PayPal-Vorstand stellt Wert des Gebots von Stripe und Advent in Frage

PayPal-Vorstand stellt Wert des Gebots von Stripe und Advent in Frage
PayPal-Vorstand stellt 53-Milliarden-Dollar-Gebot in Frage

​Der Vorstand von PayPal betrachtet ein Übernahmeangebot von Stripe und Advent International in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar als zu niedrig. Dies bereitet den Boden für mögliche Verhandlungen über einen der größten Zahlungsdienstleister-Deals seit Jahren. Das Angebot erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem PayPal versucht, sein Wachstum wiederzubeleben und seine Position im Online-Checkout gegen den stärkeren Wettbewerb durch digitale Wallets und neuere Zahlungsplattformen zu verteidigen.

Höhepunkte

  • Der Vorstand von PayPal hält das 53-Milliarden-Dollar-Gebot für zu niedrig.
  • Stripe und Advent boten 60,50 US-Dollar pro Aktie.
  • Die Finanzierung beläuft sich auf insgesamt etwa 50 Milliarden US-Dollar.
  • Das regulatorische Risiko bleibt eine große Hürde.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Der Vorstand hat noch nicht offiziell auf den Vorschlag reagiert, sieht das Gebot von 60,50 US-Dollar pro Aktie jedoch als eine Unterbewertung von PayPal an, die zudem Finanzierungs- und Regulierungsrisiken birgt, wie Reuters berichtete. Die PayPal-Aktien stiegen am Donnerstag um 2 % auf 56,73 US-Dollar, lagen damit aber immer noch unter dem Angebotspreis.

Vorstand wägt Preis gegen Turnaround-Plan ab

Der Vorstand von PayPal bewertet das Angebot im Vergleich zur aktuellen Turnaround-Strategie des Managements. Nach einer ersten Einschätzung enthält das Gebot zwar einen Aufschlag auf den jüngsten Aktienkurs, spiegelt aber nicht den potenziellen Wert des Unternehmens wider, falls sich das Kerngeschäft in den nächsten Jahren stabilisiert.

Die Prüfung erfolgt nach einer schwierigen Phase für PayPal. Das Ende der 1990er Jahre gegründete Unternehmen hat mit verlangsamtem Wachstum und der Konkurrenz durch Apple Pay, Google Pay und andere digitale Zahlungsoptionen zu kämpfen. Anfang des Jahres gab PayPal einen schwächer als erwartet ausgefallenen Ausblick ab und warnte vor einer nachlassenden Dynamik in seinem Kerngeschäft mit Checkouts.

Investoren warten nun auf den Ergebnisbericht von PayPal am 28. Juli, um Anzeichen dafür zu finden, dass der Turnaround an Fahrt gewinnt.

Stripe und Advent streben nach einem Zahlungsriesen

Ein Zusammenschluss von Stripe und PayPal würde eines der weltweit größten Online-Zahlungsunternehmen mit einem jährlichen Zahlungsvolumen von rund 3,7 Billionen US-Dollar schaffen. Gemäß dem Anfang des Monats eingereichten Vorschlag würden Stripe und Advent PayPal gemeinsam mit gleichen Anteilen besitzen, anstatt das Unternehmen aufzuspalten.

Das Konsortium hat ein Finanzierungspaket in Höhe von rund 50 Milliarden US-Dollar von JPMorgan und Morgan Stanley geschnürt, die die Bieter auch beraten. Stripe und Advent würden 17 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital beisteuern.

Das regulatorische Risiko bleibt eines der größten Hindernisse. Stripe und PayPal sind zwei der am häufigsten genutzten Plattformen für Online-Händler, was eine genaue kartellrechtliche Prüfung nach sich ziehen könnte. Die Bieter haben mögliche Abhilfemaßnahmen in Erwägung gezogen, darunter die Abtrennung der Braintree-Einheit von PayPal oder anderer Vermögenswerte und deren Übertragung an Advent, das diese mit Zahlungsinvestitionen wie Nuvei kombinieren könnte.

Ein Test für den Wert von PayPal

Das Gebot setzt PayPal unter Druck, zu beweisen, dass seine eigenständige Strategie mehr Wert schaffen kann als ein Verkauf. Das Unternehmen besitzt nach wie vor bedeutende Vermögenswerte, darunter PayPal Checkout, Braintree und Venmo, aber seine Marktstellung hat sich abgeschwächt, da der Markt für digitale Zahlungen immer umkämpfter wird.

Die Größe der Transaktion schränkt zudem den Kreis potenzieller Käufer ein. Finanzinvestoren könnten mit der Größenordnung zu kämpfen haben, während strategische Käufer auf kartellrechtliche Probleme stoßen könnten. Vorerst scheinen Stripe und Advent die ernsthaftesten Bieter zu sein, aber jeder Deal wird wahrscheinlich davon abhängen, ob sie den Preis erhöhen und Zweifel an der Finanzierung, dem Zeitplan und der behördlichen Genehmigung ausräumen können.   

Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, dass Stripe ein Krypto-Zahlungssystem für KI-Agenten auf Base einführt.

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