BMFTR fördert Mikroelektronik-Forschung mit 400 Millionen Euro in Deutschland

BMFTR fördert Mikroelektronik-Forschung mit 400 Millionen Euro in Deutschland
400 Mio. für Mikroelektronik

Quelle: BMFTR (Home)

Höhepunkte

  • Das BMFTR fördert Forschung und Innovation in der Mikroelektronik in Deutschland mit 400 Millionen Euro, um europäische Elektronikkompetenz auszubauen.
  • Schwerpunkte des Programms sind vertrauenswürdige Elektronik und Nachhaltigkeit, unterstützt durch Initiativen wie GreenICT@FMD und die Leitinitiative „Vertrauenswürdige Elektronik“.
  • Die Bundesregierung setzt auf Stärkung von Chip-Design, Forschungsstrukturen und Fachkräftenachwuchs mit Initiativen wie Chipdesign Germany, ForLab und der Microtec Academy ab November 2024.

Die Bundesregierung setzt angesichts globaler Lieferketten und steigender Anforderungen an Sicherheit und Energieeffizienz stärker auf heimische Chipkompetenz. Mikroelektronik gilt als Basistechnologie für Anwendungen von autonomem Fahren bis Medizintechnik, zugleich wächst der Druck, Komponenten nachvollziehbar und überprüfbar zu machen.

Förderprogramm, Strategiepapier und neue Leitinitiative

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) stellt nach eigenen Angaben 400 Millionen Euro für Forschung und Innovation in der Mikroelektronik bereit. Die Förderung läuft unter dem Motto „Mikroelektronik. Vertrauenswürdig und nachhaltig. Für Deutschland und Europa“ und zielt auf den Ausbau europäischer Elektronikkompetenz in Forschung und Produktion. Parallel skizzieren BMFTR und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in einem gemeinsamen Positionspapier einen Strategierahmen sowie Deutschlands Positionierung in europäischen und internationalen Gremien. Ein Schwerpunkt ist die Leitinitiative „Vertrauenswürdige Elektronik“, die neue Technologien, Standards und Normen über den gesamten Entstehungsweg eines Chips hinweg unterstützen soll.

Vertrauenswürdigkeit und Nachhaltigkeit als Kernziele

Mikrochips durchlaufen in der globalen Wertschöpfung häufig mehrere Stationen rund um die Welt, bevor sie in Endprodukte eingebaut werden. Für sicherheitskritische Bereiche wie Energieversorgung, autonome Mobilität oder moderne Medizin sollen Unternehmen sich auf Qualität und Integrität der Komponenten verlassen können. Nach Darstellung des Ministeriums bedeutet Vertrauenswürdigkeit, Funktionen und Fertigung nachvollziehen, überprüfen und die Sicherheit kontrollieren zu können, mit dem Ziel, die technologische Souveränität Deutschlands und Europas zu stärken. Beim Thema Nachhaltigkeit verweist das BMFTR auf das Kompetenzzentrum GreenICT@FMD als zentrale Anlaufstelle für nachhaltige digitale Technologien an der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD).

Aufbau von Design-, Forschungs- und Fachkräftekapazitäten

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Chip-Design als frühem Wertschöpfungsschritt und Know-how-Träger. Das BMFTR nennt die Designinitiative Mikroelektronik, das seit 2023 geförderte Netzwerk „Chipdesign Germany“ sowie die Initiative DE:Sign zur Unterstützung von Open-Source-Chipdesign. Bei den Forschungsstrukturen setzt das Ministerium auf die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD), in der 13 Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft zusammenarbeiten, sowie auf den Verbund „Forschungslabore Mikroelektronik Deutschland (ForLab)“. Für den Fachkräftenachwuchs wird das Projekt „Skills4Chips“ angeführt, das seit November 2024 den Aufbau einer nationalen Bildungsakademie, der „Microtec Academy“, unterstützt, um Ausbildung zu verbessern und mehr Menschen für Berufe in der Mikroelektronik zu gewinnen.

Zuletzt haben wir über die Förderinitiative „KMU-innovativ“ des BMFTR berichtet. Der Beitrag zeigte, wie das Programm seit 2007 mit festen Einreichstichtagen, beschleunigten Verfahren und Lotsendienst kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu risikoreichen FuE-Vorhaben erleichtert – auch in Technologiefeldern wie Elektronik. Zudem wurden Umfang und Wirkung der Initiative anhand von Einreichungen, geförderten Projekten und dem über zwei Milliarden Euro umfassenden Fördervolumen eingeordnet.

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