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Im vergangenen Jahrzehnt hat sich Revolut von einer kostengünstigen App für den Währungsumtausch zu Europas wertvollstem Startup entwickelt. Das Unternehmen sichert sich Banklizenzen, erschließt neue Märkte und entwickelt eigene Krypto-Produkte. Doch je näher Revolut dem Status einer globalen Bank kommt, desto deutlicher treten die Grenzen seines Geschäftsmodells zutage.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Revolut wurde Europas wertvollstes Startup, nachdem die Bewertung auf 115 Mrd. $ gestiegen war. Gemessen daran ist das Unternehmen bereits mehr wert als Barclays in Großbritannien und Societe Generale in Frankreich, liegt beim Umfang des traditionellen Bankgeschäfts jedoch noch deutlich zurück.
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2025 erzielte Revolut einen Vorsteuergewinn von rund 2,2 Mrd. $, 57 % mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um 46 % auf 6 Mrd. $.
Auch die Kundenzahl nähert sich der der weltweit größten Banken an. Revolut meldet inzwischen 80 Millionen Kunden, verglichen mit rund 84 Millionen bei JPMorgan und 41 Millionen bei HSBC. Nach Angaben des Unternehmens besitzen in Irland rund 80 % der erwachsenen Bevölkerung ein Revolut-Konto.
Im März 2026 erhielt Revolut nach jahrelangem Warten eine vollständige Banklizenz im Vereinigten Königreich. Zuvor operierte das Unternehmen mit einer eingeschränkten Lizenz und konnte im lokalen Markt weder uneingeschränkt Einlagen annehmen noch die Kreditvergabe ausweiten.
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Die vollständige Lizenz erlaubt Revolut, Kunden im Vereinigten Königreich Bankkonten, Kredite und weitere Produkte anzubieten, die zuvor nur über Partnerschaften oder in eingeschränkter Form verfügbar waren. Das ist für das Unternehmen besonders wichtig, da das Vereinigte Königreich weiterhin sein Heimatmarkt ist.
Gleichzeitig bereitet Revolut die Gründung einer eigenen Bank in den USA vor. Im April erhielt das Unternehmen eine bedingte Genehmigung vom Office of the Comptroller of the Currency. Bevor Revolut den Betrieb aufnehmen kann, muss es noch Verfahren bei der FDIC und der Federal Reserve abschließen und die endgültige regulatorische Genehmigung erhalten.
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Nach dem Start seiner US-Bank will Revolut Kredite, Kreditkarten, versicherte Einlagen, Multiwährungskonten und Kryptowährungsdienstleistungen anbieten. Das Unternehmen erwartet, 2027 den Bankbetrieb in den USA aufzunehmen.
Die Expansion von Revolut im Bankgeschäft verläuft parallel zur Entwicklung seiner Krypto-Produkte. Das Unternehmen bietet bereits Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte an und hat im August 2026 mit der schrittweisen Einführung seines eigenen eurobasierten Stablecoins EURR begonnen.
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Der Token wurde zunächst ausgewählten Kunden in Dänemark, Polen und Portugal angeboten. Revolut plant, ihn auf weitere Länder im Europäischen Wirtschaftsraum auszuweiten. EURR ist an den Euro gekoppelt, erfüllt die MiCA-Anforderungen und läuft zunächst auf Ethereum.
Das Unternehmen plant außerdem, EURR-Transfers auf externe Wallets und zusätzliche Blockchain-Netzwerke zu unterstützen. Revolut erklärte zudem, Stablecoins in anderen Währungen zu prüfen, legte jedoch noch keine konkreten Pläne vor.
Mit der Expansion und dem Wachstum seiner Kundenzahl wird Revolut zunehmend als direkter Konkurrent traditioneller Banken wahrgenommen. Laut Cihan Duran, Director bei S&P Global Ratings, bezeichnen europäische Bankmanager Revolut wegen seines aggressiven Marketings und schnellen Wachstums als eine ihrer größten Bedrohungen.
Gleichzeitig bleibt die Lücke beim traditionellen Bankgeschäft groß. Ende 2025 hatte Revolut Kredite von rund 2,8 Mrd. $, während die Kredit-Einlagen-Quote lediglich 6 % betrug. Zum Vergleich: Bei HSBC lag sie bei rund 55 % und bei Societe Generale bei 86 %.
Das Unternehmen verdient pro Kunde weniger als große Banken, während auch die durchschnittlichen Guthaben auf den Konten seiner Nutzer deutlich niedriger sind. Revolut legt nicht offen, wie viele Kunden es als Hauptkonto nutzen, erklärte jedoch, dass die Zahl dieser Nutzer 2025 um 45 % gestiegen sei.
Revolut hat bereits gezeigt, dass das Unternehmen seine Reichweite schnell vergrößern und in Märkte vordringen kann, die große Banken jahrzehntelang kontrolliert haben. Die nächste Phase wird schwieriger: Revolut muss die Größe seiner Kundenbasis in eine vergleichbare Größenordnung bei Einlagen, Krediten und anderen Bankdienstleistungen überführen.
Davon wird der Erfolg seiner globalen Expansion abhängen. Wenn Revolut mehr Kunden davon überzeugen kann, es als primären Finanzdienstleister zu nutzen, wird sich die Lücke zu traditionellen Banken verringern. Andernfalls werden allein mehrere Dutzend Millionen Nutzer das Unternehmen nicht zu einem vollständigen Ersatz für die weltweit größten Bankkonzerne machen.