Japanische SBI Shinsei Bank gibt Krypto-Gutscheine an Einleger aus
Die japanische SBI Shinsei Bank plant die Einführung eines Dienstes, der es Kunden ermöglicht, Krypto-Gutscheine basierend auf ihrem Kontostand zu erhalten. Die Gutscheine können gegen Bitcoin, Ethereum oder XRP eingetauscht werden.
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Laut Nikkei erhalten Einleger Gutscheine im Wert von 20 % ihrer aufgelaufenen Zinsen. Diese Boni werden zusätzlich zu den regulären Zinszahlungen in Yen gewährt.
Um die Gutscheine zu nutzen, müssen Kunden ein Konto bei SBI VC Trade eröffnen, der Kryptowährungsplattform, die Teil der SBI Group ist.
Dieses Format verwandelt ein traditionelles Sparprodukt effektiv in ein Tor zu Kryptowährungen. Bankkunden müssen digitale Vermögenswerte nicht direkt kaufen, können aber dennoch über ein Bonusprogramm ein Engagement in diesen aufbauen.
Vor dem dauerhaften Start wird SBI Shinsei Berichten zufolge ab Mittwoch eine dreimonatige Kampagne durchführen. Diese umfasst Sichteinlagen und Termineinlagen mit Laufzeiten von drei Monaten bis zu fünf Jahren.
SBIs Kryptowährungsstrategie
Der neue Krypto-Gutscheinservice ist Teil der umfassenderen Strategie der SBI Group im Bereich digitaler Vermögenswerte.
Am 18. März startete SBI VC Trade einen USDC-Lending-Service für Privatkunden. Er ermöglicht es Nutzern, den Stablecoin für eine feste Laufzeit an die Plattform zu verleihen und Renditen zu erzielen. Das Produkt ist jedoch als Darlehen an eine Kryptobörse und nicht als Bankeinlage strukturiert, was bedeutet, dass die Nutzer ein direktes Gegenparteirisiko eingehen.
SBI stärkt zudem seine Position auf dem japanischen Kryptobörsenmarkt. Am 1. Mai erklärte die Gruppe, dass sie den Erwerb einer Beteiligung an der Handelsplattform Bitbank und deren Umwandlung in eine konsolidierte Tochtergesellschaft prüfe. Einen Monat zuvor hatte SBI VC Trade bereits Bitpoint Japan übernommen.
Zusätzlich bereitet die Wertpapierabteilung der Gruppe Krypto-Anlageprodukte vor. Medienberichten zufolge plant SBI Securities den Verkauf von Fonds, die von SBI Global Asset Management entwickelt wurden, darunter Investmentfonds und börsengehandelte Fonds (ETFs), die sich auf Krypto-Assets wie BTC und ETH konzentrieren.
Warum die Bank auf Kryptowährungen setzt
Für eine Bank sind Kryptoprodukte eine Möglichkeit, Kunden zu binden, die bereits an digitalen Vermögenswerten interessiert sind, aber nicht vollständig zu Kryptobörsen wechseln möchten. Gutscheine für BTC, ETH oder XRP ermöglichen es Nutzern, erste Erfahrungen mit Kryptowährungen zu sammeln, ohne einen direkten Kauf zu tätigen oder ihr gewohntes Bankerlebnis drastisch zu verändern. Kunden behalten ihr Geld weiterhin in Yen-Einlagen und erhalten reguläre Zinsen, können aber über die Infrastruktur von SBI auch digitale Vermögenswerte ausprobieren.
Für SBI ist dies zudem ein Weg, verschiedene Teile des eigenen Geschäfts zu vernetzen. Die Bank gewinnt Einleger, SBI VC Trade gewinnt neue Nutzer und die Gruppe insgesamt stärkt ihre Position im Markt für digitale Vermögenswerte. Dieser Ansatz ist besonders in Japan wichtig, wo Kryptowährungen zunehmend in regulierte Finanzdienstleistungen Einzug halten – von Börsenprodukten und Fonds bis hin zu Stablecoin-Lending und Bonusprogrammen für normale Bankkunden.
Zur Erinnerung: Circle und SBI Holdings haben sich zusammengeschlossen, um die Nutzung von USDC in Japan auszuweiten.
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