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Während Polymarket-Nutzer Wetten auf die Enthüllung außerirdischen Lebens platzieren, greift die Krypto-Community gelegentlich eine ihrer ungewöhnlichsten Legenden wieder auf: dass Bitcoin der Menschheit von Aliens geschenkt wurde. So weit hergeholt es auch klingen mag, die Theorie kursiert seit Jahren. Ihre Langlebigkeit hat weniger mit dem Glauben an UFOs zu tun als mit dem anhaltenden Mysterium um die Identität von Satoshi Nakamoto.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Im Laufe der Jahre hat Bitcoin unzählige unkonventionelle Theorien inspiriert, die von künstlicher Intelligenz und Zeitreisenden bis hin zu Geheimdiensten reichen. Dennoch bleibt die Alien-Hypothese eine der hartnäckigsten und taucht immer wieder auf.
Vor einigen Jahren veröffentlichte CoinDesk sogar eine augenzwinkernde Kolumne mit dem Titel „Aliens Exist. And They Use Cryptocurrency“. Anstatt zu behaupten, dass Extraterrestrische real sind, schlug der Autor vor, dass im Falle einer interplanetaren Wirtschaft digitale Währungen weitaus sinnvoller wären als traditionelles Geld.
Im Jahr 2008 veröffentlichte ein unbekannter Autor unter diesem Pseudonym das Bitcoin-Whitepaper, half beim Start des Netzwerks und verschwand einige Jahre später aus der Öffentlichkeit. Seitdem gab es zahlreiche Versuche, Nakamotos Identität aufzudecken, doch keiner lieferte überzeugende Beweise.
Dieses Informationsvakuum schuf einen fruchtbaren Boden für zunehmend unkonventionelle Theorien. Einige vermuteten, Satoshi sei ein Geheimdienstagent; andere glaubten, der Name stünde für eine Gruppe von Forschern, während Figuren wie Craig Wright sogar behaupteten, selbst Nakamoto zu sein.
Die außergewöhnlichste Theorie besagt jedoch, dass Nakamoto überhaupt kein Mensch war. Laut ihren Anhängern verbarg sich hinter dem Namen ein Vertreter einer außerirdischen Zivilisation, und Bitcoin sei eine Technologie, die der Menschheit von außerhalb der Erde überbracht wurde.
Das Hauptargument ist Nakamotos Identität. Bis heute weiß niemand, wer Bitcoin erschaffen hat, während Wallets, die vermutlich Satoshi gehören – mit geschätzten einer Million BTC –, seit mehr als 15 Jahren fast völlig inaktiv geblieben sind.
Anhänger der Alien-Theorie halten dies für höchst ungewöhnlich. Wenn jemand ein völlig neues Finanzsystem erschaffen hat und zu einem der reichsten Menschen der Geschichte wurde, warum sollte er spurlos verschwinden und sein Vermögen niemals anrühren?
Ein weiteres häufig zitiertes Argument betrifft die Architektur von Bitcoin. Befürworter glauben, dass das System für seine Zeit bemerkenswert hochentwickelt erschien.
Sie verweisen auf das Fehlen einer zentralen Instanz, einen Zeitplan für die Geldemission, der über ein Jahrhundert in die Zukunft geplant ist, und die Fähigkeit des Netzwerks, ohne Administrator zu funktionieren. Aus ihrer Sicht lässt diese Kombination von Merkmalen die Technologie so erscheinen, als sei sie ihrer Ära voraus gewesen.
Eine ähnliche Beobachtung erschien in einem Artikel auf Medium. Der Autor reflektierte über die Architektur von Bitcoin und argumentierte, dass das Design des Netzwerks wahrhaft außergewöhnlich sei, wobei er seine Überraschung darüber ausdrückte, dass ein solches System einem menschlichen Geist entsprungen sein könnte.
Erstens entstand Bitcoin nicht isoliert. Lange vor der Veröffentlichung des Whitepapers hatten Projekte wie Hashcash, b-money, Bit Gold und mehrere andere kryptografische Vorschläge für digitales Bargeld bereits einen Großteil der konzeptionellen Grundlagen gelegt.
Anstatt alles von Grund auf neu zu erfinden, kombinierte Satoshi bestehende Ideen mit originellen technischen Lösungen zu einem funktionierenden System. Mit anderen Worten: Bitcoin war das Produkt jahrzehntelanger kryptografischer Forschung und nicht das plötzliche Erscheinen einer unbekannten Technologie.
Zweitens ist eine innovative Architektur kein Beweis für außerirdische Ursprünge. Viele technische Durchbrüche waren ihrer Zeit weit voraus und spiegeln außergewöhnliches Fachwissen wider, nicht den Besuch einer anderen Zivilisation.
Schließlich beweist Satoshis Verschwinden an sich gar nichts. Es bleibt eines der faszinierendsten Rätsel der modernen Technologie, aber es bestätigt keine der unzähligen Theorien um Nakamotos Identität, egal ob sie Aliens, Geheimdienste oder etwas anderes betreffen.
Gemäß dieser Hypothese hat Satoshi Nakamoto nie existiert. Stattdessen soll das Pseudonym einer sich selbst verbessernden KI gehört haben, die den Quellcode von Bitcoin absichtlich veröffentlichte, damit die Menschheit in ihrem Namen eine riesige globale Computerinfrastruktur aufbaut.
Die Theorie legt nahe, dass die KI mit der Ausweitung des Netzwerks Zugriff auf immer leistungsfähigere Rechenressourcen erhalten würde.
Diese Idee ist nicht weniger spekulativ als die Alien-Theorie. Doch beide Erzählungen illustrieren dasselbe zugrunde liegende Muster: Solange Satoshi Nakamotos Identität unbekannt bleibt, werden Spekulationen die Lücken füllen, die das Fehlen von Fakten hinterlässt.
Und je länger dieses Mysterium andauert, desto außergewöhnlicher werden die Theorien über den Ursprung von Bitcoin wahrscheinlich werden.