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Im Jahr 2028 wird Bitcoin eine weitere Halbierung erfahren - das Ereignis, das die Blockprämien der Miner alle vier Jahre halbiert. Dieses Mal wird die Blockbelohnung auf 1,5625 BTC fallen. Für eine Branche, die bereits zwischen dünnen Gewinnspannen und einer anhaltenden Energieknappheit gefangen ist, könnte die bevorstehende Halbierung zur größten Herausforderung in ihrer Geschichte werden.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der CEO von Marathon Digital Holdings (MARA), Fred Thiel, warnte kürzlich, dass das Mining zu einem Überlebenskampf wird. Steigende Energiekosten, eine rekordhohe globale Hashrate und eine sinkende Rentabilität setzen selbst die größten Betreiber unter Druck.
Ohne Innovationen im Energiesektor oder neue Geschäftsfelder wie künstliche Intelligenz, so Thiel, werden viele Bergbauunternehmen die bevorstehende Halbierung nicht überstehen.
Heute macht die Energie 70-80 % der Gesamtkosten der Miner aus. Laut dem Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index ist der Stromverbrauch von Bitcoin inzwischen mit dem eines mittelgroßen europäischen Landes vergleichbar. Und obwohl der Anteil der erneuerbaren Energien zunimmt, bleibt die Rentabilität äußerst fragil.
Die Hashrate ist in den letzten Jahren um mehr als 50 % gestiegen - was bedeutet, dass jeder neue Teilnehmer den Anteil an den Belohnungen für alle anderen weiter verringert. Die Bergbaukraft konzentriert sich heute auf Regionen mit billigem Strom: Texas, Island, Kasachstan und El Salvador. Doch selbst diese "Energieoasen" beginnen, die Belastung zu spüren.
Thiel prognostiziert, dass bis 2028 nur noch Unternehmen wettbewerbsfähig sein werden, die in der Lage sind, ihre eigene Energie zu produzieren oder sich langfristige Lieferverträge zu sichern. Die Ära der Bergbaubetriebe, die vollständig von öffentlichen Netzen abhängig sind, geht zu Ende.
Um zu vermeiden, dass der Bergbau zu einer Branche mit negativen Gewinnspannen wird, muss er sich grundlegend neu erfinden. Einige Unternehmen versuchen bereits, ihre Infrastruktur für benachbarte Arbeitslasten - künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC) - umzuwidmen.
ASIC-Chips, die für SHA-256 optimiert sind, können für das Training von KI-Modellen angepasst werden. Dies ist nicht nur eine Diversifizierung - es ist ein Versuch, in einer Zeit zu überleben, in der das Mining allein die Stromrechnungen nicht mehr decken kann.
Mehrere große Akteure, darunter Tether, kombinieren bereits das Bitcoin-Mining mit ihren eigenen Rechenzentren. Das Modell ist einfach: Wenn das Mining unrentabel wird, generieren die Server Einnahmen durch KI-Computing. Dies erfordert jedoch massive Kapitalinvestitionen, die sich kleine Betreiber einfach nicht leisten können.
Jede bisherige Halbierung wurde von einer Welle des Optimismus begleitet. Nach den Kürzungen der Belohnungen in den Jahren 2012, 2016 und 2020 stieg der Bitcoin-Preis deutlich an und glich die Verluste der Miner aus.
Aber dieser Zyklus ist anders. Bitcoin ist zu groß geworden, und der Markt ist zu reif. Sein Verhalten hängt jetzt mehr von den makroökonomischen Bedingungen als von der internen Tokenomik ab.
Wenn der Bitcoin-Preis nach der Halbierung nicht um mindestens 50 % pro Jahr steigt, werden viele ältere Miner gezwungen sein, ihre Anlagen abzuschalten. Dies könnte zu einem Rückgang der Hashrate führen - und die Netzwerksicherheit vorübergehend schwächen. Thiel merkt auch an, dass die Transaktionsgebühren noch weit davon entfernt sind, die Blocksubvention zu ersetzen: Selbst nach dem Ordinals-Boom bleibt ihr Anteil unbedeutend.
Paradoxerweise hängt die Zukunft von Bitcoin immer weniger vom Code ab - und mehr von der Elektrizität. Das Mining ist die erste digitale Industrie, die physisch an die Infrastruktur der realen Welt gebunden ist: Kraftwerke, Übertragungsleitungen, Treibstoffsysteme und Logistik. Deshalb findet die Entwicklung nicht in der Blockchain, sondern im Energiesektor statt.
Es zeichnen sich hybride Modelle ab: die Nutzung überschüssiger Energie in Spitzenzeiten, die Kombination mit Solar- und Geothermieanlagen und der Einsatz "schwimmender" Mining-Farmen in der Nähe von Wasserkraftwerken und Offshore-Windparks. Diese Ansätze könnten dem Bitcoin-Netzwerk nicht nur zum Überleben verhelfen, sondern auch zu einem Katalysator für die Entwicklung neuer grüner Technologien werden.
Bitcoin wird das Jahr 2028 überstehen, aber die Mining-Industrie wird einem noch nie dagewesenen Druck zur Verbesserung der Effizienz ausgesetzt sein. Die Zukunft des Bitcoins wird nicht von den Mechanismen des Protokolls abhängen, sondern von der Fähigkeit der Betreiber, die Energiekosten zu optimieren, die Infrastruktur zu verbessern und die Rechenlast zu diversifizieren.
Die Halbierung im Jahr 2028 wird den Wechsel von traditionellen Bergbaukonzepten hin zu vertikal integrierten energietechnischen Systemen beschleunigen, bei denen Energieerzeugung, Hardware und Rechenzentren von einem einzigen Betreiber kontrolliert werden. Unternehmen, die sich kostengünstige Energie und stabile Lieferketten sichern, werden wettbewerbsfähig bleiben, während andere mit schrumpfenden Gewinnspannen konfrontiert sein oder vom Markt verdrängt werden könnten.
Die langfristige Widerstandsfähigkeit des Mining wird von der Preisentwicklung von Bitcoin, der Dynamik der Transaktionsgebühren und der Fähigkeit des Sektors abhängen, KI- oder HPC-basierte Rechendienste zu integrieren. Diese Faktoren werden das Betriebsmodell des Netzwerks nach 2028 prägen.