rechtfertige eine umfassendere Offenlegung.

Die Europäische Investitionsbank wies Vermutungen zurück, Airbus habe eine Vorzugsbehandlung erhalten, und erklärte, die Finanzierung sei ein marktüblicher, verzinslicher Kredit und Teil ihrer regulären Kreditvergabe. Airbus lehnte eine Stellungnahme ab, während die Europäische Kommission und das Büro des US-Handelsbeauftragten nicht sofort reagierten.

Pläne für neue Flugzeuge verschärfen die Debatte

Der Streit fällt in eine Zeit, in der Airbus die Planung für seine nächste Generation von Single-Aisle-Flugzeugen beschleunigt. Vorstandsvorsitzender Guillaume Faury hat erklärt, dass die Entwicklung eines Nachfolgers für die A320neo um das Jahr 2030 im Rahmen eines internen Projekts namens eAction beginnen könnte.

Boeing hob diesen Zeitplan in seinem Schreiben hervor und argumentierte, dass die Finanzierung mit der öffentlichen Zusage von Airbus zu einem künftigen Flugzeugprogramm zusammenfalle. Obwohl Boeing die Ansicht vertritt, dass die Marktbedingungen für die Einführung eines neuen Jets noch nicht günstig sind, erwarten Branchenanalysten, dass beide Hersteller noch vor Ende des Jahrzehnts mit konkurrierenden Entwicklungsprojekten beginnen werden.

Das Thema könnte auch bei umfassenderen Handelsgesprächen zur Sprache kommen. Präsident Donald Trump hat kürzlich Verhandlungen über ausländische Flugzeugimporte gefordert, und US-Beamte deuteten an, dass die Bedenken von Boeing Teil dieser Gespräche werden könnten.

Druck unterhalb des Waffenstillstands baut sich auf

Die jüngste Unstimmigkeit zeigt, dass der politische Waffenstillstand zwischen Washington und Brüssel die Bedenken über staatlich unterstützte Hilfen für Flugzeughersteller nicht beseitigt hat. Während beide Regierungen von einem erneuten Zollstreit Abstand genommen haben, verschärft sich der Wettbewerb um die nächste Generation von Verkehrsflugzeugen. Wie beide Seiten mit der Airbus-Finanzierung umgehen, könnte künftige Handelsverhandlungen sowie Investitionsentscheidungen in der gesamten globalen Luft- und Raumfahrtindustrie beeinflussen.

Zuvor berichteten wir, dass China bis zu 750 Boeing-Jets kaufen könnte, in einem potenziellen Deal des Jahrzehnts.

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