Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Nach fast eineinhalb Jahren Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten wurde im Fall Samourai Wallet ein Urteil gefällt: Die Gründer des Projekts wurden wegen unerlaubter Geldübermittlung und Verschleierung der Transaktionswege zu fünf und vier Jahren Haft verurteilt. Die Entscheidung schafft einen wichtigen Präzedenzfall inmitten eines erneuten Interesses an Technologien zur Verbesserung der Privatsphäre im gesamten Krypto-Ökosystem.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der Rechtsfall begann, als die US-Staatsanwaltschaft bestimmte Wallet-Funktionen - vor allem Whirlpool und Ricochet - als Werkzeuge nicht nur für den Schutz der Privatsphäre, sondern auch für die potenzielle Verschleierung der Herkunft von Geldern identifizierte. Whirlpool vermischte Transaktionen und erschwerte so die Rückverfolgung ihrer Kette, während Ricochet mehrere Zwischenschritte einbaute, bevor eine Überweisung den endgültigen Empfänger erreichte. Für die Entwickler waren diese Funktionen zum Schutz der Nutzer gedacht. Für die Staatsanwaltschaft ermöglichten sie die Wäsche von mehr als 237 Millionen Dollar im Zusammenhang mit verschiedenen kriminellen Machenschaften.
Dieser Unterschied in der Auslegung wurde zum Kern des Falles. Der Southern District of New York (SDNY), der für die Bearbeitung komplexer Finanzverbrechen bekannt ist, argumentierte, dass die Angeklagten wussten, wie ihr Produkt genutzt wurde, und dies durch die Darstellung dieser Funktionen als Möglichkeit zur Minimierung der mit der Transaktionshistorie verbundenen Risiken faktisch gefördert haben.
In dieser Situation entstand eine bemerkenswerte Welle der Unterstützung für Samourai Wallet: Befürworter des Datenschutzes und der Dezentralisierung starteten den Hashtag #freesamourai, ein Gnadengesuch und eine spezielle Website zur Verteidigung der Entwickler. Ihr Argument war, dass die Entwickler nicht dafür verantwortlich gemacht werden sollten, wie Nutzer ihre Tools missbrauchen.
Nachdem sich die beiden Gründer schuldig bekannt hatten, wurden mehrere schwerwiegendere Anklagen fallen gelassen, aber die Verstöße im Zusammenhang mit der nicht lizenzierten Geldübermittlung und der absichtlichen Schaffung von Mechanismen, die die Herkunft von Geldern verschleiern, wurden zur Grundlage für die Verurteilung.
Am 19. November 2025 verkündete das Gericht das Urteil: CTO William Lonergan Hill erhielt vier Jahre Gefängnis und drei Jahre überwachten Freigang, während CEO Keonne Rodriguez fünf Jahre Gefängnis und drei Jahre Bewährung erhielt. Beide müssen außerdem Geldstrafen von bis zu 250.000 Dollar zahlen und sich einem Einziehungsverfahren unterziehen.
DasGericht konzentrierte sich nicht darauf, ob der Dienst die Vermögenswerte der Nutzer verwahrt, sondern auf die Rolle, die er bei der Weiterleitung und Änderung von Transaktionen spielt. Mit anderen Worten, das Fehlen einer Verwahrungskontrolle garantiert nicht mehr die Immunität der Regulierungsbehörden.
Marketing und Kommunikation werden zu juristischen Beweisen.SDNY stützte sich auf öffentliche Erklärungen und interne Mitteilungen, in denen die Gründer Whirlpool als eine Möglichkeit beschrieben, das mit der Transaktionshistorie verbundene Risiko zu "bereinigen" oder zu verringern. Für die Staatsanwaltschaft war dies ein Beweis für die Absicht und die bewusste Positionierung des Produkts.
DasGericht stellte klar, dass, wenn die Softwareentwickler wissen, wie ihr Produkt zur Umgehung von AML-Verfahren eingesetzt wird, dies allein für eine strafrechtliche Haftung ausreicht - selbst wenn sie keine Gelder halten und nur auf Code-Ebene arbeiten.
Nach Tornado Cash, Wasabi und jetzt Samourai wird deutlich, dass jede Technologie, die Transaktionsströme erheblich verschleiert, als hochriskantesFinanzinstrument interpretiert werden kann. Damit erweitert sich der potenzielle Spielraum für rechtliche Schritte gegen Datenschutzinstrumente.
DieBefürworter von Web3 argumentieren, dass der Schutz der Privatsphäre kein Verbrechen, sondern eine grundlegende digitale Freiheit ist. Die Regulierungsbehörden entgegnen, dass eine übermäßige Undurchsichtigkeit der Finanzströme die Voraussetzungen für illegale Aktivitäten in großem Maßstab schafft. Das Samourai-Wallet-Urteil zeigt, dass der Konflikt zwischen technologischer Autonomie und AML-Kontrolle im Jahr 2025 zunehmend zugunsten der letzteren gelöst wird.
Auf den Schutz der Privatsphäre ausgerichtete Geldbörsen mit komplexen Mechanismen zur Verschleierung von Transaktionen werden wahrscheinlich einer strengeren rechtlichen Prüfung unterzogen werden, und größere Dienste werden die Integration von Mixern aufgrund der regulatorischen Risiken zunehmend vermeiden. Für den Markt bedeutet dies, dass sich der Schwerpunkt der AML-Regulierung verlagert: nicht mehr nur auf Verwahrungsmodelle, sondern auf jeden Mechanismus, der die Transparenz der Geldbewegungen erheblich verringert.
Insgesamt setzt der Fall Samourai eine neue Grenze für Datenschutztechnologien im Krypto-Ökosystem. Nach November 2025 müssen die Entwickler von Produkten mit fortschrittlichen Anonymitätsfunktionen nicht nur die technische Logik ihrer Lösungen berücksichtigen, sondern auch, wie die Regulierungsbehörden sie interpretieren könnten - als Innovation oder als Mittel zur Umgehung der Finanzaufsicht.