EZB: Wachstum von Stablecoins könnte Kreditvergabe in der Eurozone schwächen
Die Europäische Zentralbank erklärte, dass die wachsende Beliebtheit von Stablecoins die Bankeinlagen verringern und die Kreditvergabe schwächen könnte. In ihrem Arbeitspapier "Stablecoins and Monetary Policy Transmission" stellt die Regulierungsbehörde fest, dass die Verlagerung von Geldern in digitale Vermögenswerte bereits mit einem messbaren Rückgang der Privatkundeneinlagen verbunden ist.
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Laut Cointelegraph sind Banken traditionell auf Einlagen als billige und stabile Finanzierungsquelle angewiesen.
Ein Rückgang der Einlagen könnte Kreditinstitute dazu zwingen, sich stärker auf teurere marktbasierte Finanzierungen zu stützen. Dies wiederum könnte das Volumen der für Unternehmen verfügbaren Kredite verringern. Nach Angaben der EZB hängen die Auswirkungen vom Ausmaß der Einführung von Stablecoins und dem jeweiligen Rechtsrahmen ab.
Auswirkungen auf den Zinstransmissionsmechanismus
Die Autoren des Berichts betonen, dass Stablecoins die geldpolitischen Transmissionskanäle stören könnten. Da Einlagen abfließen, werden die Reaktionen der Banken auf Änderungen der Leitzinsen weniger vorhersehbar. Wenn die Finanzierungskosten steigen, können die Banken die Kreditvergabe einschränken, selbst wenn die Zinsen gesenkt werden.
Die EZB weist darauf hin, dass die Auswirkungen nicht linear sind - bei einer geringen Verbreitung sind die Auswirkungen begrenzt, aber bei einer umfassenden Nutzung verstärken sie sich. In dem Dokument heißt es, dass das Wachstum digitaler Währungen die Kreditvergabe an die Realwirtschaft verringern könnte. Infolgedessen wird die Stabilität des Finanzsystems empfindlicher gegenüber der Struktur digitaler Vermögenswerte.
Dollar-gestützte Token erhöhen den Druck
Besonders besorgniserregend ist die Dominanz der an den Dollar gekoppelten Stablecoins. Nach Angaben von CoinGecko machen die an den Dollar gekoppelten Token etwa 97 % des Marktes aus, mit einer Kapitalisierung von rund 301 Mrd. US-Dollar. Der gesamte Stablecoin-Markt übersteigt 312 Mrd. USD und könnte Prognosen zufolge bis 2028 2 Billionen USD erreichen.
Wenn die meisten Transaktionen in der Eurozone über auf Dollar lautende digitale Vermögenswerte abgewickelt werden, könnte dies die Rolle des Euro im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr schwächen. Die EZB hat bereits früher vor Risiken für die Währungssouveränität gewarnt. Das Wachstum des Dollars in digitaler Form könnte die Währungsabhängigkeit der Region erhöhen.
Marktgröße und mögliche Folgen
In den letzten drei Jahren hat sich die Marktkapitalisierung von Stablecoins mehr als verdoppelt, was ihre wachsende Rolle im Zahlungsverkehr und im Handel mit digitalen Vermögenswerten widerspiegelt. Für die Banken der Eurozone könnte selbst ein teilweiser Abfluss von Einlagen einen Anstieg der Finanzierungskosten um Dutzende von Basispunkten bedeuten. In einer sich verlangsamenden Wirtschaft könnte dies die Kreditverknappung verstärken.
Wenn der Anteil von Stablecoins im Zahlungsverkehr weiter zunimmt, könnte die EZB die Entwicklung eines digitalen Euro als Alternative beschleunigen. Die aktuelle Dynamik zeigt, dass digitale Vermögenswerte zu einem Faktor werden, der bei geldpolitischen Entscheidungen bereits berücksichtigt wird. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Stablecoins auf die Banken auswirken werden, sondern vielmehr das Ausmaß dieser Auswirkungen.
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