Solana führt nach dem Drift-Angriff neue DeFi-Sicherheitsmaßnahmen ein

Solana führt nach dem Drift-Angriff neue DeFi-Sicherheitsmaßnahmen ein
Solana verschärft DeFi-Sicherheit nach Hacking

Die Solana Foundation hat nach einem der größten Hacks des Jahres im Netzwerk-Ökosystem ein neues Sicherheitsprogramm für DeFi-Projekte angekündigt. Unmittelbarer Auslöser war der Vorfall mit dem Drift-Protokoll im April, bei dem sich der Schaden nach verschiedenen Schätzungen auf etwa 280 bis 285 Mio. USD belief. Der Angriff selbst zeigte, dass die Schwachstelle nicht nur im Code, sondern auch in der Betriebssicherheit liegen kann.

Höhepunkte

  • STRIDE führt unabhängige Überprüfungen, öffentliche Berichte und eine kontinuierliche Überwachung für Solana DeFi ein.
  • Protokolle mit einer TVL von mehr als 10 Mio. USD kommen für eine 24/7-Bedrohungsüberwachung in Frage, während Projekte mit einer TVL von mehr als 100 Mio. USD für eine formelle Überprüfung in Frage kommen.
  • SIRN soll die Reaktionszeiten bei Angriffen nach dem Hack des Drift-Protokolls in Höhe von 280 bis 285 Millionen Dollar verkürzen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Wie Solana die DeFi-Sicherheit überarbeitet

Wie Cryptopolitan berichtet, stellte die Solana Foundation am 6. April ein Paket neuer Initiativen vor. Im Mittelpunkt steht STRIDE, ein Programm, das zusammen mit Asymmetric Research entwickelt und als einheitlicher Sicherheitsbewertungsstandard für Solana DeFi vorgestellt wird. Protokolle werden in acht Kategorien einer unabhängigen Prüfung unterzogen, und die Ergebnisse sollen öffentlich veröffentlicht werden, damit Nutzer und Investoren erkennen können, wie zuverlässig ein bestimmter Dienst ist.

Für Projekte mit einem gesperrten Gesamtwert (TVL) von mehr als 10 Millionen US-Dollar bietet Solana nach Abschluss der Bewertung eine Rund-um-die-Uhr-Bedrohungsüberwachung an. Bei Protokollen mit einem TVL von über 100 Millionen US-Dollar wird die Stiftung separat eine formale Verifizierung finanzieren, d. h. eine mathematische Überprüfung von Smart Contracts in allen möglichen Ausführungsszenarien. Dies stellt eine deutliche Abkehr vom typischen DeFi-Modell dar, bei dem sich die Sicherheit oft auf eine Prüfung vor dem Start beschränkt hat und Korrekturen erst nach einem Vorfall vorgenommen wurden.

Eine direkte Reaktion auf den Hack des Drift-Protokolls

Die neue Sicherheitsarchitektur steht in direktem Zusammenhang mit dem Angriff auf Drift Protocol. Der Angreifer erlangte die Kontrolle über die administrativen Befugnisse des Sicherheitsrats, indem er dauerhafte Nonce-Konten und vorab signierte Transaktionen verwendete. Anschließend wurden Abhebungsbeschränkungen aufgehoben und ein bösartiger Vermögenswert hinzugefügt, wodurch mindestens 280 Millionen Dollar abgezogen werden konnten, während PeckShield den Schaden auf etwa 285 Millionen Dollar schätzte.

Vor diesem Hintergrund hat Solana auch SIRN, das Solana Incident Response Network, ein Schnellreaktionsnetzwerk für Sicherheitsvorfälle, ins Leben gerufen. Zu seinen Mitgliedern gehören Asymmetric Research, OtterSec, Neodyme, Squads und ZeroShadow. Nach Angaben der Stiftung werden die Teilnehmer des Netzwerks Informationen über Bedrohungen austauschen, Maßnahmen bei aktiven Angriffen koordinieren und zur Verbesserung des STRIDE-Systems selbst beitragen. Mit anderen Worten: Es handelt sich um einen Versuch, die Reaktion auf Vorfälle von einem Ad-hoc-Ansatz auf eine permanente, organisierte Infrastruktur umzustellen.

Ein neuer Standard für einen reiferen DeFi-Markt

Solana erkennt an, dass Audits allein nicht mehr ausreichen, um ein ausgereiftes DeFi-Ökosystem zu schaffen. Die Stiftung hebt gesondert hervor, dass die neuen Werkzeuge die Protokolle selbst nicht von ihrer Verantwortung entbinden, sondern das Grundniveau des Schutzes im gesamten Netzwerk anheben sollen.

Gleichzeitig wird erwartet, dass alle Ökosystem-Projekte weiterhin kostenlosen Zugang zu einer Reihe von Sicherheitsdiensten erhalten, darunter die Bedrohungserkennungssysteme von Hypernative, die Überwachung von Range Security, die Angriffssimulation Riverguard von Neodyme sowie die Tools von Sec3 und AuditWare.

Damit versucht Solana nicht nur auf einen bestimmten Hack zu reagieren, sondern auch auf eine umfassendere Frage: Wie kann DeFi in einer Umgebung geschützt werden, in der Angriffe immer raffinierter werden und zunehmend nicht nur auf Fehler im Code abzielen, sondern auch auf Prozesse, Berechtigungen und menschliches Versagen.

In einem früheren Bericht haben wir darauf hingewiesen, dass Solana nach dem 280-Millionen-Dollar-Defi-Übergriff auf das Drift-Protokoll zulegt.

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