Galaxy Digital und 80.000 BTC: Warum die Bitcoin-Wale ihren Einfluss auf den Markt verlieren

Galaxy Digital und 80.000 BTC: Warum die Bitcoin-Wale ihren Einfluss auf den Markt verlieren
Der Kryptomarkt hat einen großen Bitcoin-Ausverkauf überstanden.

Galaxy Digital verkaufte unerwartet über 80.000 BTC im Wert von 9,43 Milliarden Dollar. In der Vergangenheit hätte eine solche Transaktion einen Marktabsturz und einen lang anhaltenden Abwärtstrend auslösen können. Aber dieses Mal ist das nicht passiert - der Bitcoin-Kurs unterlag nur kurzen Schwankungen. Könnte es sein, dass die Zeiten, in denen Bitcoin-Wale die Branche manipulieren konnten, endgültig vorbei sind?

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Der Verkauf einer großen Summe von Bitcoins aus der Satoshi-Ära fand am 25. Juli statt. An diesem Tag transferierte Galaxy Digital rund 80.000 BTC an Kryptowährungsbörsen.

Das Unternehmen erklärte diesen Schritt damit, dass es lediglich als Vermittler für einen frühen Bitcoin-Investor fungierte, der beschloss, seine Bestände zu liquidieren.

"Galaxy hat den Verkauf von mehr als 80.000 Bitcoin abgeschlossen. Die Transaktion wurde im Auftrag eines Investors aus der Satoshi-Ära durchgeführt und stellt einen der frühesten und bedeutendsten Ausstiege aus dem Markt für digitale Vermögenswerte dar. Der Verkauf war Teil der breit angelegten Nachlassplanung des Investors", so Galaxy Digital.

Der mysteriöse Wal und die Marktspekulationen

Dieser Verkauf kam für die Krypto-Community nicht überraschend. Anfang dieses Monats bemerkten die Analysten von Lookonchain die Bewegung von 80.000 BTC aus acht Geldbörsen, die seit 14 Jahren inaktiv waren. Die Experten gingen sofort davon aus, dass alle Adressen wahrscheinlich zu derselben Person oder Organisation gehörten.

Schnell kamen zahlreiche Theorien darüber auf, wer der Besitzer sein könnte. Der Timechain Index schlug vor, dass die Münzen dem frühen Bitcoin-Investor Roger Ver gehören könnten. Er wurde letztes Jahr in Spanien verhaftet, und diese Transaktion könnte Teil eines Deals mit den Strafverfolgungsbehörden sein - angeblich schuldet Ver der US-Steuerbehörde 48 Millionen Dollar.

Andere spekulierten, dass dies der größte Hack in der Geschichte der Kryptowährung sein könnte. Diese Theorie wurde jedoch bald wieder verworfen, denn selbst wenn die privaten Schlüssel kompromittiert worden wären, hätten die Täter überstürzt und chaotisch gehandelt.

Die meisten Marktteilnehmer kamen zu dem Schluss, dass der Transfer im Zusammenhang mit Adressaktualisierungen stand. Da die Münzen aus dem Jahr 2011 stammen, waren sie mit veralteten Legacy-Standards gesichert. Es war daher sinnvoll, sie von alten Legacy-Adressen auf moderne bech32-Adressen zu übertragen.

Reaktion auf den Bitcoin-Preis

Wie sich herausstellte, waren alle Spekulationen falsch. Zwischen dem 15. und 18. Juli wurden die 80.000 BTC an Galaxy Digital überwiesen. Aber wie hat der Bitcoin-Kurs reagiert?

Als der schlafende Wal sich zum ersten Mal bewegte, blieb der BTC-Preis davon unberührt. Erst am 15. Juli - als die Überweisungen an Galaxy Digital begannen - fiel der Preis um einige tausend Dollar auf 116.000 Dollar. Diese Korrektur war jedoch nur von kurzer Dauer, und am nächsten Tag stieg der Bitcoin-Kurs wieder auf etwa 119.000 Dollar.

Am eigentlichen Verkaufstag, dem 25. Juli, sank Bitcoin auf einen Tiefststand von 115.000 $. Doch auch hier war der Rückgang nur kurz, und heute wird BTC in der Nähe seines Allzeithochs gehandelt.

Bitcoin-Wale beherrschen den Markt nicht mehr

Was bedeutet das alles? Der Verkauf von über 80.000 BTC - einst eine große Bedrohung für die Kryptoindustrie - wird jetzt als Routineereignis angesehen. Die Reaktion des Marktes war minimal und vorübergehend. Bitcoin fiel nur leicht und erholte sich schnell wieder. Es ist nun klar, dass der Markt gereift ist: Die Liquidität ist gestiegen, institutionelle Investoren spielen eine größere Rolle und Bitcoin selbst ist widerstandsfähiger gegen große individuelle Bewegungen geworden.

Viele Jahre lang galten die Bitcoin-Wale als Schattenherrscher des Krypto-Marktes, die in der Lage waren, den Markt zum Einsturz zu bringen oder Panikverkäufe auszulösen. Aber ihr Einfluss schwindet jetzt. Bitcoin ist nicht mehr der volatile Vermögenswert, der früher heftig auf große Überweisungen reagierte. Er entwickelt sich zu einem robusten Finanzsystem mit einer tiefgreifenden Infrastruktur, in dem selbst milliardenschwere Verkäufe keine Schockwellen mehr auslösen.

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