Michael Saylor warnt vor einer systemischen Bedrohung der Weltwirtschaft durch Quantencomputer

Michael Saylor warnt vor einer systemischen Bedrohung der Weltwirtschaft durch Quantencomputer
Saylor betont die Notwendigkeit neuer Krypto-Standards

Die Diskussion über die Auswirkungen von Quantentechnologien auf den Kryptomarkt ist nach einer Debatte zwischen Michael Saylor und dem Risikokapitalgeber Chamath Palihapitiya wieder in den Mittelpunkt gerückt. Auslöser war die wachsende Sorge, dass Fortschritte in diesem Bereich die Stabilität der modernen digitalen Infrastruktur in Frage stellen könnten.

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Gleichzeitig forcieren die großen Technologieunternehmen ihre Forschungsanstrengungen. Insbesondere IBM erweitert den Zugang zu seinen Quantensystemen und beschleunigt damit die Marktbereitschaft für künftige Veränderungen.

Die Quantenbedrohung geht über Bitcoin hinaus

Saylor widerspricht der Ansicht, dass die Quantenrisiken auf Bitcoin beschränkt sind. Er argumentiert, dass im Falle eines echten Durchbruchs die Folgen das gesamte digitale Ökosystem betreffen würden - von Bankensystemen bis hin zu Cloud-Diensten.

Er stellt fest, dass die Annahme, die digitale Welt sei gegen Quantenangriffe resistent, falsch ist: Wenn die Kryptographie gebrochen wird, würden sich die Auswirkungen über Bitcoin hinaus auf Systeme der künstlichen Intelligenz, die Cloud-Infrastruktur, das Bankwesen und das Internet als Ganzes erstrecken. In einem solchen Szenario müsse die gesamte technologische Infrastruktur gleichzeitig aufgerüstet werden.

Palihapitiya hatte zuvor eine ähnliche Sorge geäußert und argumentiert, dass die rasche technologische Beschleunigung - insbesondere durch künstliche Intelligenz - langfristige Geschäftsprognosen zunehmend unzuverlässig macht und die Unternehmensbewertungen untergraben könnte. In diesem Zusammenhang fügt das Quantencomputing eine weitere Ebene des Systemrisikos hinzu.

Vor diesem Hintergrund positioniert Saylor Bitcoin weiterhin als "digitales Kapital", das aufgrund seines begrenzten Angebots und seiner dezentralen Architektur in der Lage ist, selbst bei großen technologischen Veränderungen seinen Wert zu erhalten.

Wie sich die Branche auf eine Post-Quantum-Ära vorbereitet

Parallel zur Debatte beginnt die Branche, praktische Schritte zu unternehmen. IBM kündigte eine Erweiterung seines Quantum Open Plan an, die die verfügbare Laufzeit erhöht und den Zugang zum fortschrittlicheren Heron R2 Prozessor ermöglicht.

"Ab heute können Forscher, die innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums 20 Minuten Laufzeit in Anspruch nehmen, an einer einmaligen Sonderaktion teilnehmen und 180 Minuten Laufzeit für die nächsten 12 Monate erhalten", so das Unternehmen in einer Erklärung.

Ein erweiterter Zugang zu solchen Ressourcen ermöglicht es Forschern, komplexere Algorithmen zu testen und die Arbeit an quantenresistenter Kryptografie zu beschleunigen. Banken, Technologieunternehmen und Blockchain-Entwickler suchen bereits nach Wegen, um auf Post-Quantum-Sicherheitsstandards umzusteigen.

Warum dies für den Markt wichtig ist

Quantencomputer stellen noch keine direkte Bedrohung für bestehende kryptografische Systeme dar, aber ihre Entwicklung verändert bereits die Diskussion. Die Vorbereitungen für die Umstellung auf neue Verschlüsselungsstandards sind im Gange und deuten auf eine groß angelegte Überholung der digitalen Infrastruktur hin - von Finanzsystemen bis hin zu Regierungsnetzwerken. In den Vereinigten Staaten arbeitet das NIST beispielsweise an quantenresistenten kryptografischen Algorithmen.

Für den Kryptomarkt bedeutet dies sowohl ein Risiko als auch eine Chance. Wenn der Übergang koordiniert vonstatten geht, wie Saylor vorschlägt, könnten digitale Vermögenswerte ihre Rolle in einer neuen technologischen Landschaft beibehalten - oder sogar stärken.

Kevin O'Leary hat auch darauf hingewiesen, dass das Quantencomputing bereits Investitionsentscheidungen beeinflusst. Er stellte fest, dass selbst die theoretische Möglichkeit, die Kryptographie zu knacken, ausreicht, um große institutionelle Anleger vorsichtig zu machen. Auch wenn es solche Möglichkeiten noch nicht gibt, wird das wahrgenommene Risiko bereits zu einem Faktor für eine konservativere Kapitalallokation in Bitcoin.

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